Kulmbach

Für Herz und Seele

Fast 700 Besucher erlebten in der Dr.-Stammberger-Halle einen musikalischen "Zauber der Weihnacht".
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Premierengast Mario K. aus dem Zillertal gewann in Kulmbach viele Freunde. Fotos: Horst Wunner
Premierengast Mario K. aus dem Zillertal gewann in Kulmbach viele Freunde. Fotos: Horst Wunner
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Ein etwas anderes Weihnachten bot Moderator Rainer Ludwig den fast 700 Besuchern in der Dr.-Stammberger-Halle - zumindest während des Großteils von "Zauber der Weihnacht". Weit entfernt von Gefühlsduselei und vordergründiger Effekthascherei traten die Interpreten auf die Bühne. Ihre Musik erfreute Herz und Seele und drückte Frömmigkeit aus.

Erst die Soli von Premierengast Mario K. aus dem Zillertal mit der steirischen Harmonika, der mit seiner hellen Stimme beeindruckte und den Boden für einen Abend voller Stille und Nachhaltigkeit bereitete.

Danach das "Kastelruther Männerquartett", urige Kerle aus dem Herzen Südtirols, ausgestattet mit einer imponierenden sauberen Artikulation und einem füllenden Volumen. Stefan, Josef, Robert und Ewald beherrschen trefflich die konzertante, sakrale Dramaturgie des chorischen Gesangs. Die vier intonierten "Bajazzo", "La Montanara" oder "Marie Betlemme" wunderschön. Die Tiroler Volkslieder verbreiten pure Melancholie und den Wunsch nach einer gerechteren Welt. Die dazu gehörigen Texte las Helga Mahlknecht, jodelnde Lautmalerei verzierte das Ganze.

Eine echte Bereicherung

Das Quartett überzeugte ebenso instrumental an zwei Trompeten, einer Tuba und dem Tenorhorn, eine echte Bereicherung des insgesamt dreistündigen Konzerts.

Für Sigrid & Marina ist Kulmbach schon fast eine zweite Heimat, fünf Auftritte in der Bierstadt haben sie hierzulande bekannt gemacht. Diesmal gelang es ihnen prächtig, ein Kontrastprogramm zu formen, erst andachtsvolle, getragene Stücke mit sensibler Hingabe, später die Stimmungskracher. Inspiriert vom Großglockner, dem höchsten Berg Österreichs, intonierten sie "Ave montagna" und zündeten das Licht in der Laterne an - als Zeichen der Sehnsucht, der Hoffnung und der Liebe. " A Weihnacht wie's früher war" und die "Glocken von Stella Maria" betonten nochmals ihr Verständnis für anspruchsvolle Folklore.

Die Geschwister aus dem Salzkammergut nahe des Wolfgangsees können aber auch anders. Denn die beiden explodierten danach förmlich und versetzten ihre Zuhörer in Silvester-Partylaune. Da flog man gemeinsam in den Himmel und nicht nur in die Heimat, sang aus vollem Hals "Que sera" und sogar das Bierzelt-Lied "Links, rechts, vor, zurück".

Vielleicht ist es das Geheimnis von Rainer Ludwig, ein bisschen Brisanz in den weihnachtlichen Zauber zu bringen, die Dosis passte, was man an der Reaktion des Publikums spürte.

Zum umjubelten Finale kamen alle Mitwirkenden auf die Bühne und ließen erneut Soloqualitäten aufblitzen. Sie wurden auf einer Welle der Sympathie getragen.

Aus Kronach war Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein, ein bekennender Fan der Volksmusik, gekommen. "Ich bin Rainer Ludwig dankbar, dass er dieses Genre nach Oberfranken und speziell nach Kulmbach und Kronach bringt." Auch der Ebersdorfer Lothar Stegner offenbarte sich als Dauergast von "Zauber der Weihnacht": "Es hat sich wieder einmal gelohnt, hier zu sein, im Licht des volkstümlichen Schlagers."

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