Kulmbach

Für mehr sozialen Wohnungsbau

Ingo Lehmann erteilt reinem Renditestreben in Sachen Immobilien eine Absage. Der OB-Kandidat der SPD stellte seine Positionen für die Kommunalpolitik vor.
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Der OB-Kandidat der SPD, Ingo Lehmann, will "ein Kulmbach mit Charakter" schaffen.  Foto: Werner Reißaus
Der OB-Kandidat der SPD, Ingo Lehmann, will "ein Kulmbach mit Charakter" schaffen. Foto: Werner Reißaus

"Kulmbach mit Charakter - Kulmbach mit Ingo Lehmann", unter diesem Motto stellte der Oberbürgermeisterkandidat der SPD, Ingo Lehmann, am Donnerstagabend im "Hähnchenwirt" sein Wahlprogramm vor. Zentrale Anliegen sind Lehmann dabei mehr Bürgerbeteiligung und mehr Transparenz: "Keine Politik über die Köpfe der Menschen hinweg. Politische Entscheidungen müssen klar und transparent sein. Daher mache ich auch regelmäßige Bürgerversammlungen in den Stadtteilen."

Was die Wohnraumpolitik der Stadt angeht, so muss diese nach Ansicht Lehmanns auf die Menschen zielen, die bereits in der Stadt wohnen: "Das bedeutet, Wohnen für Familien ist genauso wichtig wie altersgerechtes Wohnen. Daher werde ich den sozialen Wohnungsbau bei der Städtebau ankurbeln." Er beschäftigte sich auch mit der Frage, wohin sich der Wohnungsmarkt generell entwickelt. Reine Abschöpfung und Renditedenken kann es nach seiner Meinung nicht sein. Lehmann: "Wohnen mit Charakter bedeutet, alle Menschen in unserer Stadt sollen sich bezahlbaren Wohnraum leisten können. Daher werde ich meine Idee eines Wohnungsgipfels erneut aufgreifen und auch umsetzen."

Eine klare Aussage traf der OB-Kandidat auch zum Erhalt der Kulmbacher Altstadt: "Wenn ich in unserer Altstadt einen Ensembleschutz habe, dann benötigen wir auch eine Altstadtsatzung. Das bedeutet nicht, dass man nicht mehr bauen oder sanieren darf. Allerdings wird damit die äußere Gestaltung, die besonderen Anforderungen an ein Gebäude beziehungsweise an bauliche Anlagen eindeutig geregelt." Denn, so Lehmann weiter, der Denkmal- und Altbaubestand werde für die Kommunen ein immer wichtigerer Imagefaktor.

Dabei gebe es in der Innenstadt nach wie vor zu viele Leerstände: "Der Forderung vieler Einzelhändler nach einem Kümmerer schließe ich mich voll und ganz an. Auch die fußläufige Erreichbarkeit eines Lebensmittelhandels muss in unserer Innenstadt möglich sein. Daher kämpfe ich für das Konzept einer Markthalle. Sie wäre eine ideale Lösung für unsere älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger, zugleich jedoch auch eine attraktive Möglichkeit, regionale Produkte (...) anzubieten."

Lehmann fand die Idee der Mitbewerberin um den OB-Sessel, Dagmar Keis-Lechner (Die Grünen), nicht schlecht, im ehemaligen Müller-Markt ein Einrichtungskaufhaus zu etablieren, in dem Menschen mit Handicap tätig sein können: "Es geht freilich in eine andere Richtung als beispielsweise die Markthalle, aber ob es realisiert wird, weiß ich derzeit nicht. Ich finde aber schon, dass die Menschen im Innenbereich unserer Stadt, die nicht so mobil sind, auch einmal dahingehend gefördert werden und dass sie die Möglichkeit bekommen, in der Innenstadt auch einzukaufen. Machen wir uns nichts vor, alle, die ein Auto haben, fahren in die Albert-Ruckdeschel-Straße."

"Ich will einen Bürgerplatz"

Zur Frage, was mit dem künftig freien Kaufplatzgelände im Herzen der Stadt passiert, hat Lehmann auch eine konkrete Vorstellung: "Ich will einen Bürgerplatz, einen Treffpunkt und Begegnungsort von Jung und Alt mitten in unserer Stadt." Ihm schwebe keine Wohnbebauung vor, sondern der Bereich sollte als "Grüne Lunge" geschaffen werden, vielleicht auch mit einem Springbrunnen.

Der Ausbau des Radwegenetzes ist ein weiteres Thema im Programm des OB-Kandidaten: "Die Zahl der aktiven Radfahrer nimmt ständig zu. Daher brauchen wir in Kulmbach endlich ein schlüssiges und zu Ende gedachtes Radverkehrskonzept, das zügig umgesetzt werden muss und auch funktioniert. Wenn wir schon eine Studentenstadt werden sollen, muss man sich um den Radverkehr kümmern, und als Oberbürgermeister muss man auf die Menschen hören, die tagein, tagaus mit dem Rad unterwegs sind."

Beim ÖPNV, seit Dezember im Zuständigkeitsbereich des Landkreises Kulmbach, forderte Lehmann, dass es keine Ausdünnung des städtischen Liniennetzes geben dürfe. Die Mobilität der Menschen, die auf den Stadtbus angewiesen sind, müsse auch in Zukunft gewährleistet sein. Das bedeute aber auch, den ÖPNV so attraktiv wie möglich zu machen.

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