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Kronach

FWG soll "Härtefall" bleiben

Verbandsvorsitzender Jürgen Baumgärtner sieht die besondere Förderung der Frankenwaldgruppe über 2028 hinaus als Herausforderung der nächsten Jahre. Er verweist auf das bis 2040 angelegte Gesamtkonzept zur Sanierung der FWG.
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Die Rohre der Frankenwaldgruppe sind in die Jahre gekommen, wie hier in Lahm. Viele sind bereits erneuert worden. Foto: Archiv/Veronika Schadeck
Die Rohre der Frankenwaldgruppe sind in die Jahre gekommen, wie hier in Lahm. Viele sind bereits erneuert worden. Foto: Archiv/Veronika Schadeck

Veronika Schadeck Kronach —  Nicht die Baumaßnahmen und die Sanierung von Wasserleitungen, sondern die Anerkennung des Wasserzweckverbands Frankenwaldgruppe (FWG) als Härtefall über das Jahr 2028 hinaus, das ist laut dem Vorsitzenden der FWG, Jürgen Baumgärtner, in den nächsten Jahren die Herausforderung.

Der Vorsitzende sprach am Freitag bei der Verbandsversammlung von 23 Millionen Euro, die die FWG in den Jahren 2019 bis 2023 in die Sanierung von Wasserleitungen investierte beziehungsweise investieren wird. Danach gehe er von einer jährlichen Summe von rund einer Million Euro aus, die für die Sanierungen beziehungsweise Reparaturen von Wasserleitungen aufgewendet werden. "Wir bewegen uns im Plan, sowohl was die Kosten als auch den Zeitrahmen betrifft!"

Er wies darauf hin, dass die derzeit geltenden Härtefallregelungen im Rahmen der Richtlinien für Zuwendungen zu wasserwirtschaftlichen Vorhaben (RZWas) Ende 2020 auslaufen. Es sei aber davon auszugehen, dass diese in der derzeitigen Form bis zum Jahre 2025 verlängert werden. Er wolle sich zudem dafür einsetzen, dass diese Förderrichtlinien bis 2028 gelten.

Der Vorsitzende erinnerte daran, dass der Wasserzweckverband vor fünf Jahren gefordert war, ein Gesamtkonzept für die Sanierung der FWG, das dann auch bis 2040 erstellt wurde, zu erstellen. Dies sei damals neben der Kooperation mit der FWO die Voraussetzung gewesen, um überhaupt in den Genuss von Fördermitteln zu kommen.

Die Bemühungen und auch der damit oftmals verbundene Ärger hätten sich gelohnt, denn statt der zusätzlichen 20 000 Euro, die die an die FWG angeschlossenen Haushalte für die maroden Leitungen hätten aufbringen müssen, falle nun ein Betrag von 100 Euro pro Jahr an.

Die Herausforderung sei nun, dass der Fördergeber nicht die getätigten und beabsichtigten Einzelmaßnahmen, sondern das von ihm einst geforderte Gesamtkonzept auf Dauer anerkenne. Denn somit würden auch die Fördergelder bis zum Jahre 2040 fließen.

Baumgärtner erklärte in diesem Zusammenhang, dass aufgrund der jetzigen Regelungen viele bayerische Kommunen die Härtefallregelungen in Anspruch nähmen, die eigentlich gar kein Härtefall seien. Deshalb müsse die Staatsregierung die Bewilligung von Fördergeldern flexibler, beispielsweise nach Regionen und Bedürftigkeit einer Gemeinde, verteilen.

Sollten die RZWas-Förderungen in der Tat 2028 auslaufen, dann "müssen wir nach 2022 noch einmal einen Gang höher schalten" und mehr Baumaßnahmen als geplant ausführen. Auch die Gemeinden würden sich bei so einem Fall dann Gedanken machen müssen, welche Sanierungen sie im Bereich von Wasser und Kanal in dem noch geltenden Zeitraum der aktuellen Förderrichtlinien durchführen wollen.

Baumgärtner meinte, dass er sich auf jeden Fall dafür einsetzen wolle, dass das Gesamtsanierungskonzept der FWG auch künftig anerkannt und die RZWas-Förderrichtlinien bis zum Jahre 2028 aufrechterhalten werden. "Ich werde vorher mein Amt als Vorsitzender nicht abgeben!"

Sein Dank galt seiner Stellvertreterin Susanne Grebner und den Verbandsräten. Dass die FWG sich nun auf Kurs befinde, sei der Verdienst aller. Ein besonderer Dank galt aber auch der FWO mit dem Vorsitzenden Heinz Köhler und dem Geschäftsführer Markus Rauh. Dieser gab das Kompliment zurück. Der Start der Kooperation vor sechs Jahren sei zwar holprig gewesen, aber es habe sich eine gute Zusammenarbeit entwickelt.

Lobende Worte fand der Tettauer Bürgermeister Peter Ebertsch. In diesem Jahr habe er zum ersten Mal nach langer Zeit keinen Rohrbruch in Schauberg gehabt. Er sprach von 60 000 Euro, die jeder Haushalt in Schauberg hätte für die Sanierung ihres Ortsnetzes berappen müssen. Dass es nun nur noch 100 Euro geworden sind, sei ein Verdienst des Vorsitzenden.

Im Verlauf der Verbandsversammlung wurde zudem der Haushaltsplan 2020 und der Finanzplan 2021 bis 2028 verabschiedet. Demnach beträgt das Haushaltsvolumen 16 699 Euro. Davon entfallen auf Einnahmen 8 793 700 Euro und auf Ausgaben 7 905 320 Euro.

Der Schuldenstand der FWG beträgt zum 1. Januar 2020 23 042 304 Euro. Für 2020 ist eine Tilgung mit 1 214 758 Euro geplant. Eine Neuaufnahme von Krediten ist für 2020 nicht vorgesehen.

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