Pfaffendorf

Für eine Schule zum Wohlfühlen

Die Dominikus-Savio-Einrichtung in Pfaffendorf informierte über die Sanierung und ihre Ziele.
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Eine willkommene Unterbrechung des Tagesbetriebs erlebten die Handwerker auf der Baustelle Dominikus-Savio-Schule in Pfaffendorf.
Eine willkommene Unterbrechung des Tagesbetriebs erlebten die Handwerker auf der Baustelle Dominikus-Savio-Schule in Pfaffendorf.
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"Der erste Pädagoge für die Schüler ist der Mitschüler, der zweite der Lehrer und der dritte Pädagoge ist der Raum." So formuliert es der Planer und Architekt Mathias Dietz. Dem Grundsatz folgend wird derzeit die Dominikus-Savio-Schule in Pfaffendorf von Grund auf saniert und neu gestaltet, und entsprechend fließen viele pädagogische Überlegungen ein. Um den bisherigen Fortschritt der Baumaßnahmen vorzustellen, hatten die Leitungen von Heim und Schule zu einem Handwerkerfest in den Rohbau der neu errichteten Turnhalle eingeladen.

Der Gesamtleiter des Jugendhilfezentrums, Marcel Pelikan, empfing dazu die Schüler und Lehrer des Sonderpädagogischen Förderzentrums und die gerade auf der Baustelle tätigen Handwerker, ferner den Provinzökonom der Salesianer Don Boscos, Pater Stefan Stöhr, die Diözesan-Caritasdirektorin Pia Theresia Franke und den Architekten Mathias Dietz, Bamberg.

Schulleiterin Johanna Brünker drückte ihre Freude darüber aus, bereits jetzt einmal die Schüler an der neuen Schule sehen zu können. Weil wegen der Zeit des Neugestaltens derzeit kein Schulhaus zur Verfügung steht, seien die Schüler der fünften bis neunten Klasse in den Räumen des Jugendhilfezen-trums untergebracht. Die Schulleiterin versprach den Schülern, dass das neue Schulhaus schön werde. Mit der Neugestaltung geschehe auch eine konzeptionelle Neuausrichtung, denn Ziel sei es, eine Schule des Wohlfühlens zu schaffen, in der Kinder je nach ihren Bedürfnissen zur Ruhe kommen können, aber auch überschüssige Energie ablassen dürfen, wo sie laut oder leise sein können, alleine oder mit anderen. Dem werde mit der räumlichen Ausstattung Rechnung getragen, so Brünker.

Ort des Lernens und der Bildung

Pater Stefan Stöhr, der Provinzökonom der Salesianer Don Boscos, begründete die Bereitschaft des Ordens, den Schulbestand fortzuführen, damit, dass in der Pädagogik Don Boscos Schule als Ort des Lernens und der Bildung für das Leben sehr wichtig erachtet werde. Er freut sich darüber, wenn im Laufe des nächsten Schuljahres das Gebäude mit Leben erfüllt werde.

Interessierte Gäste führte der Architekt der Baumaßnahme, Mathias Dietz, durch die Baustelle. Er gestand, dass ein Neubau kostengünstiger gewesen wäre. Doch sei es gelungen, in zähen Verhandlungen mit der Regierung von Unterfranken eine Sanierung zu erreichen. Der Vorteil sei, dass hinsichtlich des Raumprogramms wesentlich mehr Flächen und Räume erhalten bleiben, die bei der Planung eines Neubaus nicht möglich gewesen wären. Dies sei aus pädagogischer Sicht für die Kinder ein großer Vorteil, so Dietz.

Über zehn Millionen Euro

Inzwischen seien die Gesamtkosten auf über die zehn Millionen Euro gestiegen, auch weil sich die Bauarbeiten verzögert hätten infolge von notwendig gewordenen Aufhebungen und Neuausschreibungen von Angeboten. Das Frühjahr 2020 sei angepeilt für die Inbetriebnahme des Gebäudes. Dankbar zeigte sich der Architekt dafür, dass die Regierung sehr entgegenkommend gewesen sei. Jetzt könne man den Klassenzimmern einen wohnlichen Charakter geben, besondere Orte zum Beispiel für Zweiergespräche schaffen, jedes Klassenzimmer mit einem Gruppenraum versorgen, eine Schulküche und Räume für die Ganztagsbetreuung einrichten. Auch die großzügige Aula könne man erhalten und mit Aufzug und Hebelift Barrierefreiheit erreichen, beschrieb der Planer.

Als Vertreter der Schüler hatten Janka Gottschlich und Justin Sell geäußert, dass sie gerne an der Schule seien, und sie bestätigten beide, dass der Schulbesuch in Pfaffendorf ihnen gut getan habe. Sie verbanden damit ihren Dank an die den Bau ausführenden Handwerker. In einem Gespräch äußerten beide, dass sie es trotz der positiven Einschätzung einer Sanierung des Gebäudes besser fänden, wenn Schüler auch bei Auftreten schulischer Probleme an ihrer Ursprungsschule bleiben könnten, individualisiert unterrichtet und verständnisvoll unterstützt von Lehrern sowohl der Grund- als auch der Mittelschule und von außen dazukommend Lehrern der Förderschule.

Janka hat bereits einen Ausbildungsvertrag als Metzgereifachverkäuferin, Justin äußert als sehnlichen Berufswunsch Bundespolizist. Davor wird er im Herbst ein BVJ absolvieren und würde sich gerne als Fachkraft für Sicherheit ausbilden lassen. "Man verändert sich an der Schule zum Positiven, auch wenn die ersten Schritte hierher schwer sind", konstatierte Janka im Blick auf ihre vier Jahre hier. Sie sei aus ihrer Rollenzuschreibung, faul zu sein und deshalb gehänselt zu werden, herausgekommen und habe an der Förderschule erlebt, dass sie etwas könne und nicht schlecht sei.

Julien Baten meinte im Rückblick auf seine Unterbringung in Heim und Schule in Pfaffendorf, dass er erst einmal hatte Regeln kennenlernen müssen. Dann aber habe er festgestellt, dass dies gut war, dass man ihm hier sehr geholfen habe.

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