Lichtenfels
Übung

Gefahrguttransport auf der Schiene: Was im Ernstfall zu zu tun ist

Von den rund 300 Millionen Tonnen Gefahrgut, die jährlich durch Deutschland transportiert werden, entfallen rund 60 Millionen Tonnen auf den Bereich der Schiene. Aus diesem Grund betreibt die DB Netz ...
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Der Gefahrenschutzzug am Werk Foto: Frank Spitzenpfeil
Der Gefahrenschutzzug am Werk Foto: Frank Spitzenpfeil
Von den rund 300 Millionen Tonnen Gefahrgut, die jährlich durch Deutschland transportiert werden, entfallen rund 60 Millionen Tonnen auf den Bereich der Schiene. Aus diesem Grund betreibt die DB Netz AG der Deutschen Bahn einen Ausbildungszug und stellt diesen den Blaulichtorganisationen kostenfrei zur Verfügung.
Kürzlich war dieser Ausbildungszug nun am neuen Bahnstützpunkt in der Wöhrdstraße stationiert. Der Kreisbrandmeister für Gefahrgut und Strahlenschutz im Landkreis Lichtenfels, Oliver Schardt, organisiert zusammen mit dem Betreuer des Zuges, Uwe Lindenberg, sowie dem Notfallmanager der Bahn, Klaus Herbst, ein umfangreiches Ausbildungs- und Übungskonzept für die Feuerwehren des Landkreises.
So konnten an drei Tagen über 130 Feuerwehrleute in die komplexe Thematik Gefahrguttransport auf der Schiene eingewiesen werden.


Am Armaturenkesselwagen üben

An allen drei Tagen fand je eine theoretische Schulung statt, in der das Grundwissen über das Erkennen und den Transport von Gefahrgut auf der Schiene vermittelt wurde. Am Armaturenkesselwagen konnten die Teilnehmer dann den Aufbau sowie die verschiedenen Befüll- und Entnahmeeinrichtungen kennen lernen.
Der zweite Ausbildungstag endete dann mit einem Gerätetest, bei dem alle freiwilligen Feuerwehren des Landkreises mit Sonderausrüstung sowie die beiden Werkfeuerwehren Johnson Matthey und Veenendaal ihr Equipment am Leckagewagen testen konnten. Den Abschluss bildeten zwei Alarmübungen. Für den Bereich Gefahrgut kam hier neben den Feuerwehren Lichtenfels und Seubelsdorf auch noch die Dispogruppe Gefahrgut des Landkreises, bestehend aus Fahrzeugen der Feuerwehren Altenkunstadt, Bad Staffelstein, Lichtenfels/Main und Michelau zum Einsatz.
Geübt wurde ein vorher unbekanntes Szenario. Ausgelöst wurde der erste Alarm durch einen Bahnbediensteten, der die Kollision eines Pkw mit einem Güterzug, der Gefahrgut geladen hatte, bei seiner Notfallleitstelle meldete. Daraufhin wurden die Rettungskräfte über die Integrierte Leitstelle Coburg alarmiert. Vorgefunden haben die Einsatzkräfte dann einen Pkw, der den Kesselwagen gerammt hatte. Der Fahrer war im Pkw eingeklemmt und musste befreit werden. Das Fahrzeug qualmte stark, so dass auch der Brandschutz sichergestellt werden musste. Zudem wurde der Kesselwagen beim Aufprall beschädigt. Dabei trat eine gemäß Stoffkennzeichnung hochgiftige, ätzende Flüssigkeit aus, also durfte der Gefahrenbereich nur mit Chemikalienschutzanzügen betreten werden. Ein umfassendes Problemszenario, dessen sich die 80 Einsatzkräfte sowohl auf Führungsebene als auch im Mannschaftsbereich annehmen mussten. Mit den entsprechenden Einsatzmitteln konnte der Brand gelöscht, die Person gerettet und die Leckage abgedichtet werden. Nach ca. 1 Stunde war somit die erste Übung beendet und es schloss sich eine kurze Nachbesprechung an.
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