Michelau
michelau.inFranken.de  Zahlreiche Funktionäre und Mitglieder wurden geehrt sowie eine durchwachsene Bilanz gezogen.

Fußballclub sucht Trainer und Betreuer

Es war keine "gewöhnliche" Jahresversammlung, zu der der 1. FC Michelau ins Sportheim eingeladen hatte. Im Zeichen des 110-jährigen Bestehens standen zahlreiche Ehrungen durch den Bayerischen Fußballv...
Artikel drucken Artikel einbetten
Stolz sind die Mitglieder des Michelauer Vereins auf ihre Ehrungen, die ihnen vom Bayerischen Fußballverband zuerkannt wurden. Der gesamte Verein wurde mit der Silbernen Raute ausgezeichnet.  Fotos: Klaus Gagel
Stolz sind die Mitglieder des Michelauer Vereins auf ihre Ehrungen, die ihnen vom Bayerischen Fußballverband zuerkannt wurden. Der gesamte Verein wurde mit der Silbernen Raute ausgezeichnet. Fotos: Klaus Gagel
+1 Bild

Es war keine "gewöhnliche" Jahresversammlung, zu der der 1. FC Michelau ins Sportheim eingeladen hatte. Im Zeichen des 110-jährigen Bestehens standen zahlreiche Ehrungen durch den Bayerischen Fußballverband und den Verein auf der Tagesordnung. Auch die Neuwahlen für die kommenden zwei Jahre standen an.

Gütesiegel vom Verband

Insgesamt war es eine recht positive Bilanz, welche die Berichterstatter ziehen konnten, auch wenn an einigen Stellen der Schuh drückt. Für die hervorragende Vereinsarbeit spricht, dass dem 1. FC Michelau das Gütesiegel des BFV, die "Silberne Raute" verliehen werden konnte. Dafür waren vier Hauptkriterien zu erfüllen: ehrenamtliche Tätigkeiten, Jugendförderung, Breitensport für alle Altersklassen sowie Prävention (Vorbeugung) und deren Umsetzung. "Der 1. FCM hat alle geforderten Normen mit einem hervorragenden Ergebnis erfüllt", verkündete der Kreisvorsitzenden Bastian Büttner. Glückwünsche zur "Silbernen Raute" überbrachte er auch im Namen von Egon Grünbeck aus Reitsch und Sigi Tabbert aus Ahornberg.

Betont nüchtern zog der Vorsitzende Gerd Bergmann in sportlicher Hinsicht Bilanz: "Die Realität hat uns eingeholt." So hatten sich die Herren die Rückkehr in die Kreisklasse leichter vorgestellt. Die Meistereuphorie war schnell verflogen. Die 2. Mannschaft wurde dagegen überraschend Vizemeister und stieg später in die A-Klasse auf.

Die Damen sicherten sich einen relativ guten Platz in der Bezirksoberliga. Hier bereitet die 2. Mannschaft Probleme. So mussten sogar Spiele abgesagt werden, mit hohen Kosten. "Positive und Negatives gleichen sich wohl aus." Es liege an den Aktiven, wie der Weg weitergeht. Im Jugendbereich möchte man unter Einbeziehung der Ausbildungsbetriebe das bewährte Jugendkonzept weiterführen. Allerdings führten auch hier bei den B-Juniorinnen Lustlosigkeit zu teuren und blamablen Spielabsagen.

Bei den Jungs spielt der Großteil der D- bis A-Jugend in der JFG Rodach-Main. Die stand im Sommer kurz vor der Auflösung. Viele Abgänge verzeichnet die A-Jugend, die B-Jugend entfällt. Die Hoffnung setzt man auf die starke D-Jugend. Die Kleinsten (G-, F-, E-Jugend) sind mit Begeisterung dabei. Spätestens im Winter müsse man entscheiden, wie es weitergeht. Problematisch sei auch die Trainer- und Betreuersituation. Doch gerade davon hänge die Zukunft des Vereins ab, so Bergmann.

Bei der Altliga hat sich seit vielen Jahren nicht viel geändert. Der Spielbetrieb läuft. Am Ende seines sportlichen Fazits dankte der Vorsitzende allen Helfern und Aktiven.

Wirtschaftlich ist der FCM absolut gesund. Das betätigten auch der Kassier und die Kassenprüfer. Allerdings wird die Dienstbesetzung zunehmend schwieriger. So bleibt als Haupteinnahmequelle das Zolltorplatzfest. Auch einzelne Vermietungen des Sportheims bringen etwas Geld in die Kasse.

Sozialpolitische Aufgabe erfüllt

Unter dem Strich zeigt sich, dass der FC Michelau eine wichtige sozialpolitische Aufgabe innerhalb der Gemeinde übernimmt. Das gilt vor allem mit Blick auf die Jugendarbeit.

Den Bericht für die Jugendabteilung trug Pascal Rux vor. Insgesamt sind 168 Kinder und Jugendliche in neun Jugendmannschaften aktiv. Detailliert trug der Jugendleiter die Erfolge der einzelnen Mannschaften vor. Zu den Herausforderungen gehört der Schwund innerhalb der Jugend und die fehlenden Betreuer und Trainer.

Nicht ganz einfach war die Ausgangssituation für die 1. Herrenmannschaft. Nach dem Wiederaufstieg in die Kreisklasse fand man sich in der ungeliebten Kreisklasse 1 mit der Zuordnung zum Coburger Landkreis wieder. Das bedeutete nicht nur weitere Anfahrten, unbekannt Gegner, keine Derbys, weniger Zuschauer und eine kulinarische Umstellung. Erklärtes Saisonziel war somit der Klassenerhalt, der mit acht Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz auch erreicht werden konnte. Der Zweiten gelang als Vizemeister der direkte Aufstieg in die A-Klasse.

Die 1. Damenmannschaft erreichte in der Bezirksoberliga einen dritten Tabellenplatz und wurde mit nur drei gelben Karten Fairnesspreissieger. Die zweite Damenmannschaft erkämpft in der Kreisklasse Nord einen sechsten Tabellenplatz. Ärgerlich war, dass zwei Spiele wegen Personalmangel abgesagt werden mussten. kag

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren