Fölschnitz

Für Erhalt der Kulturlandschaft

Gemeinsam mit den Landwirten und den Nachbargemeinden Neuenmarkt und Untersteinach will Ködnitz die Initiative "boden:ständig" für den ländlichen Raum umsetzen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Das Interesse an der Info-Veranstaltung zu dem Projekt "boden:ständig", zu dem die Gemeinde Ködnitz in das SKC-Sportheim nach Fölschnitz eingeladen hatte, war groß. Daniel Spaderna (links) vom Amt für Ländliche Entwicklung in Bamberg und Reinhard Wesinger vom Büro GeoTeam aus Bayreuth (rechts) erläuterten mit Bürgermeister Stephan Heckel-Michel die Möglichkeiten.  Foto: Werner Reißaus
Das Interesse an der Info-Veranstaltung zu dem Projekt "boden:ständig", zu dem die Gemeinde Ködnitz in das SKC-Sportheim nach Fölschnitz eingeladen hatte, war groß. Daniel Spaderna (links) vom Amt für Ländliche Entwicklung in Bamberg und Reinhard Wesinger vom Büro GeoTeam aus Bayreuth (rechts) erläuterten mit Bürgermeister Stephan Heckel-Michel die Möglichkeiten. Foto: Werner Reißaus

Unter dem Motto "boden:ständig" hat das bayerische Landwirtschaftministerium eine neue Initiative für den ländlichen Raum gestartet. Ziel ist, die Bodeneinträge aus den landwirtschaftlichen Flächen in die Gewässer zu minimieren und diese zu renaturieren, um so die Kulturlandschaft auch für kommende Generationen zu erhalten. Um dieses Ziel zu erreichen, will die Gemeinde Ködnitz nicht nur die betroffenen Grundstückseigentümer mit ins Boot holen, sondern auch die Nachbarkommunen Neuenmarkt und Untersteinach.

Nur gemeinsam möglich

"Nur gemeinsam können wir unsere Kulturlandschaft erhalten und gestalten", so lautet der Grundgedanke hinter der Initiative. In Ködnitz kommt sie bereits ins Laufen, mit der Aufgabe der Kartierung und dem Dialog vor Ort hat der Gemeinderat das Büro GeoTeam aus Bayreuth betraut.

Landwirtschaftlich nutzbare Flächen sind inzwischen weltweit knapp, nur rund elf Prozent sind für den Ackerbau nutzbar. Dennoch geht jedes Jahr Boden durch Umnutzung oder Übernutzung verloren.

Genauso wichtig ist es aber, den Verlust von Boden und Nährstoffen durch nicht angepasste landwirtschaftliche Nutzung zu verringern. Der falsche Umgang mit der Ressource Boden ist eine der wichtigsten Ursachen für die Probleme im Stoff- und Wasserhaushalt, die immer mehr Gemeinden und Landwirte beschäftigen.

Das Amt für Ländliche Entwicklung unterstützt Landwirte und Kommunen wirksam beim Flächenmanagement und bei der Umsetzung von konkreten Maßnahmen. Es koordiniert die Angebote der Landwirtschafts- und der Wasserwirtschaftsverwaltung und führt sie gezielt in konkrete Projekte über.

Wasser kennt keine Grenzen

Bürgermeister Stephan Heckel-Michel (CSU), der auch seinen Neuenmarkter Kollegen Siegfried Decker (NG) willkommen hieß, machte deutlich, dass das Wasser nicht vor den Gemeindegrenzen halt mache, deshalb sei auch eine gemeindeübergreifende Zusammenarbeit von Vorteil.

Nachhaltiger Boden- und Wasserschutz lässt sich nicht durch kurzfristigen Aktionismus erreichen, vielmehr braucht man dafür einen langen Atem. Wie Daniel Spaderna vom Amt für Ländliche Entwicklung ausführte, möchte die Initiative "boden:ständig" erreichen, dass immer mehr Menschen in einer Region beim Boden- und Gewässerschutz selbst aktiv werden. Spaderna betreut die gesamten Projekte in Oberfranken und stellte fest, dass unter Fachleuten seit langem viele Lösungen bekannt sind. Es gebe somit eigentlich kein Erkenntnis-, sondern ein Umsetzungsdefizit.

Das Projekt "boden:ständig" soll also Menschen ansprechen, die zutiefst mit ihrer Heimat verbunden sind und sich aus diesem Grund für einen sorgsamen Umgang mit ihren Lebensgrundlagen einsetzen. Daniel Spaderna zeigte die zentralen Anliegen auf.

Bodenabtrag bremsen

Beim Erosionsschutz gehe es darum, den Bodenabtrag zu bremsen, im Gewässerschutz sei es das erklärte Ziel, den Sediment- und Nähstoffeintrag zu verringern. Notwendig sei auch die Schaffung von Rückhaltestrukturen in der Landschaft, um Überschwemmungen abzumildern. Voraussetzungen für die Umsetzung sei auch die Mitmachbereitschaft der Landwirte und Kommunen. Beides sei in Ködnitz, Untersteinach und Neuenmarkt gegeben.

Reinhard Wesinger vom GeoTeam ging bereits auf einige neuralgische Bereiche wie den Veitsgraben ein. Geplant sei das Erstellen eines Rahmenkonzepts, das zu einem Maßnahmenplan weiterentwickelt werden solle.

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren