Friesen

Friesen feiert Patronatsfest

Vom 26. bis 28. April wird im Kronacher Stadtteil Friesen der Patron St. Georg gefeiert. Im Turm der alten Pfarrkirche befinden sich wertvolle gotische Fresken.
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Von der alten Pfarrkirche ist nur der Turm erhalten geblieben. Das neue Kirchenschiff wurde 1971/72 errichtet. Foto: Heike Schülein
Von der alten Pfarrkirche ist nur der Turm erhalten geblieben. Das neue Kirchenschiff wurde 1971/72 errichtet. Foto: Heike Schülein

Wenn Friesen am übernächsten Wochenende sein Patronatsfest mit vielen Gästen feiert, kann das Flößerdorf auf eine lange Kirchengeschichte zurückblicken. Der Sage nach soll Ritter Jörg von Zeyern an der Stelle der heutigen Kirche in Friesen eine Holzkapelle errichtet haben, später wohl den Wehrturm. Urkundlich erwähnt wird eine Kirche in Friesen erstmals 1434.

Eine erste Erweiterung nach Westen war 1551. Umfangreiche Bauarbeiten fanden 1645 statt. 1648 kam an der Südseite des alten Kirchenschiffes das Treppentürmchen dazu. Ein neuer Anbau erfolgte 1755 sowie ein Wehrturm-Umbau und die "Schieferbedeckung" 1841.

Letztmalig wurde das Langhaus 1923 erweitert. Das Gotteshaus musste schließlich 1971 einem Neubau weichen. Dabei wurde das Langhaus oder Kirchenschiff samt Umfassungsmauer abgerissen. Nur der Turm, das älteste Gebäude von Friesen, blieb erhalten. Die neue Pfarrkirche, eine gelungene Symbiose zwischen Neuem und Altem, entstand nach den Plänen des hiesigen Architekten Joseph Wicklein und wurde am 8. Oktober1972 konsekriert. Geweiht ist diese dem Heiligen St. Georg, der nach der Legende als ein hochgestellter Soldat um 303 den Märtyrertod erlitten haben soll.

Die neue Kirche wurde bewusst in einer schlichten Form gehalten und mit einfachsten Materialien - Beton, Holz, Sandstein und Glas - ausgeführt. Durch diese Einfachheit soll zum Ausdruck kommen, dass nicht das Gebäude die eigentliche Kirche ist, sondern die darin versammelte Gemeinde.

Drachenkampf in 18 Bildern

Beim Kirchenneubau wurden im Turm der alten Pfarrkirche aus dem 15. Jahrhundert wertvolle gotische Wandmalereien entdeckt, die mit 13 Farbschichten übertüncht waren. In mehrjähriger Arbeit erfolgte daraufhin mit einer Bildfläche von 100 Quadratmetern eine der größten Freskenfreilegungen im deutschen Raum. In 18 Bildern ist der Sieg über den Drachen und das Martyrium des hl. Georg über einer Sockelzone mit rotbraunem Vorhang und einem Gesimsstreifen auf der Nord-, Ost- und Südwand dargestellt, wobei sich diese auf zwölf kleinere Bilder in der oberen und sechs größere in der unteren Reihe aufteilen. Die Rahmung der Bilder in der fensterlosen Oberzone ist besonders auffallend. Alle zwölf Darstellungen schließen mit gotischen Spitzgiebeln ab, charakteristisch für die zweite Hälfte des 15. Jahrhunderts. Außer dem Zyklus des Kirchenpatrons wurde am Chorbogen noch die Darstellung eines Jüngsten Gerichtes freigelegt, dessen Erhaltungszustand weniger gut ist.

Der Chorbogen mit der künstlerischen Darstellung der Heilsgeschichte in der Sandstein-Verkleidung ist das prägende Verbindungselement zwischen Kirchenschiff und Turm. Besser erkennbar hingegen ist der an eine Säule gefesselte Teufel vor dem Höllentor.

Das Landesamt für Denkmalpflege errechnete aus verschiedenen Indizien als Entstehungsjahr etwa 1490. Wenn auch ungesichert, kann doch angenommen werden, dass sie aus der Werkstatt von Hans Maler von Kronach stammen. Es könnte sich um ein Jugendwerk von Cranach handeln. Warum übertüncht? Vielleicht weil bekannt wurde, dass Cranach ein Freund Luthers geworden und Pate bei seinem ersten Sohn war.

Die Kirche wird gut besucht. Meist verbinden dies die Gäste mit einem Besuch im benachbarten Dorfmuseum. So ist Friesen auch durch die Flößerei bekannt, die über Jahrhunderte hinweg bis in die Nachkriegszeit viele Menschen in Arbeit stellte. Die Holzwirtschaft ist auch heute noch von Bedeutung - im Gegensatz zur Flößerei, die nur noch zu Anschauungszwecken von der Flößervereinigung betrieben wird. Mit der "Flößer-Stubn" wurde ein bleibendes Dokument der Flößerei geschaffen, das auch besichtigt werden kann.

Bereits am Freitag, 26. April, erfolgt im Anschluss an die um 19 Uhr beginnende Eucharistiefeier, in der auch der Kirchenrat verabschiedet bzw. eingeführt wird, mit einer Komplet die Einstimmung auf das Patronatsfest. Gestaltet wird diese vom Freundeskreis der DPSG.

Der Festgottesdienst am Sonntag, 28. April beginnt, um 10 Uhr. Er wird musikalisch umrahmt vom Katholischen Kirchenchor sowie von den St.-Georgs-Bläsern Friesen. hs

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