Herzogenaurach

Für die Orgel - ohne Orgel

Die evangelische Kirche in Herzogenaurach braucht eine neue Orgel. Sechs Gruppen gaben ein Konzert, bei dem Spenden für das Musikinstrument gesammelt wurden. Auch der Spaßfaktor kam bei der "Langen Nacht" nicht zu kurz.
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Viel Spaß hatten Besucher beim Versuch, ein Stück gemeinsam an der lebendigen Orgel zu spielen. Anleitung gab es von Gerald Fink (links).
Viel Spaß hatten Besucher beim Versuch, ein Stück gemeinsam an der lebendigen Orgel zu spielen. Anleitung gab es von Gerald Fink (links).
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Herzogenaurach — Mit der Langen Nacht für die Orgel in der evangelischen Kirche von Herzogenaurach sprach der Orgelbauverein ein breites Publikum an. Sechs unterschiedliche Gruppen bestritten das Programm, das zur Anschaffung der neuen Orgel in dem Gotteshaus beitragen soll.

In seiner Begrüßung stellte Pfarrer Oliver Schürrle fest: "Eine neue Orgel ist ein aufregendes und langwieriges Projekt!" Ein wichtiger Aspekt daran sei das Geld. "Sie können durch Ihre Spende dazu beitragen", so Schürrle. Sein Dank ging an Gerald Fink und die zahlreichen musikalischen Mitwirkenden, auch der von Helfern für die Pause vorbereitete Imbiss trage zur Finanzierung bei.

Im Foyer konnten die Gäste ihre ruhige Hand am "Heißen Draht" testen oder mit einer Spende für Musik sorgen. Für Heiterkeit sorgte auch eine lebendige Orgel, an der verschiedene Akteure gemeinsam eine bekannte Melodie spielen konnten. Gerald Fink animierte unterschiedlich zusammengesetzte Gruppen dazu, ihre musikalischen Fähigkeiten zu testen.

Ganz viele Gruppen und Leute engagierten sich bereits zum zweiten Mal "für die Orgel, ohne die Orgel", so Fink. Bei diesem zweiten Termin traten sechs neue Gruppen auf.

Den Auftakt machte Querblechlein, eine Blechbläserformation um Regina Scherer, die es seit eineinhalb Jahren gibt. Sie ist neben dem Posaunenchor die zweite Blechbläsergruppe in der Kirchengemeinde. Aufgrund des Ferienauftakts konnten zwar fünf der zehn Mitglieder nicht dabei sein. Das machte der Wirkung aber keinen Abbruch, neben klassischen Programmpunkten von Samuel Scheidt und Tilman Susato hatten die Akteure auch Arrangements von modernen Stücken wie "Down by the Riverside" und "O when the saints" im Repertoire. Den Abschluss machte ein bekannter irischer Segenswunsch.

Lob für den Kirchenraum

Zwar weise die evangelische Kirchengemeinde ein umfangreiches musikalisches Leben auf, so Fink, aber er freue sich, dass er den Gastchor "Ton in Ton" um Sandra Haagen für diesen Abend gewinnen konnte. Haagen führte wie die anderen Leiter auch locker und beschwingt durch ihr Programm. Sie würdigte den Kirchenraum mit seinen musikalischen Möglichkeiten. "Es ist nicht nur eine Freude, hier Musik zu hören, sondern auch Musik zu machen", so Haagen. Ihre A-cappella-Chorformation, bestehend aus vier Frauenstimmen und zwei Männerstimmen, brachte zunächst ein Halleluja und Exsultate Jubilate zu Gehör, ein weiterer Beitrag war "Du bist da", entstanden zu einem Kirchentag.

Irischer Segenswunsch

Bei allen ihren Beiträgen erwies sich die kleine Formation als äußerst stimmsicher, die Einsätze klappten perfekt. Den Abschluss machte ein irischer Segenswunsch. "Ich habe festgestellt, Regina Scherer und wir haben den gleichen Geschmack für das Abschiedslied", sagte Sandra Haagen in ihrer Ankündigung.

Bereits der erste Teil des Abends hatte etwas länger gedauert als geplant, sodass Gerald Fink anmerkte: "Wir sind etwas in Verzug, aber kann es einen schöneren Verzug geben als mit Musik?"

Gesang und Lyrik

Nach der Pause, in der sich die Gäste im Foyer stärken konnten, war Gabriele Joppien mit Gesang und Lyrik zu hören, außerdem die Unity Singers um Andreas Schmidt.

Das Concertino Ducale unter der Leitung von Gerald Fink spielte von Carl Stamitz die Sinfonie g-Moll, von Jean Sibelius Andante Festivo, ein Abba-Medley und das bekannte neapolitanische Lied "Torna a Surriento". Den Abschluss des Abends machte Cantus Vox um Thomas Leyer, bevor die Gäste in die laue Oktobernacht entlassen wurden.

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