Heldritt

Frosch zähmt Prinzessin

Mit dem "Froschkönig" zeigt die Waldbühne Heldritt ab 26. Mai einen Märchenklassiker. Derzeit laufen die Proben.
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Noch ohne Kostüm zeigte sich die Prinzessin (Amelie Künstler) letzte Woche bereits rollengerecht eitel und starrköpfig. Doch wetten, dass der Froschkönig (Pauline Wagner) sie zu zähmen weiß, sobald er dem Brunnen entstiegen ist?  Foto: Bettina Knauth
Noch ohne Kostüm zeigte sich die Prinzessin (Amelie Künstler) letzte Woche bereits rollengerecht eitel und starrköpfig. Doch wetten, dass der Froschkönig (Pauline Wagner) sie zu zähmen weiß, sobald er dem Brunnen entstiegen ist? Foto: Bettina Knauth

Eine alte Geschichte, neu erzählt: Am kommenden Sonntag feiert der "Froschkönig" Premiere auf der Waldbühne Heldritt. Delia-Sophia Schneider hat den Märchen-Klassiker bearbeitet und präsentiert ihn in zwei Akten, frei nach den Brüdern Grimm. "Um die kurze und bekannte Handlung herum können sich die Zuschauer auf eine eigene Geschichte mit viel Action und Musik freuen", verspricht Schneider.

Bei der Inszenierung des Kinder-Märchens kann die erfahrene Regisseurin auf bewährte Kräfte bauen: Als heiratsunwillige Prinzessin, die ihren Vater, den König (Paul Krämer) schier zur Verzweiflung bringt, agiert Amelie Künstler. Auch den neuesten von ihm präsentierten Kandidaten, Prinz Wilhelm (Robert Notzke), lässt sie abblitzen. Erst als sie ihre geliebte goldene Kugel verliert und der Verschmähte ihr diese in Gestalt eines Frosches (Pauline Wagner) zurückgibt, bröckelt ihr Widerstand. Wagner hockt zu Beginn des Stücks szenenlang im Brunnen, unbequem auf einem Bierkasten kauernd. "Was tut man nicht alles für die Schauspielerei?", sagt sie mit Schulterzucken. Zum Vergnügen des Publikums wird der Froschkönig im Schloss das kalte Herz der eitlen Prinzessin erobern und sich bekanntermaßen am Ende in den Prinzen verwandeln. Doch zuvor bringt die Prinzessin Personal und Insassen des Schlosses schier zur Verzweiflung, darunter mit Küchenmagd Frida Pötsch, die "Pippi" des Vorjahres. Selbst der Hofnarr (Fyn Strobel) hat Probleme, die Stimmung aufzulockern.

Seit Januar probt das Ensemble. "Man merkt, dass es langsam funktioniert und auch der Letzte begriffen hat, dass bald Premiere ist", sagt Schneider. Nach elf Jahren Regie könne sie "eh nichts mehr aus der Ruhe bringen", fügte die Weidacherin hinzu.

Als Neulinge seien sie gut aufgenommen worden, erzählten Notzke und Strobel. Zofe Julia Wittmann weiß als erfahrene Mitwirkende, dass sie nach Ende der insgesamt 16 Vorstellungen wieder eine Leere spüren wird: "Im August weiß ich dann erst gar nicht mehr, was ich machen soll." Delia-Sophia Schneider freut sich auf die Premiere am 26. Mai: "Nach monatelangen Proben werden dann endlich die Karten auf den Tisch gelegt!", sagt die 37-Jährige. Erst dann könne sie beurteilen, wie ihr Stück bei den Zuschauern ankomme und wie das Zusammenspiel aller Mitwirkenden klappe, so Schneider.

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