Herzogenaurach

Fröhliche Seepferdchen-Jagd

Im Atlantis wurden durch die Metropolregion Nürnberg Schulen ausgezeichnet, die sich nachhaltig dafür einsetzen, dass Kinder schwimmen lernen. Bis zu 500 Euro wurden dafür ausgegeben.
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Das obligatorische Siegerfoto gehört natürlich dazu - Ehre, wem Ehre gebührt.  Fotos: Michael Busch
Das obligatorische Siegerfoto gehört natürlich dazu - Ehre, wem Ehre gebührt. Fotos: Michael Busch
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Michael Busch

Es weiß keiner so richtig "Warum?". Es ist aber laut der Wasserrettungsgesellschaften in Deutschland so, dass immer weniger Kinder schwimmen lernen. Überraschenderweise geben die Vertreter dieser Organisationen zu. Denn vor einem Vierteljahrhundert sei man schon deutlich weiter gewesen.


500 Euro locken

Der Schulwettbewerb "Aktion Seepferdchen" soll genau dem entgegenwirken, betont Herzogenaurachs Bürgermeister German Hacker. Da wird das "Sammeln" von Seepferdchen belohnt. Bis zu 500 Euro bekommt die Schule. In seiner Begrüßung wies Hacker darauf hin, dass keine Herzogenauracher Schule dabei sei. Das liege an einer einfachen Tatsache: "Die können einfach alle schwimmen!" Das sei gar nicht überbewertet, denn der Bürgermeister ergänzte: "Das liegt sicher auch daran, ob Kinder in diesem Alter die Möglichkeit haben, überhaupt ein Schwimmbad zu besuchen."
Aus Sicht der Rettungsorganisationen sind die Gründe der fehlenden Schwimmausbildung allerdings noch viel vielschichtiger. Sie reichten von steigenden Eintritten bei den Bädern, der zunehmenden Schließung von Schwimmstätten im ländlichen Raum, der Ablösung der klassischen "Schwimmhalle" durch sogenannte Spaßbäder, über den wachsenden Leistungsdruck in Elternhaus und Schule - oft verbunden mit dem engen Zeitbudget von Eltern und Kinder bis hin zu Veränderungen in unserer Gesellschaft, die ein verändertes Freizeitverhalten mit sich bringen.


Über 100 Schulen dabei

Dabei ist Schwimmen so wichtig, betonte auch die Schirmherrin Teresa Bloch. Die Teilnehmerin der olympischen Schwimmwettbewerbe in Athen betont: "Es geht um die eigene Sicherheit. Immer noch ertrinken zu viele Menschen, dem müssen wir entgegentreten."
Beim aktuellen Wettbewerb nahmen 100 Schulen teil, davon 44 aus Mittel-, vier aus Unter- und 31 aus Oberfranken. Weiterhin waren 20 oberpfälzer Schulen dabei und eine Schule aus Südthüringen. Insgesamt wurden 10 966 Seepferdchen erschwommen. Erstmals wurden auch andere Abzeichen, die in den Schulen vergeben wurden, berücksichtigt. 3951 weitere Schwimmabzeichen (Bronze, Silber und Gold) wurden sportlich errungen.
Zahlen, die im nächsten Jahr zu toppen sind. Stichtag für die Anmeldung ist der 1. August 2018. Teilnahmeberechtigt sind weiterhin alle Schulen der Metropolregion Nürnberg, auch wenn sie seit Start des Projektes im Jahr 2010 bereits schon mal teilgenommen haben.
Die Schule, die am Ende im Verhältnis zu ihrer Schülerzahl die meisten Seepferdchen im Stall hat, gewinnt den Wettbewerb und erhält den Hauptpreis von 500 Euro. Die Plätze werden mit 250 und 100 Euro belohnt; die Preise werden je nach Schulstärke in drei Kategorien ausgegeben.
Zum zweiten Mal wird auch wieder der Ehrenpreis vergeben. Da geht es um das fleißige Sammeln der weiteren Schwimmabzeichen.


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