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Lichtenfels

Geburt Jesu musikalisch gefeiert

In der Lichtenfelser Martin-Luther-Kirche wurde das Christfest mit dem weltbekannten Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach begangen.
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Die ersten drei Teile des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach standen auf dem Programm des Konzerts in der Martin-Luther-Kirche in Lichtenfels. Souverän brachten die Sänger des Lorenz-Bach-Chores den Jubel der Huldigungskantaten zu Gehör.
Die ersten drei Teile des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach standen auf dem Programm des Konzerts in der Martin-Luther-Kirche in Lichtenfels. Souverän brachten die Sänger des Lorenz-Bach-Chores den Jubel der Huldigungskantaten zu Gehör.
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Die Glocken der Martin-Luther-Kirche sind soeben verklungen. Ein Paukensolo lässt aufhorchen, Flöten und Oboen trillern erwartungsvoll. Dann bricht Jubel los: Streicher-Tutti, schmetternde Trompeten und ein vielstimmig jauchzender Chor verkünden die Geburt Jesu. Es ist Weihnachten!

Kein zweiter Komponist hat die Ankunft des Gottessohns auf Erden so schön und ausdrucksstark in Töne gefasst wie Johann Sebastian Bach.

Mit dem weltbekannten Weihnachtsoratorium des Genies der Barockzeit erreichte mit erhabenen Klängen das Klassikjahr der Lichtenfelser Kirchenmusik am Samstagabend in der Martin-Luther-Kirche seinen Höhepunkt.

Schönste Töne der Barockmusik

Unter der Leitung von Kirchenmusikdirektor Klaus Bormann intonierten vier hochkarätige Solisten und die Kantorei des Lorenz-Bach-Chores mit Unterstützung der Vogtlandphilharmonie die strahlenden, mal demütigen, immer ins Herz treffenden Klänge, die zum Schönsten gehören, was die Barockmusik zu bieten hat.

"Jauchzet, frohlocket": Wenige vertonte Verse sind so sehr zum Allgemeingut klassischer Musik geworden wie die ersten Worte des Weihnachtsoratoriums des Thomaskantors. Und für viele Lichtenfelser Musikfreunde ist ein Weihnachtsfest ohne diese Klänge und Worte kaum vorstellbar. Das Werk umspannt die biblische Geschichte von der Geburt Christi bis hin zur Anbetung durch die Heiligen Drei Könige.

Steigerung durch Lichtstimmung

Ein Werk von ergreifender Schönheit, die noch unterstrichen wird durch die Lichtstimmungen in der Martin-Luther-Kirche. Umrahmt von machtvollen Eingangs- und Schlusschören lässt Bach Maria und Josef, die Engel, Hirten und die drei Weisen aus dem Morgenland in Rezitativen, Arien und zärtlichen Wiegenliedern lebendig werden. Nicht zuletzt kommt in den berührenden Chorälen die staunende Menschheit selbst zu Wort und macht die Zuhörer zu Teilhabenden an einem großen Wunder.

Dabei ist Bachs Oratorium nicht wie eine Sternschnuppe am Himmel erschienen, sondern das Ergebnis genauer Kalkulation, zusammengesetzt aus sechs Kantaten, die laut Anweisung des Komponisten an verschiedenen Tagen aufzuführen sind. Für jeden Feiertag rund um Weihnachten hat Bach eine Kantante geschrieben, so für die damals noch üblichen drei Weihnachtsfeiertage, Neujahr, den Sonntag nach Neujahr und für den Festtag der Heiligen drei Könige.

Deshalb ist das Weihnachtsoratorium, Bachs vielleicht populärstes Werk überhaupt, eigentlich gar kein geschlossenes Musikstück, sondern ein Zyklus von sechs unabhängigen Kantaten. Bach schrieb diese Kantaten Ende 1734. Erst nach Bachs Tod wurden die sechs weihnachtlichen Kantaten dann aus ihrem liturgischen Bezug gelöst und als Weihnachtsoratorium geschlossen aufgeführt.

Jede der sechs Kantaten hat ihre eigene Orchesterbesetzung und dadurch ihren charakteristischen "Ton", ohne dass dies den Eindruck eines großen Zusammenhangs minderte. Ganz besonders eng ist die Verbindung der ersten drei Kantaten, die die Akteure am Samstagabend zu Gehör brachten.

Wochenlange Proben für Konzert

Dank wochenlanger Proben gelang es den 35 ehrenamtlichen Sängern des Lorenz-Bach-Chores in sehr überzeugender Weise, den Jubel der Huldigungskantaten dem Auditorium in der voll besetzten Martin-Luther-Kirche nahezubringen.

Unterstützt von Kirchenmusikdirektor Michael Dorn aus Bayreuth an der Orgel und den Berufsmusikern der Vogtlandphilharmonie Greiz/Reichenbach mit ihrem Konzertmeister Stephan Freund führten schließlich auch die vier Solisten das Konzert zu einem Höhepunkt der winterlichen Festzeit.

Sopranistin Silke Herold-Mändl aus Fürth, Altistin Diana Schmid aus Wiesbaden, Tenor Christian Rathgeber aus Mainz und Bass Thomas Gropper aus München verliehen dem Weihnachtsoratorium mit ihren klaren Stimmen Brillanz und Festlichkeit.

Dass es Kirchenmusikdirektor Klaus Bormann als Gesamtleiter immer wieder gelingt, musikalische Glanzpunkte zu setzen, ist letztlich auch den Sponsoren wie zum Beispiel dem Verein zur Förderung der Kirchenmusik in Lichtenfels und der Sparkasse Coburg-Lichtenfels zu verdanken.

Publikum war begeistert

So quittierte das begeisterte Publikum den Kunstgenuss nicht nur mit stehenden Ovationen, sondern erzwang außerdem zwei Zugaben, die die Akteure mit dem Eingangschor und dem Choral "Ich steh an deiner Krippen hier" aus dem sechsten Teil gerne gewährten.

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