Haßfurt

Gekommen, um zu bleiben

Daniel Seeburg ist in seinem Traumberuf angekommen: Der 41-jährige leitet seit knapp zwei Monaten die Polizeiinspektion Haßfurt. Neben 18 Jahren Berufserfahrung und zwei Studienabschlüssen bringt der junge Polizeirat viel Optimismus und Herzblut für seine neue Aufgabe mit.
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Seit sieben Wochen leitet Polizeirat Daniel Seeburg die Polizeiinspektion Haßfurt.  Foto: Katja Müller
Seit sieben Wochen leitet Polizeirat Daniel Seeburg die Polizeiinspektion Haßfurt. Foto: Katja Müller

Der geborene Leipziger lebt seit mehreren Jahren mit seiner Frau Peggy und drei Kindern im Raum Würzburg. Während seiner Laufbahn haben ihn am meisten der Streifendienst in Würzburg und seine Tätigkeit als Dienstgruppenleiter in Kitzingen geprägt. Wir haben dem Haßfurter Dienststellenleiter einige Fragen gestellt.

Bei Ihrer Antrittsrede in Haßfurt haben Sie gesagt, bei Ihrer Arbeit soll der Mensch im Mittelpunkt stehen. Wie meinen Sie das?

Daniel Seeburg In unserem Beruf ist es elementar wichtig, miteinander zur reden. Bei einem Einsatz arbeiten wir mit Gemeinden, Rettungsdiensten, Feuerwehren und so weiter zusammen. Es ist wichtig, dass im Ernstfall alles reibungslos funktioniert. Jeder Einsatzleiter verfolgt bei seiner Arbeit aber andere Prioritäten und wenn man die kennt, kann man sich darauf einstellen. Genauso finde ich es wichtig, sich mit anderen Dienststellen auszutauschen und voneinander zu lernen. Und natürlich will ich viel mit meinen Kollegen der Polizeiinspektion Haßfurt reden und mich austauschen. Das gilt für den Alltag aber besonders nach belastenden Einsätzen. Mir persönlich ist es ein Anliegen, dass keiner damit alleine bleibt und nichts hängen bleibt.

Sie haben auch angekündigt, dass Sie mit dem Zug zur Arbeit pendeln wollen. ..

Dabei bleibe ich auch. Ich habe bei meinen Zugfahrten noch nie negative Erfahrungen gemacht, weil ich Uniform trage. Die Berufspendler kennen mich schon und ich genieße die Zeit im Zug und nutze sie, um runterzufahren. Ihr Vorgänger Thomas Hümmer war nur ein halbes Jahr im Amt. Haben Sie vor, länger zu bleiben? Ich gehe davon aus, dass ich die nächsten Jahre in Haßfurt bleiben werde. Das ist zumindest mein Anspruch, denn ich möchte hier etwas bewegen. 2002, als ich nach dem Abitur meine Ausbildung im Mittleren Dienst bei der Polizei in Würzburg begonnen habe, hätte ich nie gedacht, dass ich eines Tages eine Inspektion leiten würde! Ich bin sehr, sehr zufrieden damit. Der Job des Dienststellenleiters ist das, warum ich das alles gemacht habe. Sie sind verheiratet und Vater von drei Kindern. Wie gehen Sie mit der Gefahr um, die Ihr Beruf mit sich bringt? (lacht) Ich glaube, so sicher wie in diesem Büro war ich bisher noch nie! Die Kollegen im Streifendienst stehen in erster Reihe und für die möchte ich die Rahmenbedingungen schaffen, dass sie sich so sicher wie möglich fühlen können. Ich leite die Einsätze bei Großveranstaltungen und übernehme die Verantwortung bei außergewöhnlichen Einsätzen, wie einer Geiselnahme. Aber mein Schwerpunkt liegt auf der Organisation und Personalplanung. Und steht Ihre Familie zu Ihrer Berufswahl? Meine Familie gibt mir Halt, vermittelt mir Normalität und lenkt mich ab. Jeder Polizist erlebt Situationen, die er erst einmal verarbeiten muss. Auch dabei hilft mir meine Familie. Und bisher sind meine Kinder stolz darauf, was ihr Vater macht. Sie wirken sehr positiv und ausgeglichen. Wie gehen Sie mit den Belastungen um, mit denen Sie teilweise in Ihrem Berufsalltag konfrontiert werden? Für mich ist ein Einsatz gut verlaufen, wenn am Ende alle gesund rauskommen. Wenn wir dem Opfer helfen konnten, gehe ich mit einem guten Gefühl heim. Als Polizist gewöhnt man sich an vieles.

Wir werden gerufen, wenn es Probleme gibt und sind Helfer in der Not. Aber ich sehe das in Relation. Nur, weil ich viel Not sehe, gehe ich nicht davon aus, dass es mit der Gesellschaft bergab geht. Im Gegenteil! Wir sind, was die Kriminalitätsstatistik angeht, auf einem sehr guten Level. Die Zahl der Delikte ist rückläufig.Trotzdem geht das subjektive Sicherheitsgefühl zurück. Vielleicht liegt das daran, dass man überall lesen kann, was alles Schlechtes in der Welt passiert. Das Gespräch führte unser Redaktionsmitglied Katja Müller.

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