Laden...
Lichtenfels

Frühlingserwachen im Februar

Im Landkreis Lichtenfels sind nur noch 1539 Menschen ohne Beschäftigung.
Artikel drucken Artikel einbetten

Der in den ersten beiden Monaten des Jahres übliche Wintereinbruch blieb auch im Februar aus. Die Arbeitslosigkeit sank im Bezirk daher bereits in den vergangenen Wochen um 293 Personen (-2,4 Prozent) auf 11 677. Der Rückgang fiel um 7,7 Prozent stärker aus als im letzten Jahr.

Die Zahl der Arbeitslosen reduzierte sich im Februar bei den Männern um 161 (-2,2 Prozent). Aber auch die Frauen profitierten vom ausbleibenden Winter. Ihre Zahl verringerte sich um 132 bzw. 2,8 Prozent. Viele Frauen nehmen zum Saisonstart des Tourismus in der Region ab März wieder eine Beschäftigung auf.

In den vergangenen zwölf Monaten ist die Arbeitslosigkeit um 2,5 Prozent (+282) leicht gestiegen. Die Arbeitslosenquote nahm im Februar um 0,1 Prozentpunkte ab. Mit einem Wert von 3,3 Prozent liegt sie auf dem Vorjahresniveau. "Auf dem Arbeitsmarkt unserer Region sind aufgrund der für die Jahreszeit ungewöhnlich milden Temperaturen bereits viele Anzeichen des bevorstehenden Früh-lings sichtbar. Im Baubereich, der Gastronomie und dem Tourismus stellen bereits erste Betriebe für die kommende Saison vorübergehend entlassenes Personal wieder ein", sagt Boris Flemming, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg. "1447 Menschen verloren ihre Beschäftigung, ungefähr so viele wie im letzten Jahr (+5). 1269 Personen fanden einen neuen Arbeitsplatz, lediglich sechs weniger als 2019. Das Entlassungsrisiko sowie die Beschäftigungschancen haben sich in den letzten zwölf Monaten nicht verschlechtert. In letzter Zeit melden sich vorrangig Helfer, Personen mit gesundheitlichen Problemen sowie befristet Beschäftige, deren Verträge nicht verlängert wurden. Oftmals sind Initiativbewerbungen erfolgreich, da Fachkräfte immer wieder eingestellt werden, die sich Betriebe vorsorglich sichern möchten, auch wenn sie keine konkrete Stelle ausgeschrieben haben. Ich rechne damit, dass die Frühjahrsbelebung bereits im März weit vor Ostern kräftig an Fahrt gewinnt und die Arbeitslosigkeit weiter zurückgeht", so das Fazit von Flemming.  

Lediglich bei der Altersgruppe der Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis 25 Jahren erhöhte sich noch die Arbeitslosenzahl im vergangenen Monat. Im Februar wuchs ihre Zahl leicht um 5,3 Prozent (+62 Personen) auf 1234 Menschen. Der Anstieg fiel um 238,5 Prozent größer aus als im Vorjahr (+26 Personen). Seit dem letzten Jahr ist die Jugendarbeitslosigkeit um 7,1 Prozent (+82 Personen) gestiegen. "Es ist nichts Außergewöhnliches, dass sich im Februar die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen erhöht. Einige können nach dem gelungenen Abschluss ihrer Lehre in den zweieinhalb- und dreieinhalbjährigen Metall-, Elektro- und anderen technischen Berufen nicht übernommen werden. Jedoch fragen etliche Betriebe bei unserem Arbeitgeberservice nach, die die Gunst der Stunde nutzen, um an frischgebackene Fachkräfte zu kommen. Der Start ins Berufsleben dürfte daher für das Gros der Jugendlichen bereits in den nächsten Wochen gelin-gen", so Flemming.

Berufschancen verbessern

Da zum Großteil Fachkräfte bzw. Experten auf dem Arbeitsmarkt gefragt sind, werden momentan 1103 Personen im Bezirk beruflich weitergebildet, um ihre Berufschancen zu optimieren. Das sind 91 oder 9,0 Prozent mehr als vor einem Jahr. Der Arbeitsmarkt der Agentur Bamberg-Coburg umfasst folgende Gebietskörperschaften: Stadt und Landkreis Bamberg, Stadt und Landkreis Coburg sowie die Landkreise Forchheim, Kronach und Lichtenfels.

Wie jeden Monat reagieren die einzelnen lokalen Arbeitsmärkte unterschiedlich. Der Landkreis Coburg (-4,2 Prozent) und die Stadt Bamberg (-3,3 Prozent) verzeichneten die größte Verringerung der Arbeitslosigkeit. Im Landkreis Kronach sank sie um 2,6 Prozent, gefolgt vom Landkreis Forchheim (-2,3 Prozent), dem Kreis Lichtenfels (-2,1 Prozent), dem Bamberger Land (-1,7 Prozent) und der Stadt Coburg (-0,7 Prozent).

33 Arbeitslose weniger

Der im Februar ausgebliebene Winter sorgte im Landkreis Lichtenfels in den vergangenen Wochen bereits für erste Wiedereinstellungen in den witterungsabhängigen Außenberufen. Die Arbeitslosigkeit sank um 33 Personen (-2,1 Prozent) auf 1539. Seit dem letzten Jahr stieg die Zahl der Arbeitslosen um 121 Personen bzw. 8,5 Prozent. Die Arbeitslosenquote beträgt 3,9 Prozent (Vorjahr 3,6 Prozent).

Der Arbeitgeberservice bekam aus dem Landkreis Lichtenfels 259 sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsangebote gemeldet. Das sind 8,2 Prozent (-23) weniger als vor einem Jahr. Im Bestand sind 842 Arbeitsplatzangebote, 19,7 Prozent (-206) weniger als vor zwölf Monaten. Über vier Fünftel (80,6 Prozent) des Bestandsrückgangs entfällt auf den Bereich der Zeitarbeit. red