Ebern

Gehhilfe soll richtig rollen

Polizei und Stadt gaben in Ebern viele Hinweise zum Umgang mit dem Rollator.
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Lars Gemmer bei seinem humorvollen und anschaulichen Vortrag über den Rollator. Der Experte gab viele Tipps und Hinweise.  Foto: Rudolf Hein
Lars Gemmer bei seinem humorvollen und anschaulichen Vortrag über den Rollator. Der Experte gab viele Tipps und Hinweise. Foto: Rudolf Hein

Rudolf hein Vor zehn Jahren war der Rollator noch ein unbekanntes Ding. Inzwischen ist diese besondere Gehhilfe ein alltäglicher Anblick im Straßenverkehr. Bei einem Ausflug mit behinderten Menschen wurde der Eberner Polizeihauptkommissar Tobias Kern auf die besonderen Probleme dieser Menschengruppe aufmerksam und hatte die Idee, mit Lars Gemmer, einem ausgewiesenen Fachmann für Rollatoren, Schulungen für den richtigen Umgang mit dem Hilfsgerät und über die einschlägigen Gesichtspunkte der Straßenverkehrsordnung anzubieten.

Etwa 15 Interessenten hatten sich am Mittwochnachmittag in der Rathaushalle in Ebern eingefunden. Bürgermeister Jürgen Hennemann und die Seniorenreferentin des Stadtrates, Isabell Zimmer, wiesen darauf hin, dass die Pflasterung der Eberner Innenstadt regelmäßiges Thema in den Stadtratssitzungen und eine große Lösung dieses Problems noch nicht in Sicht sei.

Lars Gemmer bezeichnete das hiesige Pflaster als "Luxusausführung". Er ist sich sicher, dass man bei richtigem Umgang mit dem Rollator gefahrlos durch die Stadt kommen könne.

Das richtige Bremsen

In einem sehr anschaulichen und lockeren Vortrag führte er vor, wie man mit der Gehhilfe richtig bremst, wie man kleine Hindernisse überwindet, sich vor Gullideckeln in Acht nimmt, wie man sich auf das Gerät setzt und wieder aufsteht. Er sprach über das reichhaltige Zubehör, vom Handyhalter bis zum Regenschirm, über das Verhalten in öffentlichen Verkehrsmitteln und über die individuellen Einstellungen am Gerät, die jeder Benutzer persönlich für sich anpassen muss. Ausdrücklich warnte er davor, Rollatoren auf Flohmärkten oder aus ähnlichen Quellen zu erwerben - zu groß sei die Gefahr, ein Gerät mit gefährlichen Mängeln untergeschoben zu bekommen.

Technischer Zustand

Genauso interessiert wie dem technischen Teil lauschte das Publikum den Ausführungen von Polizist Tobias Kern, der aufzeigte, dass es sich beim Rollator nicht um ein Fahrzeug handele, es mithin keinerlei Vorschriften der Straßenverkehrsordnung gebe, die für Rollatoren gelten. Jeder Benutzer sei selbst für das Funktionieren der Bremsen, für den ordnungsgemäßen Zustand der Räder und für das Sehen und Gesehenwerden verantwortlich.

Um Letzteres ein bisschen sicherer zu machen, hatte er für jeden Teilnehmer eine neongelbe Sicherheitsweste als Geschenk mitgebracht, die man einfach über den Kopf streifen kann und die auch bei seniorentypischer Kleidung in gedeckten Farben weithin sichtbar ist.

Im Anschluss konnte jeder seinen eigenen Rollator auf dem Trainingsparcours ausprobieren und den technischen Zustand überprüfen lassen. Laut Lars Gemmer sind die meisten Rol-latoren nach nur einem Jahr nicht mehr verkehrssicher und müssen gewartet werden. Fast jeder der von ihm in Augenschein genommenen Rollatoren wies technische Mängel auf; bei einem davon war eigentlich nichts mehr so richtig in Ordnung, wie sich herausstellte.

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