Ahorn
Haushaltsplan

Gemeinde Ahorn investiert heuer 7,7 Millionen Euro - "eine irre Summe"

Mehr als 7,7 Millionen Euro werden in diesem Jahr in Ahorn investiert - in die drei Großprojekte, aber auch in die Feuerwehren, in die Straßensanierung und in den Friedhofsumbau. Ein historisches Gesa...
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Bürgermeister Martin Finzel (rechts) gratuliert Wolfgang Harnauer zum Jubiläum 40 Jahre im öffentlichen Dienst, davon 26 Jahre bei der Gemeinde Ahorn. Vor allem Harnauers Einsatzbereitschaft als Wasserwart bei plötzlichen Störfällen findet hohe Anerkennung. Foto: Gabi Bertram
Bürgermeister Martin Finzel (rechts) gratuliert Wolfgang Harnauer zum Jubiläum 40 Jahre im öffentlichen Dienst, davon 26 Jahre bei der Gemeinde Ahorn. Vor allem Harnauers Einsatzbereitschaft als Wasserwart bei plötzlichen Störfällen findet hohe Anerkennung. Foto: Gabi Bertram

Mehr als 7,7 Millionen Euro werden in diesem Jahr in Ahorn investiert - in die drei Großprojekte, aber auch in die Feuerwehren, in die Straßensanierung und in den Friedhofsumbau. Ein historisches Gesamtwerk nennt deshalb Bürgermeister Martin Finzel (parteilos) den Haushaltsplan 2019, der am Dienstagabend im Gemeinderat mit großer Mehrheit auf den Weg gebracht wurde. Damit setze die Gemeinde weiterhin ihre strategischen Projekte im Bereich Bildung, Kultur und Sicherheit konsequent um, investiere darüber hinaus auch in die Feuerwehren und in den Straßenbau sowie in weitere infrastrukturell weitreichende Projekte wie beispielsweise den Depotneubau des Gerätemuseums.

Mit den aktuell rund 4,78 Millionen Euro im Vermögenshaushalt und den Haushaltsausgaberesten vom Vorjahr in Höhe von mehr als drei Millionen Euro "können wir mehr als 7,7 Millionen Euro verbauen - das ist eine irre Summe". Dazu komme, dass die Gemeinde für die laufenden Investitionsvorhaben Fördergelder von EU, Bund und Land in Höhe von 4,2 Millionen Euro erwarte, eine immens hohe Bezuschussung, die einer intensiven Verwaltungsarbeit geschuldet sei.

Im Verwaltungshaushalt stehen 8,15 Millionen Euro zu Buche - ein Zuwachs um 5,64 Prozent gegenüber dem Vorjahr, der vor allem auf gestiegenen Steuereinnahmen und höheren Finanzausgleichsleistungen basiert. Auch deshalb kommt man im Jahr 2019 ohne Neuverschuldung aus und kann über eine Million Euro vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt transferieren.

Die größten Brocken

Die großen Brocken sind der Neubau des Lehrschwimmbeckens, in das allein 2019 über zwei Millionen Euro fließen, der Umbau des Freizeitzentrums Witzmannsberg (2,6 Millionen) und der Umbau des Schusterbaus an der Grundschule mit rund einer Million Euro. Hier vereinen sich aktuelle Haushaltsmittel mit Haushaltsresten des Vorjahres. 500 000 Euro sind für den Depotneubau am Gerätemuseum geplant, wobei die Hauptinvestitionen erst 2021 und 2022 folgen. Investiert wird zudem in den Umbau des Friedhofes Ahorn sowie in die Sanierung des Fleckenweges in Eicha und der Ringstraße in Ahorn.

Im Vorfeld der Haushaltsdebatte hatte der Gemeinderat einen Grundsatzbeschluss zu weiteren Investitionsmaßnahmen im Bereich der Feuerwehren gefasst, der seinen Niederschlag im 2019er Haushalt bereits gefunden hat. Die Feuerwehr Ahorn wird als Ersatz des 38 Jahre alten Löschfahrzeugs ein neues Fahrzeug erhalten. Dafür sind 2020 zunächst 30 000 Euro, 2021 dann 450 000 Euro vorgesehen. Für die Feuerwehr Schorkendorf-Eicha steht der Neubau eines Feuerwehrhauses mit Erweiterungsoption auf dem Plan. Schrittweise sollen dafür bis 2023 insgesamt über 1,1 Millionen Euro investiert werden.

Schuldenstand: 2,7 Millionen Euro

Zum Ende des Haushaltsjahres wird der Schuldenstand der Gemeinde bei 2,7 Millionen Euro (644,49 Euro pro Kopf) liegen. Damit, dass die Schulden der Gemeinde in den vergangenen Jahren fast vollständig getilgt wurden, erklärte Finzel, habe man nun den Rücken frei für die neuen strategischen Projekte. Und die werden mit dem Finanz- und Investitionsplan bis 2022 fortgeführt: Von 2020 bis 2022 sollen Investitionen in Höhe von 9,3 Millionen Euro erfolgen. "Zum heutigen Planungsstand", sagte Finzel, "ebenfalls ohne neue Kreditaufnahmen."

Neben den genannten Investitionen für die Feuerwehren stehen in diesem Zeitraum unter anderem der barrierefreie Umbau des Rathauses, der Neubau des Depots, die Generalsanierung der Grundschule und die Fertigstellung der Großprojekte auf dem Plan. Im Bereich der Gemeindewerke geht es um Investitionen im Bereich der Wasserversorgung, um die Druckleitung von Wohlbach nach Schafhof, um die Ertüchtigung des Regenüberlaufbeckens in Witzmannsberg-Eicha und um die Erneuerung der elektronischen Netzüberwachung.

Die Fraktion CSU/Bürgerverein, kommentierte Fraktionsvorsitzender Udo Bohl, stimme dem Haushalt in allen Bestandteilen zu. Insgesamt werde damit die Lebensqualität für die Bürger spürbar erhöht.

Auch die Fraktion SPD/Freie Wähler/Grüne, erklärte Vize-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Beyer, sehe diesen Haushalt als Meilenstein in der Geschichte der Gemeinde. Man stelle die richtigen Weichen für den Bildungsstandort Ahorn.

Beide Fraktionen lobten Bürgermeister und Verwaltung für ihre Arbeit und ihr Engagement bei der Fördermittelakquise. Eingeschlossen war hier auch Kämmerer Ulrich Platsch.

Zwei Gegenstimmen

In der Fraktion SPD/FW/Grüne gab es allerdings auch zwei Gegenstimmen von Nicole Dejosez und Matthias Aust. Die Kritik am Haushalt begründete Aust mit deutlich gestiegenen Kosten beim "Investitionsschwerlaster" Freizeitzentrum Witzmannsberg. Der Einzelplan 5, sagte Aust, sehe 400 000 Euro für die Gestaltung der Außenanlagen am Freizeitzentrum vor. Für die Jahre 2020 und 2021 seien planerisch jeweils weitere 200 000 Euro eingestellt. Auch wenn Investitionszuweisungen von rund 500 000 Euro in Aussicht gestellt seien, müsse die Gemeinde mindestens 300 000 Euro Eigenmittel aufbringen. "Angesichts der Kostenentwicklung der Baumaßnahme Freizeitzentrum sind diese Ansätze aus meiner Sicht nicht vertretbar."

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