Ermershausen

Gasexplosion als Übungsszenario

Beim Gemeindefeuerwehrtag in Ermershausen probte ein Großaufgebot an Freiwilligen Feuerwehren und Rettungskräften für den Ernstfall. Die alte Schule diente dabei als Einsatzort.
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Im eingestürzten Gebäude, als welches die alte Schule diente, standen die Angriffstrupps vor so mancher Herausforderung. Insgesamt 19 "Verletzte" wurden von den Einsatzkräften gerettet. Die Übung stand im Mittelpunkt des Gemeindefeuerwehrtages in Ermershausen. Fotos: Christian Licha
Im eingestürzten Gebäude, als welches die alte Schule diente, standen die Angriffstrupps vor so mancher Herausforderung. Insgesamt 19 "Verletzte" wurden von den Einsatzkräften gerettet. Die Übung stand im Mittelpunkt des Gemeindefeuerwehrtages in Ermershausen. Fotos: Christian Licha
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Eine Gasexplosion erschüttert die Schule in Ermershausen. Teilweise ist das Gebäude eingestürzt, Personen werden vermisst, ein Brand entwickelt sich. Das war das Übungsszenario der Freiwilligen Feuerwehr Ermershausen beim diesjährigen Gemeindefeuerwehrtag. Gemeinsam mit den Feuerwehren aus Dippach, Maroldsweisach, Bundorf, Birkenfeld, Hofheim und Sulzdorf an der Lederhecke wurde der Ernstfall geprobt.

Auch der Rettungsdienst war mit der Sondereinsatzgruppe (SEG) Transport II aus Ebern in die Übung eingebunden. Insgesamt waren rund 90 Ehrenamtliche gefordert, bei der Übung fiktiv Menschenleben zu retten. Mit weit über 100 Zuschauern war das Interesse seitens der Bevölkerung groß, die Arbeitsweise der Feuerwehr einmal aus der Nähe zu betrachten.

"Am Einsatzort gab es viele außergewöhnliche Herausforderungen für die Angriffstrupps, die unter Atemschutzgeräten an ihre Grenzen gingen", erzählte Kommandant und Kreisbrandmeister Andreas Franz, der den Ablauf in wochenlanger Vorarbeit genau geplant hatte.

Feuer im Obergeschoss

Mit der alten Schule, die sowieso demnächst abgerissen wird, hatte man das perfekte Übungsobjekt gefunden. Hier ließen sich alle erdenklichen Szenen nachstellen. So war zum Beispiel im Obergeschoss ein Feuer ausgebrochen, das mithilfe von Brandpaste nachgestellt wurde. Das Treppenhaus war eingestürzt, so dass die Verletzten mit Hilfe eines Rettungsbretts über eine Steckleiter abgeseilt werden mussten. Ein Verletzter war unter Betonteilen eingeklemmt und wurde mit einem Hebekissen geborgen.

Originalgetreu wurde das Geschrei eines Babys simuliert, das sich hinter einer verschlossenen Tür befand. Mithilfe einer Rettungsaxt verschafften sich die Feuerwehrmänner Zutritt zu dem Raum und brachten die Übungspuppe ins Freie.

Optisch sehr realistisch, mit perfekt geschminkten Details nachgestellt, sah man auch Pfäh-lungsverletzte, deren Bauch beziehungsweise Bein mit einer Eisenstange durchbohrt war.

Kompetente Mannschaft

Als Einsatzleiter der Übung fungierte der Ermershäuser Gruppenführer Johannes Schobig. Unterstützt wurde er dabei von einer kompetenten Mannschaft, die ihm den Funkverkehr mit den einzelnen Abschnittsleitern abnahm. Die insgesamt 19 fiktiven Verletzten versorgte die SEG des Roten Kreuzes mit Bereitschaftsleiter Rudi Hauck an der Spitze an der eingerichteten Sammelstation.

Unter anderem standen Mitglieder der Jugendfeuerwehr Ermershausen als Übungsopfer zur Verfügung, die ein angenommenes Schädel-Hirn-Trauma, starke Blutungen oder Verbrennungen aufwiesen.

Kreisbrandrat Ralf Dressel zollte den Einsatzkräften seinen Respekt und seine Anerkennung für die fantastische Leistung bei der rund 90-minütigen Großübung. "Ohne die ganz hervorragende Ausarbeitung und Simulation des Ernstfalls wäre diese spitzenmäßige Gemeinschaftsübung nicht möglich gewesen", lobte Kreisbrandinspektor Peter Hegemann den Organisator Andreas Franz.

Leistungsfähige Wehren

Die volle Unterstützung des Landkreises, die die Freiwilligen Feuerwehren jetzt schon erfahren, sagte Landrat Wilhelm Schneider (CSU) auch weiterhin zu. Gemeinsam mit seiner Frau Larissa war der Landkreis-Chef nach Ermershausen gekommen, um sich selbst von der Leistungsfähigkeit der Wehren zu überzeugen.

"Es ist gut zu wissen, dass man sich immer auf euch verlassen kann", stellte der Bürgermeister Günter Pfeiffer (FW) die Schlagkräftigkeit der Feuerwehren heraus. Es sei wichtig, dass man auch der Öffentlichkeit die Vorgehensweise nahegebracht habe, sagte das Gemeindeoberhaupt. Nach getaner Arbeit, die teilweise unter Extrembedingungen stattfand, wurden die Floriansjünger im Festzelt vor dem Feuerwehrhaus durch die Gemeinde verköstigt.

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