Eyrichshof

Fullhouse für Rea, Wincent und die EAV

Vom 23. bis 28. Juli geht es in Schloss Eyrichshof rund. Zum Teil gibt es noch Karten.
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Eckehard Kiesewetter Eyrichshof — Dreimal ausverkauft; zwei Mal zu gut zwei Drittel gefüllt. "Das spricht für das Händchen von Gaby Heyder", sagt Gastgeber und Mitorganisator Hermann von Rotenhan Die Chefin vom Veranstaltungsservice Bamberg sieht ebenfalls im 5. Rösler-Open-Air-Festival einen Erfolg. Das Konzept geht auf: Sechs Abende für verschiedenste Musikgeschmäcker und der malerische Hof des Rotenhan-Schlosses, das ist für Gaby Heyder ein "rundes Paket". Das Areal sei "logistisch nicht so einfach, aber tierisch schön".

"Unsere zwei Besten", berichtet Veranstaltungsservice-Pressesprecherin Laura Velten, sind schon lange ausverkauft". Rea Garvey zog von Anfang an und als Wincent Weiss bei "Sing meinen Song" im Fernsehen auftrat, "sind auch seine Verkaufszahlen in die Höhe geschossen". TV-Präsenz zieht. Dazu bekennt sich Heyder. Sie hat vor Wochen die Präsenz von Wincent Weiss im Fernsehen verfolgt: "Ein totaler Sympathieträger."

Spezieller Charme

Eyrichshof hat seinen eigenen Charme. Gaby Heyder liebt die attraktiven Freiluftschauplätze, ähnlich auch wie Coburg, Banz und neuerdings, wenn auch eine Nummer kleiner, Königsberg. Wie wohl sich die Künstler auf dem beschaulichen Festival und im stimmungsvollen Eyrichshof fühlen, bestätigt sich immer wieder. Beispielsweise Johannes Oerding 2018: "Der hat einfach immer weitergespielt", erzählt Gaby Heyder, "und anschließend noch eine Session im Schloss gegeben". Nena ließ sich interessiert durch die uralte Schlossbibliothek führen. Als "tolle Bestätigung" empfindet Heyder denn auch die spontane Zusage von Rea Garveys Management. Man erinnerte sich sofort an den Gig von 2015 (der Ex-Reamonn-Chef war Gast beim allerersten Festival in Eyrichshof). Auf seiner aktuellen Open-Air-Tour könnte Garvey locker größere Plätze bespielen und höhere Gagen kassieren. Trotzdem hat er sich für Ebern entschieden.

Unverwüstliche Bühnen-Arbeiter

"Theoretisch ausverkauft" ist laut Laura Velten auch der Auftritt der Ersten Allgemeinen Verunsicherung, wie übriges alle Termine der großen EAV-Abschiedstour. "Das ist Wahnsinn, die werden unterschätzt", sagt Gaby Heyder.

Wer die Truppe um Leadsänger Klaus Eberhartinger noch einmal live erleben will, hat eine Zusatzchance: Wegen der großen Nachfrage haben sich die Veranstalter entschlossen, aktuel noch Stehplätze anzubieten.

Bei den Altrockern von "Status Quo", die mit geradlinigem Rock den ersten Festivalabend bestreiten, gibt es noch Karten. Das wird ein Abend für eingeschworene Fans und vermutlich für die etwas ältere Generation. Die Band um Gründungsmitglied Francis Rossi hat es auch nach 50 Jahren noch drauf. Zudem freut sich Gaby Heyder mit "Dr. Woo" und seinem Rock'n'Roll Circus" einen attraktiven Support gefunden haben. Ausschnitte aus seiner sensationellen Mash-up-Show - die er im übrigen auch auf dem Altstadtfest in Ebern präsentiert, gibt er in Eyrichshof im Vorprogramm. Er freut sich - ein Insidertipp der Konzertmanager - "über jeden BH, der auf die Bühne fliegt".

Eine bunte Palette

Die Rotenhans haben im Schloss "eine große Sammlung mit vielen 100 CDs", sagt Hermann von Rotenhan, "ein breites Spektrum: Jimmy Hendrix, David Bowie, Lenny Kravitz, aber auch neue Sachen. Zumeist ist es Rock-Pop, aber auch Klassik."

Der erste Stock des Schlosses ist bei den Festivals als Garderobe und für das Catering reserviert. Historisches Mobiliar wird in Sicherheit gebracht, gegen praktischere Möbel getauscht. Die Schwiegermama überlässt ihr Zimmer den Künstlern. "Das fünfte Mal, da ist vieles schon Routine", sagt Rotenhan, und: "Das sind immer sehr intensive Tage."

Schlossherrin Ana von Rotenhan freut sich auf Angelo Kelly und Familie, ihre Kinder (sechs, neun und zehn Jahre) stehen klar auf Wincent Weiss. Und der Baron ist neben dem Wiedersehen mit Ray Garvey gespannt auf Konstantin Wecker, der mit Mitgliedern der Münchner Philharmoniker auftreten wird. "Ein toller Musiker, den ich schon lange mag," sagt Rotenhan. Ein wenig bange dagegen ist Gaby Heyder vor diesem Auftritt, wie sie augenzwinkernd verrät. Wecker hat zahlreiche Fans, der Abend verkauft sich gut, daran liegt es nicht. Vielmehr ist der Liedermacher bekannt für seine epischen Konzerte und da drohen Probleme mit der Sperrstunde, denn "23 Uhr ist sowieso schon ein Entgegenkommen der Stadt", verrät Gaby Heyder, "da wollen wir nichts überreizen".

"Schlusslicht" unter den Acts ist Angelo Kelly mit seiner Familie, deren "Irish-Heart-Tour" und "Christmas-Tour" sich zuletzt noch gut verkauften. "Deshalb lag es nahe, mit der ,Irish-Summer-Tour' nachzulegen", sagt Gaby Heyder, und Laura Velten räumt ein: "Da haben wir uns mehr erwartet".

Doch es gibt Schlimmeres bei solch einem Festival: Zum Beispiel Konfetti. Heute lacht Gaby Heyder, wenn sie davon erzählt, wie naiv man Mark Forster vor drei Jahren den Konfettiregen zugestand. Es war aber eine Sisyphusarbeit die Schnipsel wieder von der Schotterfläche im Schlosshof zu bekommen.

Heute sind allenfalls noch Luftschlangen erlaubt, idealerweise wasserlösliche. Pyrotechnik, wenn sie im Rahmen bleibt, dagegen ist kein Problem. Heyder: "Es muss ja nicht gleich Rammstein sein." Damit hat man bislang gute Erfahrungen gemacht, was nicht zuletzt der Zusammenarbeit mit der Stadt und der Feuerwehr zu verdanken sei. Die Floriansjünger werden wieder mit großem Aufgebot für eine reibungslose Verkehrssituation und für die Sicherheit im Hintergrund sorgen.

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