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Bad Rodach

Fröhliche, laute Jubiläumsfreude

Die Bad Rodacher Kindertagesstätte "Marienkäfer" besteht seit 50 Jahren. Dass bei diesem Geburtstag nicht Ansprachen und Grußworte im Mittelpunkt standen, sondern die Kinder mit Liedern und Tänzen, versteht sich von selbst.
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Die "Marienkäfer"-Kinder durften zum großen Fest richtig laut auf Medizinbällen trommeln.  Fotos: Martin Rebhan
Die "Marienkäfer"-Kinder durften zum großen Fest richtig laut auf Medizinbällen trommeln. Fotos: Martin Rebhan
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Die Betreuung von Kindern wird seit Jahrzehnten in Bad Rodach großgeschrieben. Dass dies kein Lippenbekenntnis ist, zeigte am vergangenen Samstag die städtische Kindertagesstätte "Marienkäfer" auf, die vor 50 Jahren eröffnet wurde.

Sprachenvielfalt

Mit einem fröhlichen Fest, das neben den üblichen Grußworten vor allem von den Kindern der Kindertagesstätte dominiert wurde, feierte man "im großen Rahmen" das besondere Jubiläum. In mehreren Sprachen - neben Deutsch, unter anderem in Russisch, Bulgarisch, Türkisch, Persisch und Bosnisch und der Weltsprache Englisch - begrüßte die Leiterin der Einrichtung, Heike Werner, die zahlreichen Gäste in der Gerold-Strobel-Halle und dokumentierte damit die Vielfalt der Nationalitäten, die in der Tagesstätte vertreten sind. Sie stellte heraus, dass sie und ihr Team es als wichtigste Aufgabe sähen, den Kindern in der fünfgruppigen Einrichtung mit Respekt und Liebe zu begegnen. Es sei wichtig, den Kindern Raum zu geben, zu spielen, Spaß zu haben und auch Fehler zu machen. "Wir stehen dafür, den uns anvertrauten Kindern ein offenes Herz zu geben, das sie auch versteht", betonte Heike Werner. Keinen Hehl machte sie daraus, dass sich die Anforderungen an die Kindertagesstätten in den letzten Jahren enorm geändert hätten. Mehr und mehr müsse die Einrichtung die Aufgabe erfüllen, Eltern den Spagat zwischen Beruf und Familie zu ermöglichen.

1847 "Bewahranstalt"

Bad Rodachs Bürgermeister Tobias Ehrlicher (SPD) erinnerte daran, dass die Kinderbetreuung in der Kurstadt eine lange Tradition habe, und berichtete von der Vergangenheit: Die erste Betreuungseinrichtung hieß damals noch "Kleinkinder-Bewahranstalt" und wurde auf Betreiben des damaligen Superintendenten Theodor Draeseke am 1. April 1847 eröffnet. Die Nachfolgerin dieser Einrichtung wurde 1899 im Jägerhaus am Schlossplatz eingerichtet. Dort wurden die Rodacher Kinder bis 1945 betreut. Durch Kriegsereignisse wurde das Gebäude aber völlig zerstört. Eine neue Bleibe fanden die Mädchen und Jungen dann im ehemaligen "Streckerschen Gartenhaus" (heutige Sozialstation des Roten Kreuzes). "Auf engstem Raum wurden hier 90 Kinder durch zwei Kindergärtnerinnen betreut", erzählte Tobias Ehrlicher. Der Bürgermeister weiter: "Trotz dieser räumlichen Enge dauerte es bis 1969, bis die Kinder in die Marienstraße in den neuen Kindergarten umziehen konnten."

Ehrlicher erinnerte daran, dass im Jahr 1985 das Gebäude für 775 000 Mark auf Grund der steigenden Kinderzahlen erweitert werden musste. Die Stadt erhielt damals einen Zuschuss von 189 000 Mark.

Für ihn stünden an erster Stelle die pädagogischen und pflegerischen Fachkräfte, die den Kindern in den ersten Jahren ihres Lebens eine wichtige Hilfestellung geben und ihnen den Start ins Leben erleichtern, betonte der Bürgermeister. Er zollte daher nicht nur den heutigen 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Kindertagesstätte seinen höchsten Respekt, sondern bezog in sein Lob alle ein, die in den vergangenen Jahrzehnten ihren Beitrag zur positiven Entwicklung der Kinder geleistet haben. Ehrlicher: "Alle Eltern können versichert sein, dass allen das Wohl der ihnen anvertrauten Kinder sehr am Herzen liegt."

Die zunehmende Nachfrage nach Krippenplätzen wurde auch im "Marienkäfer" spürbar. So musste der Turnraum (wieder einmal) zu einer Kindergartengruppe umfunktioniert werden. Ehrlicher verdeutlichte, dass dies kein Dauerzustand bleiben solle, sondern die Stadt Überlegungen anstelle, diese fünfte Gruppe wieder aufzulösen und die Mädchen und Jungen an anderer Stelle zu betreuen. Landrat Sebastian Straubel (CSU/Landvolk) unterstrich, dass sämtliche Kommunen im Landkreis Coburg äußerst viel für die Kinderbetreuung leisteten. Für ihren Einsatz dankte er allen Mitarbeitern mit den Worten: "Ihr kümmert euch um unsere Zukunft."

Als die Grußworte endeten, waren die Kinder am Zug und erfreuten ihre Gäste mit Tanz, Musik und Gesang. Den gelungenen Nachmittag rundeten Kinderzauberer "Markus" sowie der Kinderliedermacher "Biber" ab.