Kronach
Reichspogromnacht

Gedenken an die Opfer im Kerzenschein

Der Aktionskreis der Kronacher Synagoge erinnerte in einem kurzen Gedenken an die Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938. Im Anschluss führte ein Schweigemarsch, erleuchtet von Kerzen, von...
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Gedenken an die Opfer von Halle und der NS-Gewaltherrschaft auf dem Marienplatz Foto: Maria Löffler
Gedenken an die Opfer von Halle und der NS-Gewaltherrschaft auf dem Marienplatz Foto: Maria Löffler

Der Aktionskreis der Kronacher Synagoge erinnerte in einem kurzen Gedenken an die Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938. Im Anschluss führte ein Schweigemarsch, erleuchtet von Kerzen, von der Alten Synagoge zum Marienplatz. Dort erinnerte man sich im Stillen an die Opfer von Halle und der Kronacher Synagoge.

Programmchefin und Zweite Vorsitzende Gisela Zaich begrüßte die zahlreichen Gäste mit wenigen Worten. Sie sprach vom Gedenken, das aus dem Herzen komme, aber auch von Hoffnung. Pastoralreferentin Birgitta Staufer hingegen zeigte sich entsetzt darüber, dass man "im Jahr 2019 Synagogen wieder absperren muss. Die Welt hat nichts gelernt," meinte sie enttäuscht. Unwissenheit, Angst und Sorgen hätten zu einer neuen "Rechten" geführt, die nun alles neu definiere. "Nach sechs Millionen Toten müssten wir es doch besser wissen." Heraus komme man aus diesem Gewaltkarussell nur, indem man wachsam bleibe und auf Gott vertraue. "Und wir dürfen nicht die Geduld verlieren. Dazu brauchen wir Mut und Kraft."

Begeistert von den vielen Teilnehmern war Vorsitzende Odette Eisenträger-Sarter. "Ich freue mich, dass so viele zusammenstehen gegen rechts und gegen rechte Gewalt." Der anschließende Schweigemarsch endete im Gedenken an die Opfer. ml

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