Lichtenfels
Beratungsstelle

Für eine bessere Teilhabe an der Gesellschaft

Lichtenfels — Am Freitag besuchte die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Anette Kramme, die neu geschaffene Beratungsstelle der Ergänzenden unabhängigen ...
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Besuch der Parlamentarischen Staatssekretärin Anette Kramme in der EUTB-Stelle in Lichtenfels, von links: Elisabeth Reich, Friederike Müller, Nadja Motschmann, Andreas Hügerich, Anette Kramme und Johannes Gilbert Foto: Alfred Thieret
Besuch der Parlamentarischen Staatssekretärin Anette Kramme in der EUTB-Stelle in Lichtenfels, von links: Elisabeth Reich, Friederike Müller, Nadja Motschmann, Andreas Hügerich, Anette Kramme und Johannes Gilbert Foto: Alfred Thieret

Lichtenfels — Am Freitag besuchte die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Anette Kramme, die neu geschaffene Beratungsstelle der Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung (EUTB) in der Bamberger Straße 40 a in Lichtenfels.

An dem Treffen nahmen der Leiter der neuen EUTB-Stelle in Lichtenfels, Johannes Gilbert, und für die Arbeiterwohlfahrt (Awo) Ober- und Mittelfranken als Träger Elisabeth Reich, die Leiterin der EUTB-Stelle Bad Staffelstein, Nadja Motschmann, und für den Diözesan-Caritasverband als Träger Friederike Müller, sowie Bürgermeister Andreas Hügerich teil. Die Staatssekretärin gab zunächst eine kurze Erklärung über die Grundlagen und Zielsetzung des Projekts. So fördere das Bundesministerium seit dem 1. Januar mit dem Bundesteilhabegesetz niedrigschwellige, von Leistungsträgern und Leistungserbringern unabhängige Beratungsangebote zur Stärkung der Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen und von Behinderung bedrohter Menschen. Ein besonderes Augenmerk der Förderung liege dabei auf dem Ausbau der Beratung von Betroffenen durch Betroffene.

Eigenverantwortung stärken

Es gelte die Eigenverantwortung und Selbstbestimmung der Leistungsberechtigten im sozialrechtlichen Dreieck zu fördern und ihnen eine ihren Wünschen entsprechende Lebensplanung und -gestaltung zu ermöglichen. Im Vorfeld der Beantragung von konkreten Leistungen solle die unabhängige Beratung Informationen und Orientierung geben, vor allem zu individuellen Teilhabemöglichkeiten und -leistungen sowie zum Teilhabeprozess und Verfahrensablauf.

Um den Menschen mit Behinderung eine selbstbestimmte Lebensführung zu ermöglichen, müsse man auch vom klassischen Fürsorgesystem wegkommen. Sei der behinderte Mensch beispielsweise früher einfach mit Beginn seiner beruflichen Tätigkeit in eine Behindertenwerkstätte gekommen, so sollen jetzt so weit wie möglich seine beruflichen Wünsche berücksichtigt werden.

Friederike Müller verwies auf die Schwierigkeiten von Menschen mit Behinderung bei der Wohnungssuche. Elisabeth Reich stellte sich als Leiterin der Fachdienste für seelische Gesundheit Kronach und Lichtenfels der Awo vor. Obwohl der Schwerpunkt ihres Fachdienstes auf der Beratung und Begleitung von psychisch belasteten und erkrankten Erwachsenen liege, werde die neue, seit Mai in Lichtenfels bestehende EUTB-Beratungsstelle Menschen mit den verschiedensten Beeinträchtigungen und Behinderungen helfen, sich besser in der Beratungslandschaft zurechtzufinden. Dies erfordere Vernetzung und Kooperation, das Sammeln und Weitergeben von wichtigen Informationen und die fachliche Aufklärung und Beratung der Ratsuchenden, unabhängig von Kostenträgern und Leistungsanbietern.

Der Leiter der Lichtenfelser Stelle, Johannes Gilbert, sagte, er sei sechs Jahre in der Jugendhilfe tätig gewesen und habe eine neue Herausforderung gesucht und mit der Leitung der Beratungsstelle für Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung auch gefunden. Er sehe sich als Lotse und möchte gleichsam die Weichen für die hilfesuchenden Menschen mit Behinderung stellen, damit sie auf die für sie infrage kommenden Hilfsangebote aufmerksam werden. Nadja Motschmann betonte, dass mittlerweile mehrere Ratsuchende pro Woche zu ihr kommen, nachdem sich die Existenz der Beratungsstelle vermehrt bei den Betroffenen herumspreche. Hier sei auch die Mund-zu-Mund-Propaganda wichtig.

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