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Fußball und der Datenschutz

Vor einigen Wochen habe ich an gleicher Stelle schon einmal über die Auswüchse der grundsätzlich ja durchaus zu begrüßenden neuen EU-DSGVO abgelästert. Inzwischen haben sich mehrere Vereine, in denen ...
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Vor einigen Wochen habe ich an gleicher Stelle schon einmal über die Auswüchse der grundsätzlich ja durchaus zu begrüßenden neuen EU-DSGVO abgelästert.

Inzwischen haben sich mehrere Vereine, in denen ich Mitglied bin, mit dieser ominösen Datenschutzgrundverordnung beschäftigt. Zum Beispiel mein Sportverein. Es ist gar nicht so einfach, hier alles richtig zu machen. Das geht schon bei ganz banalen Dingen an - wie einem Bericht über ein Fußballspiel.

In wie vielen Berichten haben wir nicht schon diese oder ähnliche Sätze gelesen:  "In der 66. Minute wurde der 18-jährige Linksfüßer Karl Schmidt vom gegnerischen Manndecker Gustav Bruch von den Beinen geholt und musste verletzt vom Platz. Für ihn kam der tschechische Neuzugang Pavel Havlenka. Bruch erhielt von Schiedsrichter Boris Backer zu Recht die Rote Karte."

Nach der EU-DSGVO , die in Deutschland geradezu exzessiv umgesetzt wird, ist diese Schilderung unmöglich. Namen, Alter, Blessuren, Herkunft - das geht gar nicht ohne schriftliche Einverständniserklärung in dreifacher Ausfertigung. Ich hab' mich mal an einer korrekten Version versucht. Lesen Sie selbst: "In der 66. Minute ging der mit einem seiner zwei Füße besser auftretende Peter S. (Name der Redaktion bekannt), den Zuschauer auf etwa 16 bis 25 Jahre schätzten, in der Nähe des gegnerischen Spielers Gerd H. (Name der Redaktion bekannt) zu Boden. Über die Ursachen und Folgen des Sturzes wurde Stillschweigen vereinbart. Für ihn kam der aus einem Staat des Schengenraums stammende Karel C. (Name und Herkunft der Redaktion bekannt) aufs Feld. Schiedsrichter Heinz T. (Name der Redaktion bekannt) zog einen eingefärbten Karton und hielt ihn in den Abendhimmel. Über den Verbleib von H., der später den Platz verließ, ist nichts bekannt." Klingt komisch, oder? Dietmar Hofmann

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