Bad Bocklet

Gemeinde ändert Wassergebühren

Ab Januar 2020 verteuert sich das Frischwasser pro Kubikmeter um 30 Cent, auch die Grundgebühr wird erhöht. Die Abwasserentsorgung wird dagegen um 29 Cent pro Kubikmeter billiger.
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Sigismund von Dobschütz Mit einer guten und einer schlechten Nachricht musste sich der Bad Bockleter Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstag beschäftigen. Die gute Nachricht zuerst: Die Abwasserentsorgung wird ab Januar um 29 Cent pro Kubikmeter billiger, und die Grundgebühr bleibt unverändert. Die schlechte Nachricht ist aber, dass die Versorgung mit Frischwasser sich pro Kubikmeter um 30 Cent verteuert, und auch die Grundgebühr erhöht wird. Der Gemeinderat stimmte den für die kommenden drei Jahre gültigen Vorschlägen in beiden Fällen einstimmig zu.

Als Grundlage zur Beratung hatte Kämmerer Patrick Könen den Gemeinderäten eine bis in Einzelheiten gehende Abrechnung des jetzt auslaufenden Gebührenzeitraums 2017 bis 2019 sowie seine ebenso detaillierte Kalkulation für die kommenden drei Jahre vorgelegt. Daraus war ersichtlich, dass sich bei der Abwasserentsorgung in den drei Vorjahren ein Einnahmeüberschuss von knapp 255 300 Euro ergeben hatte, was für sich gerechnet eine Gebührenminderung von 35 Cent pro Kubikmeter Abwasser gerechtfertigt hätte. Dem gegenüber steht allerdings ein kalkulierter Fehlbetrag von durchschnittlich 332 000 Euro pro Jahr im kommenden Berechnungszeitraum der Jahre 2020 bis 2022. Daraus errechnet sich bei unveränderter Grundgebühr insgesamt eine Gebührenminderung von nur noch 29 Cent.

Der Gemeinderat folgte deshalb dem Vorschlag der Verwaltung, die Gebühren von bisher 1,64 Euro in den kommenden drei Jahren bis 2022 auf nur noch 1,35 Euro pro Kubikmeter zu senken.

Auf Fehlbetrag verwiesen

Auf Basis entsprechender Ergebnisrechnung und Kalkulation für die Frischwasserversorgung verwies Kämmerer Könen auf den in den vergangenen drei Jahren erwirtschafteten Fehlbetrag von fast 31 500 Euro, was einer Gebührenerhöhung von 22 Cent pro Kubikmeter bedeuten würde. Da allerdings auch in den kommenden drei Jahren mit einem Fehlbetrag von durchschnittlich knapp über 100 000 Euro zu rechnen ist, muss nach Kalkulation des Kämmerers die Gebühr sogar um 30 Cent von bisher 1,80 Euro auf 2,10 Euro pro Kubikmeter in den Jahren 2020 bis 2022 erhöht werden, um den gesamten Fehlbetrag ausgleichen zu können. Selbst diese Erhöhung reicht nur dann aus, wenn die Grundgebühr je nach Verbrauch gestaffelt ebenfalls erhöht wird. Für die meisten Haushalte bedeutet dies, dass die bisherige Grundgebühr von 55 Euro auf 80 Euro erhöht werden muss, um damit die gemeindlichen Vorhaltekosten in Höhe von 74 000 Euro wenigstens zu 50 Prozent decken zu können. Auch in diesem Fall folgte der Gemeinderat dem Vorschlag der Verwaltung einstimmig und genehmigte sowohl die Erhöhung des verbrauchsabhängigen Gebührensatzes als auch der Grundgebühr für die kommenden drei Jahre ab Januar.

Möglichen Kritikern der Gebührenerhöhung auf nun 2,10 pro Kubikmeter gab Bürgermeister Andreas Sandwall (CSU) zu bedenken: "Unser Trinkwasser hat eine ausgezeichnete Qualität. Jeder sollte sich mal ausrechnen, was er im Supermarkt für einen Kubikmeter Wasser zu zahlen hätte."

Diskussion um Gerätehalle

Bauvoranfragen oder Bauanträge werden in Gemeinderäten gewöhnlich ohne längere Diskussion "durchgewunken", sofern die vorgeschriebenen Bedingungen des Bebauungsplans erfüllt oder gewünschte Befreiungen davon aus Sicht des Ratsgremiums annehmbar sind. Doch am Dienstag gab die Bauvoranfrage eines Bauherrn, die schon einmal zurückgestellt worden war, Anlass zu längerer Diskussion. Dieser Bauherr will in Aschach eine ganz gewöhnliche Holz- und Gerätehalle errichten. Da für das Grundstück an der Aschach kein Bebauungsplan besteht und sich die Halle nach Aussage des Bauamts in die nähere Umgebung einfügen würde, gibt es für das Ratsgremium eigentlich keinen Grund, die Zustimmung zu verweigern. Allerdings fehlen noch die schriftlichen Stellungnahmen des Wasserwirtschaftsamtes und des Landratsamtes als übergeordnete Genehmigungsbehörde.

Doch trotz der Grundstückslage im Überschwemmungsgebiet der Aschach hatte das Wasserwirtschaftsamt bereits in einem Vorgespräch wegen der abseitigen Lage der Halle direkt an der Straße keine Probleme gesehen. Die direkte Lage an der Straße störte nun aber einige Gemeinderäte, da alle Nachbarhäuser etwas zurückgesetzt stehen. Deshalb genehmigte das Ratsgremium nach langer Diskussion zwar den Bau der Halle, vorbehaltlich der Zustimmung beider Behörden, machte dem Bauherrn aber zur Auflage, seine Halle um 1,5 Meter von der straßenseitigen Baugrenze abzurücken.

Fahrzeug-Kauf für den Bauhof

Nachdem in nichtöffentlicher Sitzung die Aufträge zur Anschaffung von drei Fahrzeugen an die BayWa Bad Brückenau vergeben worden waren, wurde dies jetzt auch öffentlich bekannt gegeben. Demnach werden für den Bauhof ein Allzweckfahrzeug Fendt 211 P Vario mit Kamerasystem, Schneepflug, Anbaustreuer, Palettengabel und Schaufel sowie ein Böschungsmäher mit Heckenanbaugerät und ein Tandem-Dreiseitenkipper im Gesamtwert für insgesamt knapp 198 000 Euro gekauft.

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