Schlüsselfeld

Für besseres Wasser

Die Stadt Schlüsselfeld zahlt Landwirten, die sich an der Aktion "Wasserschutzbrot" beteiligen, einen Ausgleich.
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Landwirt Hans Neuner baut den Weizen an, den Maximilian Ley zu Brot verarbeitet. Bürgermeister Johannes Krapp freut sich über die gute Zusammenarbeit.  Foto: pr
Landwirt Hans Neuner baut den Weizen an, den Maximilian Ley zu Brot verarbeitet. Bürgermeister Johannes Krapp freut sich über die gute Zusammenarbeit. Foto: pr

Hitzerekorde und Wassermangel sind auch in diesem Jahr wieder aktuelle Themen und das Thema Nitrat im Grundwasser ist und bleibt ein Dauerbrenner. Während die Europäische Union von Deutschland eine weitere Verschärfung der Düngeverordnung fordert und Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) eine pauschale Reduzierung der Stickstoffdüngung in den "roten Gebieten" um 20 Prozent plant, betreibt die Stadt Schlüsselfeld laut einer Pressemitteilung mit den beteiligten Landwirten seit Langem eine erfolgreiche Kooperation.

Zu hoher Stickstoff-Überschuss

Zweifelsohne ist der, laut geltender Düngeverordnung noch zulässige, Stickstoff-Überschuss von 50 Kilogramm Stickstoff pro Hektar (kg N/ha) für viele Wasserschutzgebiete noch zu hoch. Um den für Trinkwasser geltenden Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter (mg/l) auch im neugebildeten Sickerwasser einhalten zu können, müsste dieser mindestens auf 35 kg N/ha verringert werden.

Experten und Wasserversorgungsunternehmen sind sich einig, dass den Herausforderungen der Zukunft mit einer Optimierung der Fruchtfolge, Bodenbearbeitung und Düngung begegnet werden muss. Damit die Landwirte weiterhin ein faires Einkommen erwirtschaften können, sind standort- und leistungsbezogene Prämien in Trinkwassereinzugsgebieten notwendig.

Regelmäßige Beratung

Obwohl die Nitratgehalte im Wasser der drei Brunnen nur bei 12 mg/l liegen, schloss die Stadt Schlüsselfeld 2007 nach Abstimmung mit dem Bauernverband und dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten eine Kooperationsvereinbarung mit den beteiligten Landwirten ab. Mit Unterstützung der GeoTeam GmbH (Bayreuth) erfolgt seitdem eine regelmäßige Beratung der Landwirte in Kombination mit Prämien für grundwasserschonende Bewirtschaftungsmaßnahmen.

Seit 2014 wird zusätzlich kostenfrei Saatgut für Zwischenfrüchte, für die Umwandlung von Acker in Grünland sowie für mehrjährige Blühflächen und Energiepflanzen bereitgestellt, um die Akzeptanz der Dauerbegrünung zu verbessern.

Ein weiteres Projekt zur Verbesserung des Grundwassers ist die Aktion "Wasserschutzbrot" im Rahmen der Aktion "Grundwasserschutz" der Regierung von Oberfranken. Landwirt Hans Neuner aus Rambach ist 2019 erstmals dabei und verzichtet unter anderem auf die dritte Düngegabe mit Stickstoff. Dafür und für die Einhaltung weiterer Bewirtschaftungsregeln erhält er von der Stadt Schlüsselfeld einen Ausgleich für den dadurch bedingten Einnahmeverlust. Ziel ist eine regionale und nachhaltige Wertschöpfungskette.

Der geerntete Wasserschutz-Weizen wird in der Wiesneth-Mühle in Sambach gemahlen und von den Wasserschutz-Bäckern verarbeitet, zum Beispiel von der Naturbäckerei Oppel aus Rauhenebrach oder der Stadtbäckerei Ley aus Schlüsselfeld (siehe auch: wasserschutzbrot.de).

Erster Bürgermeister Johannes Krapp (CSU) zeigt sich erfreut über die gute Zusammenarbeit aller Akteure und wertet die Zusammenarbeit mit dem Geo-Team und den Landwirten als wegweisend für gute Wasserqualität und das Wasserschutzbrot als kleinen, aber feinen Schritt hin zu mehr Nachhaltigkeit und Regionalität, den die Stadt Schlüsselfeld gerne unterstützt. red

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