Bad Brückenau

Friedenskirche feiert 60. Bestehen

Mit einem Gottesdienst und einem kleinen Fest feiert die evangelische Kirchengemeinde den runden Geburtstag der Friedenskirche.
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Mit einem adventlichen Abendgottesdienst wird am Sonntag der 60. Geburtstag der Friedenskirche gefeiert. Foto: Gerd Kirchner
Mit einem adventlichen Abendgottesdienst wird am Sonntag der 60. Geburtstag der Friedenskirche gefeiert. Foto: Gerd Kirchner

Im Advent 2019 jährt sich die Einweihung der Friedenskirche zum 60. Mal. Mit einem adventlichen Abendgottesdienst am Sonntag, 15. Dezember, um 17 Uhr und anschließendem Beisammensein bei Bratwurst, Punsch und Glühwein begeht die evangelische Kirchengemeinde mit Mitgliedern und Freunden dieses Jubiläum.

Die Friedenskirche, die in der Adventszeit 1959 eingeweiht wurde, ist der Nachfolgebau des "Kirchleins im Auerhahnweg", wo heute das evangelische Pfarrhaus steht. Dieses Gotteshaus, damals auf dem Dach noch mit einem kleinen Glockentürmlein geschmückt, war zu klein geworden, nachdem die Kirchengemeinde durch die Flüchtlinge aus den Ostgebieten sprunghaft angewachsen war. Angeblich soll 1958 an Weihnachten der Gottesdienstraum so stark besucht gewesen sein, dass während des Gottesdienstes im ersten Stock in der Pfarrwohnung im Erdgeschoss der Putz von der Decke bröckelte. Nach umfangreichen Vorverhandlungen und Planungen unter Pfarrer Zoller (1948-1972 Seelsorger der Gemeinde) erfolgte im Juni 1959 die Grundsteinlegung und dann bereits im Advent des selben Jahres die Einweihung des neuen Gotteshauses mit Gemeinderaum und Mesnerwohnung im Dachgeschoss des Anbaus. Später lebte hier die Diakonieschwester der Kirchengemeinde (heute Jugendraum). Sie kümmerte sich nicht nur um die Pflegebedürftigen, sondern war auch in der katechetischen Arbeit der Kirchengemeinde tätig.

Das Grundstück für den Bau stellte die Stadt der evangelischen Gemeinde zur Verfügung. Der Münchner Architekt Franz Gürtner plante das Gemeindezentrum. Gleichzeitig erstellte er die Pläne für die "Schwesterkirche" der evangelischen Kirchengemeinde in Wildflecken. Beide Gemeindezentren entstanden also auf dem selben Reißbrett.

Besonders einfühlsam hat er in Brückenau seinen Entwurf in die Landschaft des Sinntals eingefügt. Durch geschickte Optik erzielt Gürtner den Einladungscharakter einer kleinen Kapelle, die sich aber beim Betreten doch als ein stattliches Gotteshaus mit über 300 Sitzplätzen zu erkennen gibt - und sich dann durch das Öffnen einer Trennwand noch einmal für eine größere Gottesdienstgemeinde öffnet.

So wird diese Kirche in den 60 Jahren ihres Bestehens erlebt: als Ort des stillen Gebetes eines einzelnen, repräsentiert durch eine Kerze auf der Gebetsbank, als Versammlungsort der Sonntagsgemeinde, als Kirche, die einlädt zu großen Feiern, aber auch für den bewussten Abschied von lieben Angehörigen.

Doch das Konzept des Gotteshauses von Franz Gürtner eignet sich auch für das, was Gemeinde noch ausmacht: eine Tasse Kaffee nach dem Gottesdienst, ein Vortrag und Diskussion über Themen der Zeit, ein Seelsorgegespräch in dem Raum, in dem "Schwester Marie" gelebt und gebetet hat. Neben Kinder- und Jugendarbeit, Kirchenasyl und Versammlungen des Eine-Welt-Vereins, treffen sich auch regelmäßig Sprachbegeisterte, kirchenmusikalische Gruppen, Seniorenkreise, Frauenfrühstück, MS-Gruppe, Tafelversammlungen, Beratungen über Bündnis Familie sowie Konzerte der Musikschule und des Gymnasiums.

Gleichzeitig werden dort mit großem Engagement Decken für Frierende in Afghanistan gestrickt und gehäkelt, die dann mithilfe eines Spezialtransportteams der Kirchengemeinde und ihrer Beziehungen auch dorthin gebracht werden. red

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