Sonneberg

Gefäßzentrum testet neuartiges Katheter-System aus Kalifornien

Das Regiomed-Gefäßzentrum Sonneberg nimmt seit mehreren Jahren an zahlreichen klinischen Studien teil. Zum Nutzen der Patienten, die dadurch unmittelbar vom medizinischen Fortschri...
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Das Gefäßzentrum Sonneberg nimmt an einer Pilotstudie teil. Das Team um Chefarzt Dr. Marcus Thieme (Vierter von links) nimmt ein neues Katheter-System unter die Lupe.  Foto: Regiomed
Das Gefäßzentrum Sonneberg nimmt an einer Pilotstudie teil. Das Team um Chefarzt Dr. Marcus Thieme (Vierter von links) nimmt ein neues Katheter-System unter die Lupe. Foto: Regiomed
Das Regiomed-Gefäßzentrum Sonneberg nimmt seit mehreren Jahren an zahlreichen klinischen Studien teil. Zum Nutzen der Patienten, die dadurch unmittelbar vom medizinischen Fortschritt profitieren. Nun hat man erneut die Nase vorn. Wie das Gefäßzentrum in einer Pressemitteilung informiert, darf es als eines von nur drei europäischen Zentren im Rahmen einer Pilotstudie ein neues Katheter-System bei insgesamt 120 Patienten zum Einsatz bringen. Mit im Boot sind noch die Universitätsklinik Leipzig und das Universitäts-Herzzentrum Bad Krozingen.
Das Sonneberger Gefäßzentrum versorgt nach eigenen Angaben jährlich fast 2000 Patienten aus dem gesamten Regiomed-Einzugsgebiet. Die angiologische Abteilung um Chefarzt Dr. Marcus Thieme ist auf Durchblutungsstörungen am Unterschenkel besonders spezialisiert und hat sich inzwischen einen internationalen Ruf auf dem Gebiet der klinischen Forschung erarbeitet.


Problem: Entzündung

Kirk P. Seward, der Chef der Wissenschafts- und Technologieabteilung der Herstellerfirma, war daher jetzt von San Francisco nach Sonneberg gereist, um dem Team der Interventionellen Angiologie ein neues Katheter-System vorzustellen. Zwar kann in vielen Fällen durch eine Aufdehnung der Gefäße mittels Ballon die Durchblutung verbessert werden, jedoch kommt es gerade an den Unterschenkelgefäßen häufig zu einer Wiederverengung der Gefäße, da die Gefäßwand mit einer Entzündungsreaktion antwortet. Eine fehlende Wundheilung an den Füßen kann die Folge sein und, insbesondere bei Diabetikern, nicht selten zu einer Amputation führen.
Der neue kalifornische Bullfrog®-Katheter verfolgt nun einen völlig neuen Ansatz und erlaubt, unmittelbar um die betroffenen Gefäßwände ein Medikament zu injizieren, das den Entzündungsprozess stoppen und damit eine Wiederverengung verhindern kann. Diese Injektion ist schmerzfrei und geht bislang auch nicht mit speziellen Nebenwirkungen einher. Zudem wollen die Ärzte im Rahmen des Forschungsprojektes mehr über die bei einer Gefäßbehandlung ablaufenden Reaktionen des Körpers erfahren. Verschiedene Blutproben werden daher auf minus 90°C gekühlt und in einem Londoner Speziallabor untersucht. red

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