LKR Haßberge

Gegen den Mangel an Pflegefachkräften

"Mit- statt nebeneinander" lautet die Devise: Haßberg-Kliniken, das Leopoldina Krankenhaus Schweinfurt und die Caritas-Schulen schließen mit Blick auf Generalistik eine Vereinbarung zur verstärkten Zusammenarbeit.
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Diese Vertreter der Haßberg-Kliniken, des Leopoldina-Krankenhauses, deren gemeinsamer Krankenpflegeschul, der Altenpflegeschule Hofheim und der Caritas Schulen GmbH haben die Kooperationsvereinbarung unterzeichnet: hintere Reihe, von links: Dirk Niedoba, Michael Weiß-Gehring, Siegmund Klug. Vordere Reihe: Stephan Kolck, Rudolf Hoffmann und Sebastian Güldner. Foto: Haßberg-Kliniken/Marco Heumann
Diese Vertreter der Haßberg-Kliniken, des Leopoldina-Krankenhauses, deren gemeinsamer Krankenpflegeschul, der Altenpflegeschule Hofheim und der Caritas Schulen GmbH haben die Kooperationsvereinbarung unterzeichnet: hintere Reihe, von links: Dirk Niedoba, Michael Weiß-Gehring, Siegmund Klug. Vordere Reihe: Stephan Kolck, Rudolf Hoffmann und Sebastian Güldner. Foto: Haßberg-Kliniken/Marco Heumann

Mit dem Inkrafttreten des neue Pflegeberufegesetzes ab Januar 2020 werden in der Ausbildung der Kranken-, Alten- und Kinderkrankenpfleger neue Wege beschritten. Unter dem Schlagwort Generalistik werden die drei bisherigen Ausbildungen zu einer zusammengeführt - der zur Pflegefachfrau beziehungsweise zum Pflegefachmann. Die Haßberg-Kliniken und das Schweinfurter Leopoldina-Krankenhaus stellen mit der zusammen betriebenen Berufsfachschule für Krankenpflege und Krankenpflegehilfe schon jetzt wichtige Weichen.

"Eigentlich sind wir geborene Partner!" Stephan Kolck blickt zufrieden in die Runde, die sich laut einem Bericht der Haßberg-Kliniken im Konferenzraum am Haßfurter Krankenhaus versammelt hat. Dort sitzt der Vorstand des Kommunalunternehmens Haßberg-Kliniken zusammen mit dem kaufmännischen Leiter des Leopoldina-Krankenhauses, Sebastian Güldner, und dem Geschäftsführer der Caritas-Schulen gGmbH, Rudolf Hoffmann, in deren Händen die drei Altenpflegeschulen der Region liegen. Als entscheidende Personen, die die Kooperation mit Leben erfüllen werden, sind auch die Schulleiter Dirk Niedoba (Zweckverband Berufsfachschule für Krankenpflege, Kinderkrankenpflege und Krankenpflegehilfe Haßfurt/Schweinfurt) und Siegmund Klug (Berufsfachschule für Altenpflege und Altenpflegehilfe Hofheim) dabei.

Inhalt der Besprechung ist eine Kooperationsvereinbarung, mit der man wichtige Weichen für das stellt, was ab 2020 kommt. Im Januar kommenden Jahres bricht in der Pflegeausbildung das Zeitalter der Generalistik an. Die bisher parallel und weitgehend unabhängig voneinander laufenden Ausbildungen zum Gesundheits-, Kinderkranken- und Altenpfleger laufen dann in der zur Pflegefachkraft zusammen. Ein entsprechendes Gesetz hat der Bundestag im vergangenen Jahr erlassen. Ziel: Die Attraktivität des Berufs erhöhen, die Durchlässigkeit zwischen den verschiedenen Berufsfeldern steigern und dem Mangel an Fachkräften in der Pflege entgegenwirken.

"Generalistik heißt für uns auch Zusammenspiel", macht Kolck klar. "Wir wollen bereits bestehende Strukturen nutzen." Zum Beispiel, wenn es darum geht, die in der neuen Ausbildung vorgesehenen Praxiseinsätze sowohl in der Kranken- als auch in der Altenpflege zu koordinieren. "Natürlich greifen wir gerne auf das Netzwerk der Altenpflegeschule zurück." Genau wie diese ihre Schülerinnen und Schüler gerne in die Haßberg-Kliniken oder das Leopoldina-Krankenhaus schickt.

Und zwar in gegenseitiger Absprache, damit weder in den Pflegeheimen noch in den Krankenhäusern personelle Engpässe entstehen. "Das neue Gesetz soll nicht für Tohuwabohu sorgen, sondern für ein echtes Miteinander", erklärt Dirk Niedoba, Leiter der gemeinsamen Schule für Pflegeberufe von Leopoldina-Krankenhaus und Haßberg-Kliniken. Deswegen werden in der Kooperationsvereinbarung auch gemeinsame Aktionen für die Gewinnung von Bewerbern, einheitliche Auswahlkriterien oder ein gemeinsames Ausbildungsverständnis festgehalten. "Solche Absprachen sind enorm wichtig", sagt der Schulleiter. "Unser oberstes Ziel ist es, die hohe Qualität der Ausbildung auch weiterhin zu sichern."

Rein äußerlich wird sich im Landkreis Haßberge sowie in und um Schweinfurt dennoch nur wenig ändern. Es wird auch weiterhin die Altenpflegeschulen in Hofheim, Schweinfurt und Münnerstadt und die Berufsfachschule für Krankenpflege, Kinderkrankenpflege und Krankenpflegehilfen mit ihren zwei Standorten in Haßfurt und Schweinfurt geben. Inhaltlich jedoch rücken die Schulen und auch weitere Partner der schulischen und praktischen Ausbildung in der Region deutlich näher zusammen. Hier wie da gibt es künftig eine dreijährige generalistische Ausbildung mit unterschiedlichen Vertiefungselementen, an deren Ende man Pflegefachkraft ist. Ein Abschluss, der EU-weit anerkannt wird und den Weg sowohl in die Alten- als auch in die Kranken- und Kinderkrankenpflege öffnen soll.

"Letztendlich sitzen wir doch alle im gleichen Boot", sagt Siegmund Klug. Der Leiter der Hofheimer Altenpflegeschule hat dabei vor allem die gesellschaftliche Bedeutung der Pflegeberufe im Blick.

"Wir brauchen in den kommenden Jahren sehr viele Pflegefachkräfte in allen Bereichen." Rudolf Hoffmann erhofft sich von der Generalistik eine Aufwertung der Altenpflege und mehr "Flexibilität zwischen den unterschiedlichen Berufsfeldern". Eine Durchlässigkeit, die für alle Bereiche der Pflege neue und mehr Möglichkeiten eröffnet. red

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