Dechsendorf

Gedenken an ein Wunder

Die Dechsendorfer Katholiken feiern das Fest Maria Schnee.
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Junge Frauen in Tracht tragen bei der Prozession die Figur der Gottesmutter mit dem Jesuskind. Foto: Manfred Welker
Junge Frauen in Tracht tragen bei der Prozession die Figur der Gottesmutter mit dem Jesuskind. Foto: Manfred Welker
Alljährlich feiert die katholische Pfarrgemeinde in Dechsendorf Anfang August ein dem Namen nach eher ungewöhnliches Patrozinium. 1719 hatte der Geistliche Franz Georg Freiherr Faust von Stromberg die Genehmigung zum Bau einer Kapelle mit dem Patrozinium "Beata Mariae ad Nives", umgangssprachlich "Maria Schnee", gegeben.
Das Patrozinium geht auf die Entstehung der Basilika Santa Maria Maggiore in Rom zurück. Nach der Legende erschien die Gottesmutter Maria in der Nacht zum 5. August 352 im Traum Papst Liberius und trug ihm auf, ihr zu Ehren eine Kirche auf jenem Hügel der ewigen Stadt zu errichten, auf dem am anderen Morgen frischer Schnee gefallen sei. Er fand am nächsten Tag auf dem Esquilin ein Schneefeld in Form eines basilikalen Grundrisses und erbaute dort eine Kirche. Auf dieses Wunder geht das Fest Maria Schnee am 5. August zurück, das auch in Dechsendorf begangen wird.


Viele Teilnehmer in Tracht

In diesem Jahr war der aus Dechsendorf stammende Florian Stark, Pfarrer in Pretzfeld, in seine Heimat gekommen, um gemeinsam mit den Bewohnern das Fest mit einer Prozession feierlich zu begehen. Bei der Prozession wird die Figur der Gottesmutter mit dem Jesuskind von jungen Frauen in Tracht getragen. In den Zug reihen sich auch viele Kinder und Erwachsene in Tracht, Mitglieder des Heimat- und Verkehrsvereins Dechsendorf, und die zahlreichen Vereine ein. Seit 1998 wird auch eine Station vor dem evangelisch-lutherischen Gemeindehaus gemacht, wo nach einer Begrüßung der Prozessionsteilnehmer ein gemeinsames Lied gesungen wird. Eine weitere Station ist am Gemeindehaus, bevor die Prozession in der Pfarrkirche mit dem Schlusssegen beendet wird. Im Anschluss daran besteht noch die Möglichkeit, beim Hohlgassenfest nachbarschaftliche Geselligkeit zu pflegen.
Der Stifter der Kapelle, Franz Georg Freiherr Faust von Stromberg (1666-1728), machte zugunsten der Kapelle in Dechsendorf mehrere Stiftungen und bestimmte am 30. Juni 1727 testamentarisch die Zinsen von 1050 Gulden Kapital zu genau beschriebenem geistlichen Dienst und Verrichtungen in der marianischen Gnadenkapelle in Großdechsendorf, einem der hochfürstlichen würzburgischen Pfarrei Hannberg zugehörigen Orte. Zur Erinnerung an ihn wurde 1960 eine Straße in Dechsendorf nach dem Stifter benannt.
Die ehemalige Kapelle wurde 1973 zur selbstständigen Pfarrei Unsere Liebe Frau erhoben. Bereits zum 1. Juli 1972 war die Eingemeindung von Dechsendorf nach Erlangen erfolgt.


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