Bamberg
Offener Brief

Gärtner für Friedhofskultur statt Bestattungswald

Die SPD-Fraktion im Bamberger Stadtrat hatte kürzlich mitgeteilt, sich für einen sogenannten Bestattungswald auf dem früheren Muna-Gelände einsetzen zu wollen. Eher kritisch sieht die Interessengemein...
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Die SPD-Fraktion im Bamberger Stadtrat hatte kürzlich mitgeteilt, sich für einen sogenannten Bestattungswald auf dem früheren Muna-Gelände einsetzen zu wollen. Eher kritisch sieht die Interessengemeinschaft (IG) Bamberger Gärtner diesen Vorschlag.

Insbesondere die Friedhofsgärtner freuten sich laut eines offenen Briefs an den SPD-Kreisverband zwar, dass sich dieser der Themen "Bestattung und Friedhöfe" in Bamberg annehme, denn "auch wir sehen in diesem Bereich starke Defizite und Handlungsbedarf". Auf den Bamberger Friedhöfen würden seit Jahren immer mehr Grabstellen aufgelassen. Die steigende Zahl leerer Grünflächen störe den traditionellen Gesamteindruck eines Friedhofs erheblich.

Im Gegenzug müssten die brachen Grabflächen dauerhaft kostenintensiv durch die Stadt gemäht und gepflegt werden. "Mit den Gräbern stirbt aber auch allmählich die Jahrhunderte alte Bamberger Friedhofskultur und damit ein Teil unserer christlichen Wurzeln", schreibt Thomas Schmidt, Sprecher der IG Bamberger Gärtner. Friedhofsgärtner, Steinmetze und andere Berufe seien davon wirtschaftlich ernsthaft betroffen.

Ort der gemeinsamen Trauer

Allerdings könne ein Bestattungswald nicht diese Probleme lösen, dadurch würde "das Gräbersterben nur noch beschleunigt". Vielmehr müsse es das Ziel sein, die Erdbestattung als christliches Brauchtum zu erhalten und wieder attraktiver zu machen. Denn ein Friedhof sei schon immer auch ein Ort der gemeinsamen Trauer. Hier könne man mit der Pflege des Grabes den Verstorbenen einen letzten Dienst erweisen. "Gerade diese im Bestattungswald verbotene Grabpflege ist oft für ältere Angehörige eine wichtige Aufgabe", schreibt Schmitt und bittet deshalb, von der Forderung eines Bestattungswaldes Abstand zu nehmen. Stattdessen solle sich die SPD für eine Reduzierung der Liegegebühren und der Verlängerungsfristen für Grabstätten von zwölf auf sechs Jahre einsetzen. red

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