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Bamberg
Unser Thema der Woche // Natur

Für kleine und große Entdecker

Die Region bietet Familien zahlreiche Wälder zur Erholung. Eine Pädagogin hat einige Tipps auf Lager.
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Noch ist er verwaist, der Waldkindergarten. Aber bald zieht hier wieder Leben ein.  Foto: Stefanie Baumann
Noch ist er verwaist, der Waldkindergarten. Aber bald zieht hier wieder Leben ein. Foto: Stefanie Baumann

Früh morgens, wenn die Sonne schüchtern durch die Baumwipfel blinzelt, ist ein guter Zeitpunkt für einen Waldspaziergang. "Wer gemeinsam als Familie die scheuen Wildtiere erleben will, muss früh aufstehen", erklärt Stefanie Baumann. Sie weiß, wovon sie spricht: Als pädagogische Leitung des Waldkindergartens in Bamberg ist der Bruderwald quasi ihr zweites Zuhause. Corona-bedingt beginnt die Betreuung ihrer Kindergartengruppe erst in der kommenden Woche.

Wer jetzt als Familie die Natur erkunden will, für den hat die Diplom-Pädagogin einige Tipps auf Lager. So kann man einen entspannten Ausflug durch den nahe gelegenen Walderlebnispfad machen. Schilder mit Wolfsköpfen leiten dabei den Weg. Allgemein gilt: "Man sollte sich als Familie lieber eine kürzere Strecke raussuchen, um sich entsprechend Zeit lassen zu können." Kinder seien im Wald gerne auf Entdeckermodus. "Lassen Sie die Kinder vorauslaufen und das Tempo bestimmen", rät Baumann. Damit es ein entspannter Spaziergang für die ganze Familie wird. Schließlich ist ja der Weg das Ziel.

Bevor sich die Familie auf den Weg macht, könnten die Eltern zur Einstimmung schon zu Hause Geschichten zum Wald und seinen Tieren vorlesen. Oder den Kindern Bilder von Tierspuren zeigen, welche man dann vor Ort sucht. Regenwürmer, Feuerwanzen oder Schnecken können Familien auch in Aktion sehen. Fuchs und Hase sind da meist über alle Berge. Über Baumstämme balancieren, Wurzeln überwinden, Wassertümpel begutachten, einen Weg querfeldein finden: Das Bewegungsangebot für die Kinder sei sehr vielseitig und hervorragend, um sich auszutoben. Das lässt sich natürlich auch mit Fantasie-Rollenspielen gut verbinden: "Unsere Kinder lieben es, Indianer zu spielen oder mit dem Lasso durch den Wald zu laufen", erzählt die Pädagogin, welche 2011 durch ihren Sohn zum Waldkindergarten kam, bevor sie voriges Jahr die Leitung übernahm.

Fantasie freien Lauf lassen

Kinder machen aus Stöcken und Stecken zum Beispiel Wanderstöcke oder Schwerter. Baumann rät Spielzeug zu Hause zu lassen: "So können sie am besten ihre Kreativität ausleben." Natürlich können sich die Kinder auch im Waldkindergarten mit seinen Tipis ausleben. Nur mit einer Bitte, welche für alle Wälder gilt: Müll hat dort nichts verloren. Und Zigaretten und offenes Feuer sind tabu.

"Eltern können zu Hause auch Schatztruhen anlegen. Darin können dann besonders schöne Steine, Schneckenhäuser ohne Schnecke, Hölzer und Baumrinde gesammelt werden", erläutert die Waldkennerin. Eine andere simple Idee: einen Zehnereierkarton mit fünf verschiedenen Farben ausmalen. Dann sollen die Kinder sich fünf verschiedene Pflanzenarten aussuchen und Löwenzahn, Waldmeister und Co. mitnehmen.

Wer eine längere Erinnerung an die Waldspaziergänge will, der kann sich mit einer Blumenpresse ausprobieren. Dazu können zwei Holzplatten mit Schrauben und Muttern an allen vier Ecken befestigt werden. Die Fundstücke an Blumen und Moosen wandern nach erfolgreicher Entdeckertour auf Papier, welches zwischen die Holzplatten kommt. Zieht man nun die Muttern an, bis sich Schicht an Schicht presst und wartet eine Woche, entstehen hübsche Blumenmandalas. Wenn es geregnet hat, lassen sich aus etwas Erde und Samen ganz einfach so genannte Samenbomben machen, die an anderer Stelle wieder aufgehen könnten.

"Kinder lieben und brauchen die Wildnis", ist sich die Pädagogin sicher. Nicht nur im Bruderwald lassen sich viele Sachen entdecken: Bei Seehöflein quaken Kröten und Frösche um die Wette. In der Nähe von Rothof laden Kalkformationen zur Eroberung ein. Und bei Geisfeld ruht eine uralte Eiche. In Pettstadt können Kinder die Tiere und Pflanzen am Wasser erleben. Wer weiter rausfahren will, wird zum Beispiel in Tiefenellern fündig: Dort warten Quellen darauf, entdeckt zu werden. In Frensdorf befindet sich ein renaturierter See. "Am besten ziehen die Kinder lange Kleidung an, um geschützt zu sein", rät Baumann. Mütze und Sonnencreme sind gute Begleiter. Sicherheitshalber sollten die Eltern ihre Kinder nach dem Gang durchs Grüne auf Zecken untersuchen. So gerüstet lässt sich die Natur unbeschwert genießen.

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