Die Lonnerstadter Räte hoffen, dass der Flächennutzungsplan für das neue Gewerbegebiet "Edelgraben II" jetzt endlich in trockenen Tüchern ist. In der Sitzung, die Zweite Bürgermeisterin Regina Bruckmann (FW) leitete, wurde mit dem Feststellungsbeschluss das Verfahren abgeschlossen. Ganz so sicher sind sich Verwaltung und Ratsgremium aber nicht. Denn die aktualisierte Begründung für das neue Gewerbegebiet muss erst noch den Segen der zuständigen Genehmigungsstelle im Landratsamt finden. Alle übrigen Träger öffentlicher Belange hatten keine Einwände mehr. Bevor es soweit war, musste eine einvernehmliche Lösung mit Landratsamt, Planungsverband und Regierung gefunden werden. Von diesen Stellen wurde ein Bedarfsnachweis für die Ausweisung des neuen, 3,8 Hektar großen Gewerbeareals gefordert.


Behörden wollten Plan aufheben

Denn es gibt bereits einen seit 2006 rechtskräftigen Bebauungsplan für ein Gewerbegebiet, den "Edelgraben I", der bislang aus wirtschaftlichen Gründen nicht umgesetzt wurde. Diesen sollte die Gemeinde - nach Meinung der Behörden - aufheben. Die Räte hatten sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, kamen aber zu dem Entschluss, die Gewerbeflächen im "Edelgraben I" beizubehalten. Jetzt wurde offensichtlich ein Kompromiss gefunden, mit dem man in Lonnerstadt leben kann: Der bestehende alte Bebauungsplan "Edelgraben I" soll von 4,7 Hektar auf drei Hektar reduziert werden.
Bürgermeister Stefan Himpel (FW) hatte zu den Einwänden der Behörden Stellung bezogen und eine Begründung für die Neuausweisung vorgelegt. Lonnerstadt sei eine prosperierende Gemeinde. 26 neue Bauplätze am westlichen Ortsrand seien innerhalb von drei Monaten verkauft worden. Weitere 39 Grundstücke für Wohnbebauung seien vorgesehen. In Ailsbach sei die Gemeinde in der Planung. In Fetzelhofen habe sie die neuen Bauplätze in kürzester Zeit verkauft. Laut Himpel ist damit zu rechnen, dass unter den vielen Neu-Lonnerstadtern auch Gewerbetreibende sind, die nach geeigneten Grundstücken suchen.
In seiner Begründung weist Himpel darauf hin, dass es für die Marktgemeinde dringend notwendig ist, gewerbliche Vorbehaltsflächen zu haben. Das (im Verfahren befindliche) Gewerbegebiet "Edelgraben II" sei durch die Planungen des Eigentümers und weitere Anfragen von Gewerbetreibenden bereits belegt. Während der Umsetzung des neuen Gewerbelands seien weitere Interessenten für ein Gewerbegrundstück zu erwarten. Deshalb seien beide Gewerbegebiete erforderlich, so dass die Marktgemeinde auch am "Edelgraben I" festhalte.