Stublang

Gemeinsam üben macht stark

Die Feuerwehren aus Bad Staffelstein und dem Lautergrund übten, wie vorzugehen ist, wenn es brennt und gleichzeitig ein Verkehrsunfall passiert ist. Das Szenario erforderte von den Einsatzkräften ein koordiniertes Vorgehen.
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Mit Schwung und vereinten Kräften landet der auf dem Dach liegende Audi wieder auf seinen Rädern. Fotos: Monika Schütz
Mit Schwung und vereinten Kräften landet der auf dem Dach liegende Audi wieder auf seinen Rädern. Fotos: Monika Schütz
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Ein Wanderer bemerkt dicken Qualm aus einer Scheune und ruft die 112. Gleichzeitig ereignet sich wenige Meter daneben ein schwerer Verkehrsunfall: Zwei Pkw sind sind zusammengestoßen, einer überschlägt sich, bleibt auf dem Dach liegen. Auch hier ruft ein Zeuge die 112.

Das ist ein Szenario der Brandschutzwoche. Eine Situation, wie sie sich jederzeit ereignen kann. Auch gleichzeitig, auch nebeneinander auf dem gleichen Platz. Es dämmert. Zudem regnet es, die leicht verschmutzte Straße, die am Ortsrand von Stublang zum Schauplatz am Wanderparkplatz führt, ist etwas rutschig geworden.

Großalarm im Lautergrund: Nur wenige Minuten vergehen, bis die ersten Retter eintreffen. Die Feuerwehren kommen mit Löschfahrzeugen und mehreren Traktoren mit Pumpen auf Anhängern. Einige Retter kommen sogar mit Privatautos.

Im Fahrzeug eingeklemmt

"Ein Fahrzeug liegt auf dem Dach, eine Person ist eingeklemmt", gibt Einsatzleiter Thomas Schwarz per Funk durch. Schnell und routiniert teilt er die Gruppen ein. Es gilt, gleich zwei Schwerpunkte zu setzen. In einem der Unfallautos ist eine Person eingeklemmt, eine weitere ist leicht verletzt. Hierhin schickt der Einsatzleiter die Kollegen aus Bad Staffelstein mit schwerem Gerät: Rettungsschere und Spreizer werden gebraucht.

Zugführerin Nicole Trapper koordiniert. Parallel dazu leiten einige Feuerwehrleute die weiteren ankommenden Rettungsfahrzeuge zu ihren Plätzen. Immer mehr Einsatzkräfte treffen ein, schließlich sind Feuerwehrleute aus dem gesamten Lauter- und Döbertengrund, aus Horsdorf, Loffeld, Schwabthal und sogar aus Kümmersreuth vor Ort. Mit schwerem Atemschutzgerät und angehängter Sicherungsleine verschaffen sich Atemschutzgeräteträger Zutritt zur brennenden Scheune. Hilferufe sind zu hören. Wie die Retter erfahren, werden im Inneren sechs Personen vermisst, Arbeiter sollen es sein. Natürlich nicht in echt - die Aktionswoche der Feuerwehren stellt solche Szenen sehr realistisch nach.

Suche mit Wärmebildkamera

Die Zuschauer erfahren hautnah, wie die Vermissten mit Hilfe von Wärmebildkameras gesucht und gefunden werden. Ein Problem, das nicht abgesprochen, war taucht auf: Eine Person liegt in einer Ecke hinter einem landwirtschaftlichen Gerät. Die Helfer kommen mit ihrer Trage zum Bergen der Person nicht richtig um die Kurve herum, sie ist zu sperrig. Schließlich gelingt es. Weitere gerettete Personen werden, teils mit Tragen, teils mit einem Rettungstuch, geborgen.

Wieviel Atemluft verbleibt noch?

Immer wieder schaut Florian Hubert von der Schwabthaler Feuerwehr in sein rotes Kästchen. Er macht Druckabfragen, kontrolliert, wie lange es die Atemschutzgeräteträger noch im Inneren des brennenden Gebäudes aushalten oder wann er einen Kameraden zum Pause-machen herausfunken muss.

Längst wird gelöscht, der Brand ist eingedämmt. Dazu haben die Feuerwehrleute eine circa 400 Meter lange Schlauchstrecke gelegt, dabei den Bach als Löschwasserquelle angezapft. Alles gleichzeitig, alles routiniert.

Manöverkritik am Schluss

"Gute Leistung", lobt Einsatzleiter Thomas Schwarz nach Einsatzende. Das sieht auch Kreisbrandmeister Bernd Schramm so. Die Nachbesprechung ist kurz, mögliche Verbesserungen werden intern ausgefeilt. Da bleibt Ortssprecher Wolfgang Herold nur ein "herzliches Vergeltsgott" für die Arbeit der ehrenamtlichen Retter.

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