Haßfurt
gewerkschaft

Gebremster Bau im Kreis

Die Gewerkschaft legt die Baubilanz für den Kreis Haßberge vor: Im vergangenen Jahr wurden kreisweit insgesamt 178 Wohnungen gebaut - darunter 126 in Ein- und Zweifamilienhäusern. Das sind 21 Prozent ...
Artikel drucken Artikel einbetten

Die Gewerkschaft legt die Baubilanz für den Kreis Haßberge vor: Im vergangenen Jahr wurden kreisweit insgesamt 178 Wohnungen gebaut - darunter 126 in Ein- und Zweifamilienhäusern. Das sind 21 Prozent weniger als im Vorjahr. Hierbei investierten Bauherren 39 Millionen Euro, wie die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt mitteilt. Die IG Bau Mainfranken beruft sich auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes.

"Luft nach oben"

Der IG-Bau-Bezirksvorsitzende Michael Groha sieht beim Neubau "deutlich Luft nach oben". Entscheidend sei, was gebaut werde: "Die Wohnungen müssen zum Portemonnaie und zur Lohntüte der Menschen passen. Es kommt darauf an, vor allem bezahlbare Wohnungen und Sozialwohnungen zu bauen." Dazu sei es dringend erforderlich, die steuerliche Abschreibung (AfA) im Mietwohnungsbau dauerhaft von derzeit zwei auf drei Prozent zu erhöhen. Darüber hinaus brauche der soziale Wohnungsbau eine Förderung von mindestens sechs Milliarden Euro pro Jahr durch Bund und Länder - und das kontinuierlich für die nächsten Jahre. In diesem Jahr unterstütze der Bund den Bau von Sozialmietwohnungen mit lediglich 1,5 Milliarden Euro, ab 2020 würden die Mittel sogar auf eine Milliarde abgesenkt. Zudem fallen laut Gewerkschaft pro Jahr rund 80 000 Sozialwohnungen aus der befristeten Mietpreisbindung heraus; das seien viel mehr, als in den letzten Jahren neu gebaut wurden.

"Bau braucht Perspektive"

"Der Bau braucht eine Perspektive. Und die bekommt er durch eine dauerhaft wirksame und verlässliche Förderung. Nur dann werden in der gesamten Prozesskette - von der Baustoffherstellung bis zur Verarbeitung auf dem Bau - die dringend notwendigen Kapazitäten ausgebaut. Und das bedeutet zusätzliche Fachkräfte und sichere Arbeitsplätze, zusätzliche Produktionsstraßen und Baumaschinen", sagt Michael Groha. Die Baubranche müsse die Gewissheit haben, dass alles, worin sie heute investiert, auch in fünf und zehn Jahren gebraucht werde. red

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren