Hiltpoltstein

Geld in Kläranlage pumpen?

Auch für Kläranlagen gibt es energetische Effizienzberechnungen. Der Marktgemeinderat Hiltpoltstein diskutierte, ob es sinnvoll ist, dafür Geld auszugeben.
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Die Kläranlage mit Bauhof in Hiltpoltstein  Foto: Petra Malbrich
Die Kläranlage mit Bauhof in Hiltpoltstein Foto: Petra Malbrich
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Gibt es noch Möglichkeiten, Energie zu sparen, oder ist bereits alles ausgeschöpft? Die Gemeinde Hiltpoltstein ist bereits Mitglied in der "Energieregion südliche Fränkische Schweiz". Nun bietet das Institut für Energietechnik (IfE), ein Ableger der Uni Weiden, die Teilnahme am Energieeffizienznetzwerk für Kommunen an.
Bezuschusst werden energetische Effizienzberechnungen für Kläranlagen oder auch für Solaranlagen, wenn eine Gemeinde wissen möchte, wo so eine Anlage noch zu Einsparungen führen kann. "Die Energieregion Fränkische Schweiz überprüft Einsparmöglichkeiten, macht aber keine Wirtschaftlichkeitsrechnung", erklärt Bürgermeisterin Gisela Bauer-Schulze (BfH) den Unterschied und findet das gerade für die Kläranlage interessant.


Die Kosten

Kostenlos ist es natürlich nicht. Um die Vorteile zu erhalten, muss die Gemeinde einen Vertrag mit dem Institut für Energietechnik schließen. Für die Netzwerktreffen, an denen auch die Bürgermeister und Verwaltungsangestellte teilnehmen, muss Hiltpoltstein im ersten Jahr 750 Euro, in den beiden Folgejahren je 1200 Euro bezahlen. Eine energietechnische Beratung kostet im ersten Jahr 4800 Euro, 4000 Euro in jedem der beiden Folgejahren.
Sowohl Landkreis Forchheim als auch die Stadt Forchheim sind seit 2016 Mitglied in einem der ersten Netzwerke Deutschlands. Auf 16 000 Euro gesamt kommt Gerhard Prütting (FW), wenn er die Kosten zusammenzählt. "Wo haben wir so viel einzusparen?", wundert er sich.


Blick nach Obertrubach

Die Bürgermeisterin meint, das Netzwerk könne interessant werden, da es künftig schwierig würde, den Klärschlamm zu entsorgen. Der benachbarte Abwasserzweckverband Obertrubach mache sich deswegen schon Gedanken. Dort sei man nur aus diesem Grund dem Netzwerk beigetreten.
"Was den Klärschlamm betrifft: Das können wir selbst ausrechnen", sagte Zweiter Bürgermeister Georg Potzner (CSU). Sein Fraktionskollege Gerhard Leistner (CSU) fügte an, dass es dafür zu gegebener Zeit dann eigene Programme gebe. "100 000 Euro für vier Gemeinden bei der Energieregion sind auch kein Pappenstil", sagte Potzner, der nicht begeistert war, weiter Geld dafür auszugeben.


Sache "zu undurchsichtig"

Dritte Bürgermeisterin Gisela Geldner (FW) würde zudem gerne den Vertrag lesen, bevor die Gemeinde zustimmt. So sei die Sache zu undurchsichtig. Der Grundtenor der Räte war eher gegen eine Vertragsunterzeichnung. So meint auch Sebastian Heinze (BfH), dass die große Baustelle Sanierung der Turnhalle in Sachen Energieeinsparung optimal bestellt sein dürfte, da ein Energieberater eingebunden ist. Ob sich die Mitgliedschaft dann rechne, zweifelt Heinze an.
Auch Harald Engel (CSU) ist dieser der Meinung. Da der Vertrag mit dem Netzwerk auf drei Jahre begrenzt sei, dürfte angesichts der großen Projekte kein Potenzial mehr frei sein. Da man nachträglich nicht mehr Mitglied werden könne und bevor sich die Gemeinde etwas verbaue, plädiert Siegfried Völkel (CSU) für Zustimmung. Aussteigen könne die Gemeinde immer noch. Abstimmen lassen wollte Gisela Bauer nicht, sondern nahm den Vorschlag der Dritten Bürgermeisterin an. Die Bürgermeisterin wird zu dem nächsten Treffen mit dem Netzwerk gehen, um den Räten mehr Informationen liefern zu können. Das Thema wurde deshalb vertagt.
Außerdem wurde bekannt gegeben: Die Straße im neuen Baugebiet "Kirschgarten" wird am 18. Juni asphaltiert.


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