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Haßfurt

Funklöcher in zahlreichen Orten

Der SPD-Landtagsabgeordnete Volkmar Halbleib kritisiert weiße Flecken im Landkreis Haßberge.
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Sendemast für den Mobilfunk - noch ist die Technik im Landkreis Haßberge nicht flächendeckend.  Foto: Archiv
Sendemast für den Mobilfunk - noch ist die Technik im Landkreis Haßberge nicht flächendeckend. Foto: Archiv

In über 43 Prozent der unterfränkischen Gemeinden gibt es bei der Mobilfunk-Versorgung nach wie vor "weiße Flecken", in denen bisher noch keine Erreichbarkeit mit dem Handy über einen Telekommunikationsanbieter besteht - eben das sprichwörtliche Funkloch vorhanden ist. Das ergibt sich aus der Antwort der Staatsregierung auf eine Anfrage des Würzburger SPD-Landtagsabgeordneten Volkmar Halbleib. Von 305 unterfränkischen Gemeinden haben insgesamt 133 Gemeinden mindestens einen Ort, in dem es keinen verlässlichen Sprachmobilfunk gibt, wie der Parlamentarier am Mittwoch mitteilte.

Für Halbleib, der sich nach eigenen Angaben seit 2017 mit der Mobilfunkabdeckung Mainfrankens intensiv befasst, eine mehr als ernüchternde Antwort: "Dass wir nach wie vor sehr weit von einer flächendeckenden Erreichbarkeit sind, war mir klar. Dass wir aber in mehr als vier von zehn Gemeinden deutliche Lücken haben, zeigt, dass seit dem bayerischen Mobilfunkprogramm vom September 2018 zu wenig passiert ist. Für die betroffenen Gemeinden ist das ein nicht zu unterschätzender Standort-Nachteil, wenn vielerorts am Handy Funkstille herrscht. Nach wie vor ist das eine Benachteiligung des ländlichen Raums", lautet Volkmar Halbleibs Einschätzung.

Das lasse sich auch an der Antwort des Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie ablesen. Während die Städte Aschaffenburg, Schweinfurt und Würzburg frei von größeren Funklöchern sind, seien im Landkreis Haßberge 19 von 26 Gemeinden betroffen, das heiße, 73 Prozent aller Gemeinden haben mit Funklöchern zu kämpfen. Im Einzelnen gilt dies den Angaben zufolge für Aidhausen, Breitbrunn, Bundorf, Burgpreppach, Ebelsbach, Ebern, Eltmann, Haßfurt, Hofheim, Riedbach, Oberaurach, Kirchlauter, Knetzgau, Königsberg, Maroldsweisach, Theres, Rauhenebrach, Rentweinsdorf und Zeil.

Ein weiteres Zeichen dafür, dass die Schließung der Mobilfunk-Lücken noch längere Zeit auf sich warten lassen wird, ist laut Halbleib die geringe Inanspruchnahme des bereits 2018 aufgelegten Mobilfunk-Förderprogramms. Von 133 förderberechtigten Gemeinden haben bisher nur neun Gemeinden einen Förderantrag gestellt, darunter im Kreis Haßberge die beiden Kommunen Haßfurt und Oberaurach. Erforderlich sei, so Halbleib, eine staatliche Infrastrukturgesellschaft, die sich um die Schließung der Funklöcher kümmern müsse, wie es die SPD-Landtagsfraktion schon vor eineinhalb Jahren gefordert habe.

Aus Halbleibs Sicht kann und muss der Freistaat mehr machen, verlasse sich aber zu sehr auf die Bundesregierung, dass die Mobilfunkanbieter im Rahmen der Versteigerung der 5G-Lizenzen zu einer flächendeckenden Mobilfunkversorgung verpflichtet werden. red