Bad Kissingen

Fünf tödliche Arbeitsunfälle

Im Jahr 2018 haben sich in unterfränkischen Betrieben fünf tödliche Unfälle ereignet. Drei davon ereigneten sich an Autobahn- und Brückenbaustellen, schreibt die Gewerbeaufsicht in ihrer Jahresbilanz.
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Straßenbaustellen stehen im Fokus der unterfränkischen Gewerbeaufsicht.  Foto: Symbolbild: Stefan Puchner/dpa
Straßenbaustellen stehen im Fokus der unterfränkischen Gewerbeaufsicht. Foto: Symbolbild: Stefan Puchner/dpa

Die Untersuchung von Arbeitsunfällen gehört zum Alltag der unterfränkischen Gewerbeaufsicht. Meist wird eine Meldung über einen Arbeitsunfall mit mittleren oder schweren Verletzungen durch die Polizei übermittelt. Insgesamt sind mehrere Akteure an der Unfalluntersuchung beteiligt: Die Berufsgenossenschaft begutachtet den Unfallhergang seitens des Versicherungsträgers. Die Polizei ermittelt im Auftrag der Staatsanwaltschaft in Hinblick auf Körperverletzung oder Sachschaden und die Gewerbeaufsicht ermittelt als staatliche Überwachungsbehörde in Sachen Arbeitsschutz und gibt ihre Erkenntnisse bei Bedarf ebenfalls an die Staatsanwaltschaft weiter.

245 polizeiliche Meldungen

Im Jahr 2018 sind 245 (in 2017 waren es 256) solcher polizeilicher Meldungen bei dem unterfränkischen Gewerbeaufsichtsamt in Würzburg eingegangen. Unter diesen Meldungen waren

auch fünf Unfälle mit tödlichem Ausgang. Drei davon ereigneten sich an Autobahn- und Brückenbaustellen.

Ein Mitarbeiter der Verkehrssicherung wurde im Januar von einem vorbeifahrenden und ins Schleudern geratenen Pkw erfasst und dabei tödlich verletzt. Im Februar rutschte beim Transport von Baustahl die ca. 600 Kilogramm schwere Last aus dem Schnürgang und erschlug einen Bauarbeiter. Im Dezember rangierte ein Mitarbeiter einer Brückenbaufirma auf der Ladefläche eines Lkw und stürzte zusammen mit seinem Stapler ab. Der Mann geriet im Fallen unter den Stapler und konnte nur noch tot geborgen werden.

Auf einem Flugplatz rollte im April ein Hubschrauber zum Betanken zu nah an den Tower und beschädigte dabei seine laufenden Rotorblätter sowie den Kontrollturm. Die umherfliegenden Bruchstücke trafen den in 40 Meter Entfernung stehenden Flugplatzmitarbeiter und verletzten ihn so schwer, dass er im Krankenhaus verstarb. Im August erlitt ein Monteur einen tödlichen Stromschlag bei Wartungsarbeiten an der Luftpumpenstation einer Tankstelle.

Rückläufige Tendenz

Die Zahl der Unfälle bei der Arbeit mit tödlichem Ausgang liegt in Unterfranken seit mehr als zehn Jahren im einstelligen Bereich und folgt der deutschlandweiten Entwicklung. In den letzten 20 Jahren hat sich die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle in einer sich ständig wandelnden Arbeitswelt mehr als halbiert. Wegeunfälle, die auf dem Weg von Zuhause zur Arbeitsstätte oder zurück passieren, gelten ebenfalls als Arbeitsunfälle und sind über die Berufsgenossenschaft versichert, werden jedoch von der unterfränkischen Gewerbeaufsicht nicht untersucht. Das Bewusstsein für Gefährdungen am Arbeitsplatz spielt eine maßgebliche Rolle in der Festlegung der Schutzmaßnahmen und des Verhaltens bei der Arbeit, schreibt die Behörde. Der Rückgang der tödlichen Verletzungen bei der Arbeit sei auch auf ein höheres Arbeitsschutzniveau zurückzuführen, welches auf verbesserten Arbeitsschutzgesetzen und einer erfolgreichen Präventionsarbeit basiert.

Ferner ist die qualitative Verbesserung der (auch innerbetrieblichen) Rettungsmaßnahmen und der unfallmedizinischen Versorgung für das Erhalten vieler Leben verantwortlich, schreibt die Gewerbeaufsicht. Regierungspräsident Dr. Eugen Ehmann warnt jedoch davor, angesichts dieser Erfolge in den Bemühungen nachzulassen: "Dieser Rückgang der Unfallzahlen ist kein Selbstläufer. Er sollte vielmehr Ansporn sein, auch zukünftig wachsam zu sein und das Thema Arbeitsschutz im Betrieb und auf Baustellen nicht zu vernachlässigen."

Weitergehende Informationen zum Thema Arbeitsschutz gibt es im Internet unter www.stmas.bayern.de oder beim Gewerbeaufsichtsamt der Regierung von Unterfranken. ruf

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