Zeil am Main
Weinfest-Konzert

Für die Liebeslieder gab es stehend dargebrachten Applaus für die Chöre und die Solistin

"Liebe im Wandel der Zeit" - so lautete das Motto des 34. Konzerts vor dem Zeiler Altstadtweinfest im Rudolf-Winkler-Haus. Christine Raab, Chorleiterin des gemischten Chores "Liederkranz", hatte demen...
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"Liebe im Wandel der Zeit" hieß das Motto des diesjährigen Weinfestkonzertes des Gesangvereins "Liederkranz". Christine Raab leitete den gemischten Chor im voll besetzten Rudolf-Winkler-Haus. Foto: Wolfgang Ortloff
"Liebe im Wandel der Zeit" hieß das Motto des diesjährigen Weinfestkonzertes des Gesangvereins "Liederkranz". Christine Raab leitete den gemischten Chor im voll besetzten Rudolf-Winkler-Haus. Foto: Wolfgang Ortloff

"Liebe im Wandel der Zeit" - so lautete das Motto des 34. Konzerts vor dem Zeiler Altstadtweinfest im Rudolf-Winkler-Haus. Christine Raab, Chorleiterin des gemischten Chores "Liederkranz", hatte dementsprechend ein Liederpaket aus dem großen Reich der Liebeslieder geschnürt.

Wie in den vergangenen Konzerten war auch diesmal ein hochkarätiger Sologast zu hören: Es war die Sopranistin Petra Schlosser aus Haßfurt. Sie trat im letzten Teil auf, vorher aber begleitete sie den Chor am Klavier. Und Christine Raab hatte auch wieder eine Gesangsgruppe eingeladen, die A-Cappella-Gruppe "Octopus", ein achtköpfiger Männerchor aus Haßfurt. Durch das Programm führte mit geschichtlichen und musikalischen Informationen die Vorsitzende des "Liederkranzes", Christa Schlegelmilch.

Herzförmige Luftballons tragend marschierten die Frauen und Männer des "Liederkranzes" in den voll besetzten Saal des Rudolf-Winkler-Hauses ein. Sie folgten ihrem ersten Chorsatz "Hereinspaziert", einem schwungvollen Walzer von Carl Michael Zierer. Im ersten Teil sangen die Sänger Stücke aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Heimatvertriebene aus den einstigen deutschen Ostgebieten werden die Volksweise "Ännchen von Tharau" mitgesummt haben.

Die Sänger voll im Griff

Christine Raab hatte ihre Sänger voll im Griff. Sie dirigierte je nach Thematik unaufdringlich, aber bestimmend. Die Chormitglieder dankten ihr durch ständigen Blickkontakt, Zeugnis der guten Vorarbeit in den zurückliegenden Singstunden.

Es folgte der Auftritt von "Octopus" aus Haßfurt. In ihren Liedvorträgen beleuchteten sie die gesamte Bandbreite der Liebe, sei es herzliche Zuneigung, Sehnsucht, Liebesschmerz oder Eifersucht. Immer zwei Sänger waren in der Stimmlage vertreten. 1. Tenor: Michael Groll und Markus Schmitt, 2. Tenor: Peter Bittrich und Peter Jung; 1. Bass: Hermann Gräfe und Christian Trapp, 2. Bass: Kurt Miegler (gleichzeitig Gesamtleiter) und Willi Stuhlfelder. Die Gruppe überraschte mit klaren, ausdrucksvollen Stimmen.

Der Gesangverein "Liederkranz" versammelte sich dann wieder auf der Bühne. Jetzt war das 20. Jahrhundert dran. Wer kannte sie nicht, die Lieder "Tanz mit mir in den Morgen", "Can't help falling in love" oder "Liebeskummer lohnt sich nicht"? Wer schwelgte hier nicht in Erinnerungen an die zurückliegende Jugend?

Anschließend betraten wieder die Sänger von "Octopus" die Bühne. Der Song "Wochenend und Sonnenschein" ist berühmt geworden durch die Comedian Harmonists.

Was kann es Schöneres geben als "Ein Mädchen und ein Gläschen Wein"? Dies hat schon Goethe gewusst, und sein Gedicht wurde vertont. Da heißt es in der Weiterführung: "Kurieren alle Not; und wer nicht trinkt und wer nicht küsst, der ist so gut wie tot."

Der Applaus war stürmisch. Es folgte eine Zugabe mit einem alten französischen Liebeslied.

Das Konzert steuerte auf das Finale zu. Es folgte ein Querschnitt durch die Operette "Die lustige Witwe" von Franz Lehar. Sopranistin Petra Schlosser sang die Arie "Ich bin eine anständige Frau". Sie überzeugte mit ihrer kräftigen Sopranstimme.

Der schönste Lohn

Nach einem Soloauftritt der Männer des Gesangvereins sangen Chor und Sopranistin die bekannte Arie von "Vilja, dem Waldmägdelein". Ein Bursche erlebt hier die Liebe: "Vilja, o Vilja, du Waldmägdelein, fass' mich und lass' mich dein Trautliebster sein!"

Nach den Schlusstönen war stehend dargebrachter Applaus der schönste Lohn für Chor und Solistin. Somit bewahrheitete sich der Spruch von Friedrich Nietsche, der am Ende des Programmblattes stand: "Ohne Musik und ohne Liebe wäre das Leben ein Irrtum."

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