Kupferberg
Theater 

Gaudi bis zur letzten Sekunde

"Die Berchler" feierten in Kupferberg mit der Kriminalkomödie "Wir sind alle kleine Sünderlein" eine rauschende Premiere.
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Hoteliers Schorsch Dimpelmoser (Stefan Kranitzschky) sowie Bürgermeister und Sparkassenchef Hugo Schlotter (Thomas Steinlein) zählen die letzten Sekunden. Ist für Wirtin Luise Schatz (Stefka Kodisch) alles verloren? Ein amüsantes Theaterstück boten "Die Berchler" bei der Premiere. Foto: Klaus-Peter Wulf
Hoteliers Schorsch Dimpelmoser (Stefan Kranitzschky) sowie Bürgermeister und Sparkassenchef Hugo Schlotter (Thomas Steinlein) zählen die letzten Sekunden. Ist für Wirtin Luise Schatz (Stefka Kodisch) alles verloren? Ein amüsantes Theaterstück boten "Die Berchler" bei der Premiere. Foto: Klaus-Peter Wulf
Mit einem sehenswerten Stück feierte die Theatergruppe "Die Berchler" Premiere in der Kupferberger Stadthalle. Aufgeführt wurde die Kriminalkomödie "Wir sind alle kleine Sünderlein" von Beate Irmisch, in der die vier Damen und fünf Herren wieder alle Register ihres schauspielerischen Könnens zogen und dem Publikum einen kurzweiligen bereiteten.
Im Mittelpunkt steht die kleine Pension "Zum Schatzkästlein". Dort scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Urig, gediegen und schon etwas aus der Mode gekommen ist aber nicht nur die Pension, sondern auch das dazugehörende kleine Café - und die 70-jährige Wirtin Luise Schatz (Stefka Kodisch).


Wo ist der Schatz versteckt?

Allerdings zeigen vor allem der Hoteliers Schorsch Dimpelmoser (Stefan Kranitzschky) sowie Bürgermeister und Sparkassenchef Hugo Schlotter (Thomas Steinlein) großes Interesse an dem Anwesen. Schorsch hegt den geheimen Plan, sein Hotel zu vergrößern, und will mit aller Macht die Pension erwerben, koste es was es wolle. Und Hugo ist scharf auf die geheimnisvolle Schatzkarte, die im Tresor des Cafés liegt und das Versteck einer großen Geldsumme preisgibt, dass aus einem Raubzug des Knacker-Ede stammt und im Gewölbekeller ruhen soll.
Geheimnisumwoben ist dann auch das plötzliche Auftauchen der drei barmherzigen Brüder, Pater Nixnutzius (Markus Ittner), Maximus (Willi Pöhlmann) und Felixinix (Willi Rucker), die im Café nach einer Schlafgelegenheit fragen. Die drei haben es ebenfalls faustdick hinter den Ohren, merken schnell, worauf Schlotter und Dimpelmoser hinaus wollen, und helfen der Pensionswirtin. Als Hugo und seine Jolante (Martina Rucker) im Schutz der Dunkelheit den Schlüssel zu der Eisentür im Gewölbekeller aus dem Tresor stibitzen wollen, gehen plötzlich die dort von den drei Gangstern deponierten Knallfrösche los. Hugo und Jolante meinen, es ist der Geist des - angeblich - verstorbenen Knacker-Ede, und ergreifen die Flucht. Die drei barmherzigen Brüder, in Wirklichkeit die aus der Justizvollzugsanstalt Bayreuth entflohenen Gangster Felix, Max und Paul, waren aber schneller und haben den Tresor bereits an sich gebracht.


Die Wahrheit kommt heraus

Die Wahrheit kommt heraus, als Dimpelmoser und Schlotter bei der Wirtin im Café stehen und die Sekunden zählen, denn am Mittag um 12 Uhr ist ihre erste Rate vom Kredit der Sparkasse fällig - und das Geld hat die Frau nicht. Plötzlich rast Jolante herein und brüllt: Alles aus, alles! Ein Mönch hat gerade 450 000 Euro bei der Sparkasse auf das Konto von Luise Schatz eingezahlt. Nix mehr mit Edes Schatz heben - der selber als Felixinix unter den Brüdern war - und auch nix mit Hotel erweitern. Happy End fürs "Schatzkästlein".
Apropos Happy End: Die drei Gangster hat es wieder in "ihren Knast" gezogen. Sie stellten sich laut Radiomeldung am Gefängnistor, verrieten aber nicht, wo sie sich in den vergangenen Tagen verborgen hatten. Das bleibt ein Geheimnis.
Hervorragend haben sich die Darsteller in ihre Rollen versetzt. Herausragend agierten Stefka Kodisch als schrullige Pensionschefin und Willi Rucker als Bruder Felixinix oder Knacker-Ede. Allein seine glasklare, helle Stimme, als hätte er Kreide gegessen, und seine kleinen Tippelschritte über die Bühne - einfach grandios!
Neu im Ensemble war Doris Holhut, die sich sehr schnell in die Rolle der Karoline hineinfand und es sogar wagte, Bruder Maximus schöne Augen zu machen. Mit von der Partie sind zudem Wilma Geierling (Dagmar Vornhof) und Souffleuse Heidi Holhut.
Wer das Stück nicht sehen konnte, hat an den nächsten beiden Wochenenden noch genug Gelegenheit dazu. Es sind je drei Vorstellungen der Kriminalkomödie vom Freitag, 15. Januar, bis Sonntag, 17. Januar sowie von Freitag, 22. Januar, bis Sonntag, 24. Januar, geplant (siehe Infobox).
Für die Bewirtung der Gäste tragen wie gewohnt die Kupferberger und Wirsberger Vereine Sorge.
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