Burgpreppach

Gemeinde bürgt für Dorfladen

Der Ausstieg der Arbeiterwohlfahrt als Betreiber stellte das Projekt "Lädla" in Burgpreppach vor ein neues Problem, das mit einer Bürgschaft über 90 000 Euro gelöst wurde.
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Nicht im Regen stehen lässt die Gemeinde Burgpreppach den Dorfladen "Lädla" und übernahm eine Bürgschaft über 90 201 Euro.  Foto: Helmut Will
Nicht im Regen stehen lässt die Gemeinde Burgpreppach den Dorfladen "Lädla" und übernahm eine Bürgschaft über 90 201 Euro. Foto: Helmut Will

Helmut Will Den Dorfladen in Burgpreppach gibt es im ehemaligen Gasthaus Böswillibald in Burgpreppach seit November 2017. In knapp zwei Jahren wurde er "aus dem Boden gestampft". Bei der Einweihung waren alle zufrieden. Der Verein Heimat- und Kulturtreff Burgpreppach mit Marion Fleischmann an der Spitze wurde 2016 gegründet und war maßgeblich beteiligt. 2017 kam dann die Arbeiterwohlfahrt (Awo) als Betreiber mit ins Boot.

Damals hatte Christoph von Hugo, ein Förderer des Projektes, gesagt, dass die erste Etappe geschafft sei und es nun gelte, "das Unternehmen Lädla" mit Leben zu erfüllen und es weiterzuentwickeln. Nun aber, nachdem sich die Awo als Betreiber zurückgezogen hat, scheint alles etwas "ins Schlingern" gekommen zu sein. Der Gemeinderat der Marktgemeinde musste sich bei seiner Sitzung am Donnerstagabend mit einer Ausfallbürgschaft befassen, die mit 90 201 Euro beziffert wurde.

Wie dazu der Geschäftsleiter der VG Hofheim, Andreas Dellert, erläuterte, sollte die Awo zuletzt Fördermittel in Höhe von 105 000 Euro vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) erhalten, die jedoch nicht ausbezahlt wurden. Und hier kommt wieder der Verein Heimat- und Kulturtreff Burgpreppach ins Spiel, der das "Lädla" nun weiterführen soll. Allerdings müsse die Gemeinde die Bürgschaft übernehmen, damit das Geld vom ALE fließen könne.

Hier warf ein Gemeinderat ein, dass in einem älteren Beschluss stehe, dass der Verein als Betreiber nicht bezuschusst werden könne. Dem trat Zweiter Bürgermeister Günther Stottele entgegen, indem er darlegte, dass alles geprüft sei und seine Ordnung habe. Die Diskrepanz von 105 000 zu 90 201 Euro erklärte Geschäftsführer Dellert damit, dass es sich um eine Restsumme handele.

Der Marktgemeinderat beschloss, für die Summe von 90 201 Euro zu bürgen, und ermächtigte Bürgermeister Hermann Niediek (CSU), das Erforderliche in die Wege zu leiten.

Nahwärmenetz soll wachsen

Für die Engergiegenossenschaft Hohnhausen, die im Februar 2018 gegründet wurde, stellte Torsten Baumgärtner dem Gemeinderat das Projekt zu einer Erweiterung vor. Er verwies auf die Biogasanlage von Ralf Gleichmann mit einem Nahwärmenetz von zwölf Anschlussteilnehmern. Auch weitere Anschlüsse könnten am Nahwärmenetz erfolgen. "Es wurde eine Wirtschaftlichkeitsberechnung vorgenommen, die erfolgreich verlief", sagte Baumgärtner. Daher sei es wirtschaftlich sinnvoll, eine Erweiterung des Nahwärmenetzes vorzunehmen.

Ausschreibungen über den Landkreis Haßberge brachten nicht das gewünschte Ergebnis, da die Kosten um das Dreifache höher waren, als man sich vorgestellt hatte. "Wir haben deshalb eine Neuplanung mit Rohrnetz außerhalb der Kreisstraße geplant und eine Ausschreibung in Eigenregie durchgeführt", erläuterte Torsten Baumgärtner. Voraussetzungen zur Verwirklichung des Projekts sei eine Mindestbeteiligung von Anschlussteilnehmern, um das Netz kostengünstig betreiben zu können. Es müsse die Wärmeabnahme zehn Jahre garantiert werden können und in dieser Zeit müsse auch die Finanzierung abgeschlossen sein.

Durchgeführt wurde eine Wärmebedarfsermittlung und Baumgärtner nannte Kosten. Demnach würden als einmalige Anschlussgebühr pro Anschluss 5000 Euro fällig und eine monatliche Grundgebühr von 30 Euro. Den Preis für die Kilowattstunde bezifferte er mit 7,5 Cent, worin auch eine Rücklage enthalten sei. Diese könne eventuell wieder ausgeschüttet oder der Abnahmepreis gesenkt werden. In einem Kostenvergleich mit Öl-, Holz- oder Pelletheizungen liege man günstig.

Die Gesamtinvestition bezifferte Torsten Baumgärtner mit 631 443 Euro, wobei mit einer Fördersumme von 245 680 Euro gerechnet werde. Nach Ausschöpfung weiterer Fördermöglichkeiten und Genossenschaftseinlagen blieben 225 763 Euro zur Finanzierung übrig.

Das letzte Wort sei noch nicht gesprochen, was die Gebühren betrifft, und es müssten 30 Haushalte mitmachen, die 150 000 Euro Einlagen bringen.

Anschlussnehmer sollte auch die Gemeinde sein, wobei sich Baumgärtner vorstellte, dass sich diese mit der Schule und dem Feuerwehrhaus in Hohnhausen beteiligt. Nach zehn Jahre könnten die Genossen, so sie möchten, wieder ausscheiden.

Gemeinderat Bertram Reuß, ehemaliger Kreisbrandmeister, gab zu bedenken, dass, sollte das Feuerwehrhaus in Hohnhausen beheizt werden, auch andere nachziehen könnten. "Überall ist es sicher nicht möglich, Feuerwehrhäuser generell zu heizen, und das ist auch nicht notwendig", sagte Reuß.

Auch Bürgermeister Hermann Niediek sprach sich dagegen aus und sprach sogar von einem "Schildbürgerstreich", würde man das Feuerwehrhaus heizen. "Die Schule ja, aber nicht das Feuerwehrhaus", sagte der Bürgermeister. Weitere Gemeinderäte sahen eine Chance, die Substanz des Feuerwehrhauses aufwerten zu können - und das fast zum Nulltarif.

Mit sechs zu sechs Stimmen wurde dagegen votiert, das Feuerwehrhaus an das Nahwärmenetz anzuschließen. Das Remis ist nicht die erforderliche Mehrheit, weshalb der Anschluss abgelehnt ist. Einstimmig beschlossen wurde, die ehemalige Schule anzuschließen.

Abgelehnt wurde vom Gremium der Erlass einer Einbeziehungssatzung für eine Teilfläche in der Gemarkung Leuzendorf. Der Antrag kam von einer Privatperson. Bürgermeister Hermann Niediek meinte, dass es in Leuzendorf genügend Bauplätze gebe.

Mehr Platz wird für den Kindergarten in Burgpreppach aufgrund der steigenden Kinderzahlen nötig. Einstimmig wurde im Rat beschlossen, den Kindergarten entsprechend den Erfordernissen zu erweitern.

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