Bad Staffelstein
Natura 2000

Gebiet westlich von Bad Staffelstein wird unter besonderen Schutz gestellt

Für das Natura-2000-Gebiet westlich von Bad Staffelstein entlang des Mains bis Hallstadt bei Bamberg und einer Teilfläche des europäischen Vogelschutzgebiet...
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Herbert Rebhan, Leiter des Sachgebietes Naturschutz bei der Regierung von Oberfranken Foto: Völk
Herbert Rebhan, Leiter des Sachgebietes Naturschutz bei der Regierung von Oberfranken Foto: Völk
Für das Natura-2000-Gebiet westlich von Bad Staffelstein entlang des Mains bis Hallstadt bei Bamberg und einer Teilfläche des europäischen Vogelschutzgebiets "Täler vom oberen Main, Unterer Rodach und Steinach" soll ein sogenannter Managementplan erstellt werden.
Das FFH-Gebiet umfasst eine Größe von rund 810 Hektar, der zum Teil deckungsgleiche Anteil des europäischen Vogelschutzgebietes eine Fläche von 1513 Hektar. Zum Auftakt fand am Montag eine erste Informationsveranstaltung in der Schule der Dorf- und Flurentwicklung in Klosterlangheim statt. Dazu hatte die Regierung von Oberfranken alle betroffenen Grundstückseigentümer, Bewirtschafter, Kommunen und Verbände eingeladen.
Herbert Rebhan, Leiter des Sachgebietes Naturschutz bei der Regierung von Oberfranken, stellte Ziele und Vorgehensweise vor. Zunächst unterstrich er die Bedeutung von FFH-Gebieten. Europaweit gibt es 233 natürliche oder naturnahe Lebensräume, die mehr oder weniger gefährdet oder typisch für bestimmte Teile Europas sind. Vom Verlust des Lebensraumes sei inzwischen jedes zweites Säugetier, jeder dritte Vogel, jeder dritte Fisch und jede dritte Pflanze bedroht.


Den Ist-Zustand erfassen

In Bayern zählen 70 Tierarten und 23 Pflanzenarten zu den gefährdeten Arten. Vorrangiges Ziel von Natura 2000 sei die Erhaltung von Lebensraumtypen und Arten. Dies geschehe Schritt für Schritt über eine Erfassung und Bewertung des IstZustands der Gebiete, die Erarbeitungen von Vorschlägen zum Erhalt sowie eine öffentliche Vorstellung der Ergebnisse und eine Diskussion mit den Betroffenen an einem "runden Tisch".
Im Managementplan werden die Maßnahmen festlegt, die notwendig sind, um das Gebiet in seinen guten Zustand zu erhalten. Beispielsweise durch eine angepasste Bewirtschaftung der blütenreichen Mähwiesen sowie die Förderung naturnaher Gewässer und Auwälder. Als europäisches Vogelschutzgebiet bietet die Mainaue für viele bedrohte Vogelarten wie Rohrweihe, Blaukehlchen, Kiebitz oder Eisvogel einen Lebens- und Rückzugsraum, den es zu erhalten gilt. Die Kartierung soll bis Spätsommer 2018 erfolgen, die sich anschließenden "runden Tische" sind für den Winter oder Frühjahr 2019 vorgesehen. Die Fertigstellung und Übergabe der Managementpläne ist für Mitte 2019 geplant.
Dass dort, wo es um Naturschutz geht, es immer auch um Emotionen geht, zeigte die anschließende Diskussion. Jürgen Finkel von Gut Ummersberg sprach von Enteignung und einem hohen bürokratischen Aufwand bei der Lösung von Problemen. "Kauft doch die Flächen und zahlt gutes Geld", lautete sein Vorschlag. Der Landwirtschaftsmeister hatte schlechte Erfahrungen mit einer Mäuseplage im Itzgrund gemacht. Auf den Wiesen des Bullenmästers fanden sich 45 Mäuselöcher pro Quadratmeter. Zur Bewertung des Problems sollte erst eine Analyse erstellt werden. Herbert Rebhan wies darauf hin, dass es im betreffenden Vogelschutzgebiet Eulen gebe und diese Mäuse fressen würden: "Da können wir nicht einfach Giftköder ausbringen." Die entsprechenden Maßnahmen müssten erst mit den Ministerium abgeklärt werden.


Probleme erörtern

Hubert Dorsch, Zweiter Bürgermeister von Breitengüßbach, beklagte die Biberspuren in der Landschaft. "Wenn man dies von Hand gemacht hätte, dann wäre man eingesperrt worden." Ein Problem, welches laut Rebhan bereits erkannt wurde.
BN-Kreisvorsitzender Anton Reinhardt wies auf die Bedeutung des Naturschutzes hin, der doch im Interesse aller liegen sollte. Herbert Rebhan machte mehrmals darauf aufmerksam, dass die Teilnahme an der Maßnahme freiwillig sei, der "runde Tisch" auch zur Erörterung möglicher Probleme diene.
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