LKR Haßberge

Gelbe Tonne in der Warteschlange

Der Umweltausschuss stimmt für die direkte Einführung der gelben Tonne, ein Bürgerentscheid wäre damit hinfällig. Das letzte Wort dazu spricht allerdings der Kreistag Haßberge, vermutlich im Dezember.
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Der Landkreis Haßberge hat bislang drei Tonnen (Bio, Papier- und Restmüll) im Holsystem zur Verfügung, kommt jetzt bald auch die Gelbe Tonne hinzu? In anderen Regionen Deutschlands (dieses Bild wurde aufgenommen in Heidelberg) ist das längst üblich. Foto: Wikipedia/3268zauber
Der Landkreis Haßberge hat bislang drei Tonnen (Bio, Papier- und Restmüll) im Holsystem zur Verfügung, kommt jetzt bald auch die Gelbe Tonne hinzu? In anderen Regionen Deutschlands (dieses Bild wurde aufgenommen in Heidelberg) ist das längst üblich. Foto: Wikipedia/3268zauber

Andreas Lösch Ob man sich darauf verlassen kann, dass der Kreistag dem Beschluss eines vorberatenden Gremiums folgt? Freilich nicht. Auch wenn die Empfehlungen der Fachgremien des Kreistages in der Regel viel Gewicht haben, in der "Müllfrage" ist der Ausgang ungewiss.

"Es bleibt trotzdem spannend", sagte Kreisrat Helmut Dietz (SPD) nach der Sitzung des Umweltausschusses dem Fränkischen Tag. Der Untermerzbacher Bürgermeister und vier weitere Ausschussmitglieder hatten sich gegen die Entscheidung ausgesprochen, die Gelbe Tonne im Landkreis Haßberge direkt einzuführen. Dietz erklärte, dass er die Entscheidung "Gelbe Tonne ja/nein" lieber dem Bürger überlassen würde. Dies sei "ein demokratischer Prozess", der im Hinblick auf das erfolgreiche Bürgerbegehren die beste Option sei. Denn dass die Gelbe-Tonne-Befürworter insgesamt 8709 gültige Unterschriften für ihr Anliegen sammeln konnten, hat auch Dietz beeindruckt. "Das ist freilich eine beachtliche Zahl", sagte er.

Neun dafür, fünf dagegen

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Im Umweltausschuss stimmten dann aber neun Mitglieder dafür, dass die Gelbe Tonne direkt eingeführt wird, also ohne Bürgerentscheid. Darunter auch Günther Geiling (CSU), der eigentlich das bestehende Bringsystem mit den Wertstoffhöfen bevorzugt, da es sich dabei um ein "funktionierendes, bewährtes System" handle.

Aber Geiling sieht auch, dass der Wunsch nach der Gelben Tonne offenbar nicht nur ein Strohfeuer im Politdiskurs war. Auch weil er davon ausgeht, dass der Bürgerentscheid eine knappe Angelegenheit und die Diskussion darüber hinaus weiter fortgesetzt werden würde, will er das Kapitel "Bring- oder Holsystem für Leichtverpackungen" lieber zügig schließen: Dann wäre "Ruhe an der Abfallfront", sagte er. Gewissheit wird aber erst die Kreistagsentscheidung - voraussichtlich am 17. Dezember - bringen.



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