Lichtenfels
Fraktionswechsel

Gegangen, um zu bleiben

Ramona Popp Ein Platzwechsel im Rathaussaal darf als unerfreulicher Vorbote der Kommunalwahl im März gesehen werden: Rudi Breuning, seit über 20 Jahren für die SPD im Stadtrat, hat sich am Montagabend...
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Rudi Breuning
Rudi Breuning

Ramona Popp Ein Platzwechsel im Rathaussaal darf als unerfreulicher Vorbote der Kommunalwahl im März gesehen werden: Rudi Breuning, seit über 20 Jahren für die SPD im Stadtrat, hat sich am Montagabend erstmals neben die Kollegen der Wählervereinigung Leuchsental-Jura (WLJ) gesetzt. Wie in der Samstagsausgabe berichtet, verlässt der Schneyer Fraktion und Partei - augenscheinlich, weil diese ihm beim Aufstellen der Kandidatenliste keinen Platz unter den ersten zehn eingeräumt hatten. Von der angedachten Position aus rechnete sich Breuning keine reellen Chancen für eine Wiederwahl aus, auch wenn die Wähler ja durchaus durch gezielte Stimmenvergabe Bewerber von hinteren Plätzen nach vorne rücken können. Nun möchte er es über die Liste der WLJ schaffen, seine Arbeit im Stadtrat fortsetzen zu können. Die Wählervereinigung vertrete schließlich nicht nur die Bewohner der Jura-Stadtteile, sondern alle Bürger der Stadt.

Bürgermeister Andreas Hügerich (SPD) informierte sachlich über die Veränderung im Gremium, weshalb eine Umbesetzung auch bei den Ausschüssen ansteht. Offiziell wird die gemeinsame Liste der beiden SPD-Ortsvereine Lichtenfels und Schney erst am 21. November aufgestellt. An der Vorbereitung beteiligt waren die Ortsvorsitzenden, der Fraktionssprecher im Stadtrat (Arnt-Uwe Schille) und der Bürgermeister. Stadträtin Elke Werner, übrigens Breunings Nachfolgerin an der Spitze des Ortsvereins Schney, hatte dargelegt, dass man jüngeren Kandidaten einen prominenteren Platz einräumen wolle. "Wer neu startet, hat schlechtere Chancen", erklärte Schille.

Rudi Breuning (72) wirkte am Rande der Sitzung gekränkt, sprach von einer Diskriminierung der älteren Generation. Er selbst hatte sich 2014 vom SPD-Ortsvorsitz zurückgezogen und sich für die politische Arbeit dort neue, junge Ideen gewünscht. Nach 55 Jahren hat er nun sein Parteibuch abgegeben. Der These, dass er im Herzen aber doch Sozialdemokrat bleiben werde, widersprach er nicht.

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