Lichtenfels
Unter uns am Obermain (504)  Die Liebe ist ein seltsames Spiel, sie kommt und geht von einem zum andern. Dideldum.

Für Augustinus, Elli und den Rest

Liebe ist ein großes Wort und manchmal steht man den Tücken dieses Wortes ratlos gegenüber. Das betrifft zumeist die Tücken der Liebe, die mit dem Eros tanzen. Mein alter Lehrer kürzte eventuell aufta...
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Liebe ist ein großes Wort und manchmal steht man den Tücken dieses Wortes ratlos gegenüber. Das betrifft zumeist die Tücken der Liebe, die mit dem Eros tanzen. Mein alter Lehrer kürzte eventuell auftauchende Ratlosigkeiten immer gerne weise damit ab, dass er sich den alten Augustinus ins Gedächtnis holte und da ganz besonders dessen berühmten Satz: "Liebe und tue, was du willst!" Irgendwann hoffe ich, das einmal würdig zu erfassen.

Elli kannte meinen alten Lehrer nicht. Sie hat ein anderes Problem: Sie kennt Werner. Neuerdings. Verheiratet ist sie mit Jochen. Noch nicht allzu lange.

Elli hat mit Männern aus Lichtenfels und Staffelstein (sie hatte schon was mit Männern vor der Erhebung zu Bad Staffelstein) und Bamberg Erfahrung, und das lässt sie vermuten, dass diese westlicher, östlicher, südlicher und nördlicher auch nicht brauchbarer sind. Einer schlug sie, zwei betrogen sie, ein anderer schenkte ihr gleich reinen Wein ein, der aber trotzdem schal war und am Ende bitter schmeckte. Na gut, dachte sich Elli, mach' ich halt Karriere. So traf sie auf Jochen. Der ist in der gleichen Branche und sehr nett, aber vor wenigen Jahren war er netter. Und aufmerksamer. Und gepflegter.

Werner ist da anders. Er ist gepflegt. Sogar sehr. Auch ist er nett und wird immer netter. Neulich hat er ihr sogar vorgeschlagen, sie könne doch seine Wäsche bügeln. Da machte Elli aber mal große Augen, schnaufte ordentlich durch, ist erstmal in sich gegangen und hat ganz tief in sich hineingehört und diesem Angebot nachgespürt, es in ihrem Herzen bewegt.

Dann nahm sie an. Vermutlich weil sie liebte und tat, was sie wollte. Oder er? Nun ja, der alte Kirchenvater Augustinus von Hippo (354 - 430 n. Chr.) sagte ja schließlich auch andere bedeutende Sätze, so wie "Gib mir Keuschheit und Enthaltsamkeit - aber jetzt noch nicht." Ich für meinen Teil, möchte meinen alten Lehrer wiederhaben. Ich hätte ihn noch so viel zu fragen.

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