In einer Sondersitzung beschäftigten sich die Eggolsheimer Marktgemeinderäte mit dem Thema "Städtebauförderung". Werner Heckelsmüller vom Büro für räumliche und soziale Stadtplanung erläuterte den Räten sein Ergebnis der vorbereitenden Untersuchungen des Geländes rund um den Eggolsheimer Bahnhof, mit denen er im Juli beauftragt worden war.
Heckelsmüller erinnerte zunächst an Wilhelm Wagenfeld, der als namhafter Industrie-Designer auch für Lindner gearbeitet hatte. Einige der Ikonen des Industrie-Designs seien auch als Produkte in Eggolsheim gefertigt worden.
Da die Gestaltung des ursprünglichen Lindner-Areals gut laufe, müsse man sich Gedanken machen, was sich weiter gestalten lässt: "Es gibt noch Areale, die überplanbar sind", wies Heckelsmüller auf einige Flächen hin, die für die Erweiterung des Campus oder als Freiflächen genutzt werden könnten. Da die Nutzung des Bahnhofes ebenfalls beendet ist, sollten eine Sanierung und Neunutzung des Gebäudes ebenso geprüft werden, wie eine Erweiterung, schlug der Stadtplaner vor.


Planunterlagen sind einsehbar

Insgesamt kam die Voruntersuchung zu dem Ergebnis, dass das Gebiet saniert werden und dies im Sinne einer geordneten städtebaulichen Entwicklung auch geschehen müsse.
Die Marktgemeinderäte nahmen die Ausführungen zur Kenntnis. Sämtliche Planunterlagen sollen für einen Monat lang für sämtliche Betroffenen öffentlich in der Verwaltung ausgelegt werden. Gleichzeitig wird die Verwaltung der Marktgemeinde beauftragt, den Entwurf mit der Regierung von Oberfranken abzustimmen.
Ebenso nahmen die Marktgemeinderäte bei dieser außerordentlichen Sitzung die Entwurfsvorlage für das ISEK Eggolsheim, das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept, zur Kenntnis. Dieses war bereits bei der Sitzung des Marktgemeinderates im Juli vorgestellt worden. Auch dieses Konzept wird öffentlich ausgelegt, so dass sich jeder über alles informieren, aber auch Hinweise und Anregungen dazu vorbringen kann.


Verfügungsfonds wird aufgelegt

Um die Städtebauförderung noch weiter voranzubringen, will die Marktgemeinde einen Verfügungsfonds einrichten. Mit diesen Mitteln können weitere Projekte bezuschusst und zusätzliche Maßnahmen finanziert werden: Für jeden privat aufgewendeten Euro kann ein ebenso hoher Zuschuss aus den Mitteln der Städtebauförderung und der Marktgemeinde gezahlt werden. Würde ein gemeinschaftlich gestaltetes Straßenfest einen Erlös von 2500 Euro erwirtschaften und stünde diese Summe beispielsweise zur Anschaffung eines Spielgerätes zur Verfügung, könnte aus öffentlichen Mitteln eine ebenso große Summe zur Verfügung gestellt werden. Jede einzelne Maßnahme muss dabei einen eindeutigen Bezug zum Sanierungsgebiet in der Eggolsheimer Ortsmitte aufweisen und darf vor Antragstellung noch nicht begonnen haben.
Für das kommende Jahr stellt die Kommune für diesen Fonds 4000 Euro zur Verfügung.