Kulmbach
Auszeichnung

Fünf Talente der Städtischen Musikschule erhielten den Ruckdeschel-Preis

Wer kürzlich das Kulmbacher Rathaus betrat, konnte beinahe meinen, er hätte sich in der Tür geirrt. Bereits an der Pforte klangen einem aus dem oberen Stock Musik und Gesang entgegen, wie man es sonst...
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Jonathan Lormes gab seine Künste am Schlagzeug zum Besten.
Jonathan Lormes gab seine Künste am Schlagzeug zum Besten.
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Wer kürzlich das Kulmbacher Rathaus betrat, konnte beinahe meinen, er hätte sich in der Tür geirrt. Bereits an der Pforte klangen einem aus dem oberen Stock Musik und Gesang entgegen, wie man es sonst nur in der Oper zu hören bekommt. Die 16-jährige Kulmbacherin Fabia von Delius stimmte sich im Rathaussaal gerade stimmgewaltig auf die anstehende Verleihung des Ruckdeschel-Preises ein.

Wenige Minuten später folgte dann der eigentliche Auftritt vor Eltern, Lehrern und Vertretern der Kulmbacher Musikschule sowie des zugehörigen Förderverbands. Auch Oberbürgermeister Henry Schramm und Margit Ruckdeschel, die die Preise übergab, zählten zu den Zuhörern.

"Es ist unglaublich: so eine zarte Person und so eine kraftvolle Stimme", lobte Schramm die junge Künstlerin. Auch die Darbietungen der anderen Preisträger knüpften nahtlos an die hervorragende Leistung Fabias an, die eine Arie aus Verdis Troubadour dargeboten hatte.

Proben mit Schalldämpfer

Der zwölfjährige Jonathan Lormes sorgte mit seinem Schlagzeug für ordentlich Wumms im Rathaussaal. Zu Hause habe er einen eigenen, schallgedämpften Keller, berichtete Jonathan bei der Preisvergabe. Schon mit vier Jahren hat der Kulmbacher angefangen, Schlagzeug zu spielen, wie sein Lehrer Karsten Friedrich erzählte.

Leisere, aber ebenso klangvolle Töne schlug Ofeliya Guliyeva am Klavier an. Im stilvollen Ambiente des Rathaussaals hätte man sich da, mit ein bisschen Fantasie, auf Zeitreise begeben können. Etwa in eine schwungvolle Ballnacht zu Zeiten der Wiener Klassik. Ihre Schülerin habe schon mit zwölf Jahren Stücke gespielt, die eigentlich für 16-Jährige vorgesehen seien, berichtete Ofeliyas Lehrerin Renate von Hörsten. "Ofeliya gehört zu den Besten in Bayern." Auch eine sehr schöne Stimme habe die 15-Jährige.

Nicht musikalisch, aber altersmäßig aus der Reihe fiel Kathrin Lauterbach. Die 47-Jährige aus der Nähe von Bayreuth spielt das Euphonium. Begleitet von Ofeliya und Jonathan gab auch sie ihre Künste mit dem Stück "Freunde fürs Leben" zum Besten. "Es freut mich, dass wir auch aus dieser Altersklasse eine Preisträgerin haben", sagte Harald Streit, Leiter der Musikschule.

Eine war auf Klassenfahrt

Diese sei auch für "junggebliebene Erwachsene" da. Lauterbach zählt zusammen mit der Neudrossenfelderin Theresa Griese (Violoncello), die aufgrund einer Klassenfahrt verhindert war, zu den Sonderpreisträgern.

Der Ruckdeschel-Preis wurde heuer zum insgesamt 15. Mal vergeben. Mit ihm werden talentierte und engagierte Musikschüler für ihre Leistungen belohnt. Der Preis war anlässlich des 60. Geburtstags des Kulmbacher Unternehmers und Ehrenbürgers Hans Albert Ruckdeschel ins Leben gerufen worden, der den Förderverband als Spender unterstützt. Die prämierten Schüler erhalten ein Schuljahr lang kostenfreien Musikunterricht.

Gut angelegtes Geld

"Was der Echo für die nationale Ebene war, ist der Ruckdeschel-Preis für die Musikstadt Kulmbach", sagte Oberbürgermeister Schramm und fügte mit einem Augenzwinkern an: "Und den Ruckdeschel-Preis gibt's noch." Die Musikschule koste die Stadt jährlich rund eine halbe Million Euro, was gut angelegtes Geld sei. Denn ohne Musik würde bei Festen oder in der Kirche einfach etwas fehlen.

Das Stadtoberhaupt bedachte anschließend den Förderverband mit einer Spende von 500 Euro. Das sei besser als eine lange Rede. Vorsitzende Anja Gimpel-Henning hatte sich bereits bei der Stadt und der Familie Ruckdeschel für die Unterstützung bedankt. An die Preisträger gerichtet sagte sie: "Die Auszeichnung habt ihr mehr als verdient. Wir hoffen, dass eure Begeisterung und Motivation für die Musik erhalten bleiben."

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