Kronach
kronach.inFranken.de  Die Kronacher Morbus- Bechterew-Gruppe feierte 20-jähriges Bestehen.

Gemeinsam neuen Mut schöpfen

Die DVMB -Gruppe Kronach (Deutsche Vereinigung Morbus Bechterew e.V.) besteht seit 20 Jahren. Der engagierte Hilfs- und Selbsthilfeverein bietet ein vielfältiges Beratungs- und Bewegungsangebot. Das J...
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Die Gründungsmitglieder mit Gruppensprecher Eberhard Dunst (links) und stellv. Gruppensprecherin Beate Rebhan (rechts) Foto: Heike Schülein
Die Gründungsmitglieder mit Gruppensprecher Eberhard Dunst (links) und stellv. Gruppensprecherin Beate Rebhan (rechts) Foto: Heike Schülein

Die DVMB -Gruppe Kronach (Deutsche Vereinigung Morbus Bechterew e.V.) besteht seit 20 Jahren. Der engagierte Hilfs- und Selbsthilfeverein bietet ein vielfältiges Beratungs- und Bewegungsangebot. Das Jubiläum wurde in geselliger Runde gefeiert.

Morbus Bechterew ist eine chronisch entzündliche Erkrankung, die vor allem die Wirbelsäule, aber auch periphere Gelenke betrifft. Die Betroffenen werden von stetigen Schmerzen geplagt, die nicht immer gleich stark sind, kommt die Krankheit doch in Schüben. Die mittlerweile über 50 Mitglieder der vor 20 Jahren gegründeten Gruppe Kronach lassen sich aber nicht unterkriegen. "Bechterew'ler brauchen Bewegung, Begegnung und Beratung und nur gemeinsam sind wir stark" lautet ihr Motto. Dieser Leitspruch zog sich wie ein roter Faden durch die Jubiläumsfeier im Gasthof Schmidt in Wötzelsdorf.

In seiner Ansprache erinnerte sich Eberhard Dunst, von Beginn an erster Gruppensprecher, an die Anfänge. Im November 1998 hatte ihm der damalige Landes- und spätere Bundesvorsitzende Franz Gadenz mitgeteilt, dass er aufgrund der vielen Bechterew-Erkrankten im Landkreis Kronach die Gründung einer eigenen Gruppe beabsichtige. Da der Neuseser, als selbst Betroffener, damals schon länger Mitglied bei der DVMB gewesen war und seine Gymnastik in der Coburger beziehungsweise Bamberger Gruppe absolvierte, habe ihn Gadenz um Unterstützung bei seinem Vorhaben gebeten. Nach den gemeinsamen Vorbereitungen stellte sich am 10. Juni 1999 die DVMB bei einem Informationsabend der Landkreis-Bevölkerung im Gasthaus Richter in Neuses vor. Anwesend waren 32 Personen. Am Ende der Veranstaltung gab DVMB-Geschäftsführer Ludwig Hammel bekannt, dass mit Eberhard Dunst als Gruppensprecher die neugegründete Gruppe zur Verfügung stehe. "Hiervon hatte ich zuvor allerdings nichts gewusst", verdeutlichte Eberhard Dunst.

Dennoch machten er und seine Ehefrau Vera sich ans Werk, die ersten Kontakte und sonstigen notwendigen Maßnahmen für eine Gruppenarbeit zu treffen. Am 16. September 1999 erfolgte bereits die erste Krankengymnastik in den Räumen der Praxis Heller und Föhrweiser in Kronach mit neun Teilnehmern. Danach verlegte man die Stätte für die Trockengymnastik in die Sporthalle Neuses. Die Warmwassergymnastik fand zunächst im Becken im Kronacher Krankenhaus statt; mittlerweile wird sie im Bewegungsbad der Kronacher Lebenshilfe abgehalten.

805 Therapie-Einheiten

In den vergangenen Jahren wurden 805 Therapie-Einheiten absolviert. Die Leitung haben eigens hierfür ausgebildete Therapeutinnen - in den ersten zehn Jahren Ilona Grüter; nunmehr, ebenfalls seit zehn Jahren, Sabrina Kretz. Des Weiteren steht mit Katrin Fritzsche eine zusätzliche Therapeutin zur Verfügung.

Zum festen Programm der Gruppe gehören auch zahlreiche Fachvorträge von Ärzten und Apothekern. Großen Wert legt man auf außertherapeutische Maßnahmen, in die auch die Partner einbezogen werden, wie beispielsweise gemeinsame Feiern und Feste, Familien-Wanderungen sowie alljährlich stattfindende Studienfahren in verschiedene Bäder beziehungsweise Kliniken mit Arztvorträgen und anschließenden Besichtigungen von Städten oder Sehenswürdigkeiten.

Zu den Aufgaben von Eberhard Dunst und seiner Stellvertreterin Beate Rebhan zählen weiter die Zusammenarbeit mit Organisationen und Verbänden, jährliche Aus- und Fortbildungen, das gesamte Abrechnungsverfahren mit den Krankenkassen, Therapeuten, Hallenbetreibern usw., Patientengespräche, Krankenbesuche, Gratulationen sowie das Erstellen von Therapieplänen.

Unverzichtbare Hilfe

"Wer mit Mitgliedern spricht, versteht ganz schnell, was Selbsthilfegruppen für den Einzelnen bedeuten. Hier trifft man auf Menschen mit ähnlichen Beeinträchtigungen, die Verständnis für die eigene Lage haben. Hier kann man Probleme des Alltags gemeinsam lösen und sich über neue Therapieangebote informieren. Sie stiften Gemeinschaft und Lebensfreude und tragen dazu bei, dass Menschen neuen Mut schöpfen, um wieder am Leben teilzunehmen", verdeutlichte er, dass Selbsthilfegruppen auch in Zukunft unverzichtbar seien.

Stellvertretende Gruppensprecherin Beate Rebhan dankte Eberhard Dunst für seine 20-jährige engagierte Tätigkeit als Gruppensprecher. Sie erinnerte dabei an die ständigen Herausforderungen mit dem Bundes- und Landesverband, den Krankenkassen, Ärzten, Ämtern und Behörden, die Organisation der wöchentlichen Trocken- und Wassergymnastik, vor allem aber der Kampf um die Finanzierung der Gruppe.

Nach den beiden Ansprachen der Gruppensprecher wurden die anwesenden Gründungsmitglieder mit der seltenen, hohen Auszeichnung der Morbus-Bechterew-Briefmarke geehrt und zudem mit jeweils einem Blumenstrauß und Einkaufsgutscheinen bedacht. Mit einer Urkunde und einem Blumenstrauß wurde auch der Physiotherapeutin Sabrina Kretz für ihre zehnjährige Tätigkeit bei der Kronacher Gruppe gedankt. hs

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