Frensdorf
Gemeinderat

Generationenzentrum in Frensdorf: viele Fakten, aber noch keine Entscheidung

Konzepte für das avisierte Generationenzentrum in Frensdorf ließen sich die Gemeinderäte in der jüngsten Sitzung von erfahrenen Trägern derartiger Einrichtu...
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BürgermeisterKötzner
BürgermeisterKötzner
Konzepte für das avisierte Generationenzentrum in Frensdorf ließen sich die Gemeinderäte in der jüngsten Sitzung von erfahrenen Trägern derartiger Einrichtungen vorstellen.
Was die Referenten vortrugen, waren drei völlig unterschiedliche Konzepte. Ein viertes soll nach den Worten von Bürgermeister Jakobus Kötzner (AWL) noch nachkommen.
Für die Räte bedeutete dies gut 90 Minuten lang Zahlen und Fakten, die "jetzt erst einmal sacken müssen", wie ein Mitglied des Gremiums sagte. Das heißt, dass die Ratsmitglieder jetzt Hausaufgaben machen müssen, wenn es - vielleicht schon im Frühjahr - mit der Planung losgehen soll. Denn entschieden wurde in der Sitzung tatsächlich noch nichts.
Auf dem gemeindlichen Areal nahe dem Naturbadesee soll inmitten herrlicher Natur ein Generationenzentrum entstehen. Damit sollen Frensdorfs Einwohner in ihrer heimatlichen Umgebung bleiben können, auch wenn sie alt sind, Pflege und Hilfe benötigen, wie Bürgermeister Kötzner erklärte. Die Zahl der Senioren in der Gemeinde sei steigend. Im Jahr 2013 habe es 652 Bürger über 65 Jahren gegeben. 2025 sollen es laut Prognose 1073 sein und bis zum Jahr 2033 werde die Zahl weiter steigen auf 1374 Senioren über 65 Jahren.
Der Flächennutzungsplan für das Gelände sei bereits geändert. Ein Arbeitskreis "Senioren" habe sich bereits mit der Wohnanlage beschäftigt und seine Ideen zu einem "Katalog" zusammengestellt. An sieben Träger versandt, hätten sich bislang drei für das Projekt interessiert. Ein vierter Träger werde eventuell noch dazukommen.
Für den ersten Referenten, Norbert Kern, war die Vorstellung praktisch ein Heimspiel: Der Vorsitzende der Diakonie Bamberg-Forchheim lebt in Frensdorf. "Wir sind für alles offen", sagte Kern, nachdem er das Diakonische Werk umfassend vorgestellt hatte. Eine stationäre Wohnform mit 50 Plätzen, Kurzzeit- und Verhinderungspflege sowie 20 Wohnungen mit der Möglichkeit einer späteren Erweiterung sei denkbar. Man müsse sehen, was die Kommune verträgt.
Ob die Diakonie als Träger und Investor auftrete, oder mit einem anderen Partner kooperiere, ließ Kern in diesem frühen Stadium noch offen. Es solle aber auf keinen Fall zu einem Verdrängungswettbewerb kommen, waren sich alle drei Träger einig.


Wirtschaftlichkeit im Blick

"Wir wollen keine gewachsenen Strukturen zerstören", sagte Ralf Viering, der zusammen mit Betriebsleiter Frederik Dykast die Krankenhausgesellschaft Seniotel vertrat. Die Gesellschaft würde sich einen Bauträger mit ins Boot holen und ihr Know-how einbringen. In ihrem Referat war viel von der Wirtschaftlichkeit des Projektes die Rede. Im Hinblick auf die Einwohnerzahlen gingen sie von 40 Plätzen aus. Damit eine Einrichtung "wirtschaftlich sinnvoll" sei, müsse die Zahl der Senioren über 65 bei 2000 liegen. Oder das umliegende Einzugsgebiet müsse groß genug sein.
Ein völlig neues Konzept stellte Stefan Schick, Investor und Vorsitzender des Arbeiter-Samariter-Bundes Forchheim, zusammen mit Henrich Welker von der Gesellschaft Sewo-Bauprojekte vor. Dass dabei "bewusst auf das Heimkonzept verzichtet wird", überraschte offensichtlich. Mit einer Investition von 14 Millionen würden die Partner neun Häuser mit je acht Wohnheiten, eine Einrichtung zur Tagespflege samt einem Rundum-Versorgungspaket planen. In der Praxis bedeute dies, dass sich jeder selbst versorgen, aber auch ganz individuell die Tagespflege, wie auch jeden anderen Service in Anspruch nehmen könne. Die Kosten der Tagespflege würden über die Pflegeversicherung abgewickelt.
Die Wohnungen könnten gemietet oder auch gekauft werden. Auch bei der Bauzeit zeigten sich Schick und Welker "sportlich". Nach abgeschlossener Planungsphase soll die Anlage innerhalb eines Jahres erstellt sein.


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