Weisendorf
Wohnungsbau

Gemeinde will Gewobau-Land beitreten

In der Region ist bezahlbarer Wohnraum Mangelware, das trifft auf die Stadt Erlangen ebenso zu wie auf das weitere Umland. Zur Sitzung des Weisendorfer Geme...
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In der Region ist bezahlbarer Wohnraum Mangelware, das trifft auf die Stadt Erlangen ebenso zu wie auf das weitere Umland. Zur Sitzung des Weisendorfer Gemeinderates stellte die CSU-Fraktion deshalb den Antrag, über den Beitritt zur Wohnungsbaugesellschaft Gewobau-Land zu diskutieren, um den sozialen Wohnungsbau voranzutreiben. Bürgermeister Heinrich Süß (UWG) hatte dazu den Gewobau-Geschäftsführer Gernot Küchler eingeladen.
Dieser erklärte, dass die Gewobau Erlangen ins Umland gehe, weil es in Erlangen kaum mehr Wohnbauflächen gebe. Nach Gesprächen mit dem Landratsamt, das dem Vorhaben sehr positiv gegenüberstehe, will sich die Erlanger Gesellschaft kreisweit ausdehnen. In Erlangen hat die Gewobau über 8000 Wohnungen, davon gut 3000 im sozialen Wohnungsbau.


Einflussmöglichkeiten bleiben

Die Gesellschaft Gewobau-Land befinde sich gerade in Gründung, und wie Küchler berichtete, beteiligen sich bis jetzt acht Landkreisgemeinden an der Gesellschaft und drei weitere Kommunen hätten ihr Interesse bekundet. Stadt und Umland sollten Hand in Hand arbeiten, um das Problem der Wohnungsnot anzugehen, so lautet der allgemeine Tenor der beteiligten Gemeinden. In Baiersdorf und Spardorf werden derzeit bereits Wohnbauprojekte verwirklicht. Die Gemeinden können sich an der Gesellschaft beteiligen und dadurch selbst Wohnbauprojekte auf den Weg bringen. "Das Modell der Gewo-Land sichert der jeweiligen Kommune ihre Möglichkeiten des Einflusses wie bei der Vermietung, zugleich profitiert sie von den Erfahrungen und dem Know-how der Gewobau", erklärte Küchler.
"Besteht in Weisendorf überhaupt Bedarf?", fragte Friedrich Mümmler (FW). Für ihn sei die Diskussion wie mit der Tür ins Haus zu fallen. "Es gibt auch in Weisendorf Familien und Personen, die bezahlbaren Wohnraum brauchen, der Bedarf ist da", erklärte der Bürgermeister.
Auch die Frage, ob das die Gemeinde nicht selbst machen könne, verneinte der Bürgermeister. Man solle seiner Meinung nach auf die Erfahrungen der Gewobau zurückgreifen, denn die Gemeinde sei dazu verwaltungstechnisch überhaupt nicht eingerichtet.
Die Miethöhe bezifferte Küchler zwischen 4,80 und 6,80 Euro je Quadratmeter, und vom Staat gebe es dazu eine Förderung. Die Wohnungen seien überwiegend für mittlere Einkommen gedacht sowie für Senioren. Günther Vogel (BWG/FW) wollte eine Vertagung des Beschlusses, musste sich aber vom Bürgermeister sagen lassen, dass das sowieso nicht vorgesehen sei. Die Gründung der Gesellschaft ist für Anfang Mai vorgesehen, und der Beschluss zum Beitritt sollte im März gefasst werden. "Eine Beteiligung (= Gesellschafter) des Marktes Weisendorf an der Gewobau-Land wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt angestrebt", stand im Beschlussvorschlag, der dann gegen eine Stimme angenommen wurde.
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