Großenseebach

Gefahrenstelle Vogelherd

Wenn die Busse in Großenseebach auf der Staatsstraße halten müssen, dann verhalten sich manch Autofahrer besonders dreist, wie Herbert Müller kritisierte. Eine Verkehrszählung zeigt die Belastung der Ortsdurchfahrt.
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An der Bushaltestelle "Am Vogelherd" werden hohe Geschwindigkeiten kritisiert. Ebenso wie das Verhalten von Autofahrern, die sich an dem haltenden Bus "vorbeimogeln".  Foto: Richard Sänger
An der Bushaltestelle "Am Vogelherd" werden hohe Geschwindigkeiten kritisiert. Ebenso wie das Verhalten von Autofahrern, die sich an dem haltenden Bus "vorbeimogeln". Foto: Richard Sänger

Bei der Sitzung des Gemeinderates stand die "Verkehrssituation im Bereich der öffentlichen Haltestelle am westlichen Ortsausgang auf der Tagesordnung. Die Haltestelle "Am Vogelherd" befindet sich bekanntlich auf der Staatsstraße 2259 direkt an der Querungshilfe.

Die Linienbusse halten also auf der Staatsstraße, um die Fahrgäste ein- oder aussteigen zu lassen. Seit längerem werden von Anwohnern die hohen Geschwindigkeiten beklagt, die dort gefahren werden, zumal die Querungshilfe in beiden Richtungen ziemlich schnell umfahren werden könne.

"Die Dreistigkeit der Autofahrer nimmt immer mehr zu", klagte Herbert Müller (FW) und berichtete von eigenen Erfahrungen. Als er mit seinem Traktor die Haltestelle passierte, überholten ihn die Autos auf der gegenüberliegenden Seite. Dies sei auch täglich zu beobachten, wenn der Bus hält und es keinen Gegenverkehr gibt, dann werde eben auf der anderen Seite überholt, berichtet Müller verärgert.

Mehr Licht

Dass die Ortsdurchfahrt erheblich belastet ist, zeigt eine einstündige Verkehrszählung am 23. September von 7 bis 8 Uhr. In Richtung Erlangen waren 281 Autos und 23 Lastwagen unterwegs, in Richtung Weisendorf passierten zur gleichen Zeit 215 Autos und 20 Lastwagen die Bushaltestelle. Nach Auffassung der Verwaltung führen insbesondere die im dortigen Bereich gefahrenen Geschwindigkeiten zu einer Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit, denn es steigen auch Schulkinder zu.

Eine erste Verbesserung soll die Beleuchtung der Haltestelle bringen, allerdings sind die bereits bestellten Leuchten derzeit nicht lieferbar. "Die Haltestelle muss knallig ausgeleuchtet werden", forderte Carina Geist (SPD). Nach Aussage von Bürgermeister Bernhard Seeberger, der deswegen auch im Gespräch mit der Polizeiinspektion in Herzogenaurach ist, hätten Radarkontrollen keine gravierenden Verstöße gebracht. Aus dem Gremium wurde darauf hingewiesen, dass das Kontrollgerät "gut sichtbar" aufgestellt gewesen war. Die Gemeinde will, neben der Beleuchtung, mit einem weiteren Schild "Kinder" reagieren.

Einem von Andreas Seeberger (CSU) vorgeschlagenen Zebrastreifen und Tempo 30 gibt Verwaltungsleiter Martin Hofmann allerdings wenig Chancen. Ein Zebrastreifen gaukele Sicherheit nur vor und insbesondere Kinder würden sich darauf verlassen. Eine Geschwindigkeitsbegrenzung wäre auf einer Staatsstraße auch schwer umsetzbar. Trotzdem will man das Gespräch mit dem Landratsamt und dem Staatlichen Bauamt suchen. Außerdem soll das Geschwindigkeitsmessgerät weiter zu Bushaltestelle versetzt werden.

Allerdings nähmen die meisten Autofahrer die digitale Anzeige nicht allzu ernst, wie zu beobachten sei. Das Messgerät verfüge über keine Datenspeicherung und es können weder die Anzahl der Fahrzeuge noch die gefahrenen Geschwindigkeiten aufgezeichnet und ausgewertet werden. Die Digitalanzeige zeigt lediglich die Geschwindigkeit in Rot oder einen Smiley.

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