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Freie Wähler sehen sich gut aufgestellt

Die Arbeit im Stadt- und Kreisrat, das Dauer-Thema Strabs und die kommenden Wahlen standen im Mittelpunkt der Hauptversammlung der Seßlacher Freien Wähler. Auf eine "kleine Sternstunde" der Freien Wäh...
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Die Arbeit im Stadt- und Kreisrat, das Dauer-Thema Strabs und die kommenden Wahlen standen im Mittelpunkt der Hauptversammlung der Seßlacher Freien Wähler.
Auf eine "kleine Sternstunde" der Freien Wähler "Bürgerblock" Seßlach blickte der Vorsitzende Maximilian Neeb bei im Sportheim des VfB Autenhausen zurück. Dass es in der Haushaltsberatung im Stadtrat gelungen war, die als Startschuss für die Umgestaltung des Freibads Autenhausen zum Naturbad nötigen Gelder einzustellen, freute Neeb: "Sonst scheiterten unsere Vorschläge immer an der CSU-Mehrheit im Stadtrat". Wie bei der Windkraft und der kommunale Zusammenarbeit in Sachen Standesamt.
Erfolgreich verlief auch die Unterschriftenaktion gegen die Strabs. Von den gesamten 4000 im Landkreis Coburg konnten die Seßlacher 649 Unterschriften beisteuern. "Tolle Leistung", lobte der Vorsitzende den "Bürgerblock". Mit Spannung erwarten die Freien Wähler nun, ob und wann sich vor der Landtagswahl etwas tue. Insgesamt hätten in Bayern rund 300 000 Menschen deutlich gemacht, was sie von dieser Regelung hielten, fügte FW-Kreisvorsitzender Christian Gunsenheimer an. Auch die Kommunalwahlen beschäftigen den "Bürgerblock" bereits. Der Vorstand sei "sehr bemüht schon jetzt die Weichen so zu stellen, dass die kommenden Wahlen deutlich besser ausfallen als 2014", versicherte Neeb. Anders als 2015, als von einer "Eiszeit" im Stadtrat die Rede war, berichtete der Fraktionsvorsitzende von einer "sachlicheren Diskussion" und einem "besseren Miteinander" im Stadtrat sowie einem stärkeren Informationsfluss von Seiten der Verwaltung, besonders von Geschäftsleiter Bernd Vogt und Kämmerer Fabian Leppert.
Aus dem Bauausschuss gäbe es "weniger zu berichten", monierte Ralf Würstlein. Ohne ISEK fehle die Grundlage für die Gewährung von Zuschüssen aus dem Städtebauförderungsprogramm. Somit könnten Maßnahmen in Seßlach und Gemünda nicht gefördert werden. Als Beispiele nannte Würstlein die Umgestaltung am Rothenberger Tor (mit Schaffung von altstadtnahen Parkplätzen), Einrichten einer Behindertentoilette, Abriss der Häuser an der Stadtmauer, Sanierung der Mauer sowie die Neugestaltung des Brauhausplatzes in Gemünda. "Jetzt, wo die Fördertöpfe voll sind, tut sich nicht viel", kritisierte der Stadtrat.
Stadtrat Uwe Siegel erläuterte das Projekt "Bodenständig" und sprach als Mitglied der Steuerungsgruppe auch die Initiative Rodachtal an. Diese werde "von Seßlach begleitet, aber nicht befeuert", stellte er fest. Siegel warb darum, sich an der neuen Planungsepoche ab Sommer 2018 zu beteiligen.
Als Gast berichtete der FW-Kreisvorsitzende aus dem Kreistag. "So einen Haushaltsplan hat es noch nie gegeben", sagte Christian Gunsenheimer und verwies auf die um zwei Prozent verringerte Kreisumlage. Der Haushalt sollte "Frieden und Freude" ausstrahlen, nur die Fraktionen der Freien Wähler und Unabhängigen Landkreis Bürger hätten "ein Haar in der Suppe entdeckt". Plötzlich werde gern Geld ausgeben, dazu koche wegen des Wahlkampfs jeder "sein eigenes Süppchen". Gunsenheimer warnte davor, die normale Gremiumsarbeit zu vergessen. Ein so großer Haushalt sei es wert, dass man sich näher mit ihm befasse. "Da muss man der Verwaltung einfach vertrauen", reiche eben nicht als Begründung.
Abseits des Gremiums sei in den letzten zwölf Monaten "richtig viel gearbeitet worden", fuhr der Kreisvorsitzende fort. Für die Landtagswahlen habe die SPD "ihren populärsten Mann aufgestellt" und auch die CSU schicke einen hoffnungsvollen Kandidaten ins Rennen. Die Freien Wähler wollten dagegen neue Wege gehen und sich auf das konzentrieren, worin sie gut seien, "die ständige Erneuerung der Köpfe". Anstelle von etablierten Politikern würden Kandidaten für die Zukunft präsentiert (Anm. der Redaktion: mit Maria Preißler (20) und Max Kräußlich (26)). Bei den Landtagswahlen müssten die Freien Wähler selbstbewusst ihre Stärken ausspielen.
Gunsenheimer entwarf ein mögliches Szenario nach der Wahl: Schaffen es Landrat Michael Busch und Bürgermeister Martin Mittag in den Landtag, müsse in Seßlach gut drei Monate nach dem 14. Oktober zwei Mal gewählt werden - eine "kurze und knackige" Zeit. Zwölf Monate später stünden dann bereits die Kommunalwahlen an. Dann gelte es, in Seßlach die Mehrheit der CSU zu brechen. "Die Bürger konnten jetzt fast vier Jahre sehen, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, dass es hier gut läuft", so Gunsenheimer. Die Seßlacher Freien Wähler sieht der Kreisvorsitzende gut aufgestellt.
In der anschließenden Aussprache monierte Otto Müller die Diskrepanz zwischen der Stadtratsarbeit und wie sie in der Bevölkerung wahrgenommen werde. Nur wenn die Freien Wähler eigene Vorschläge machten, könnten die Bürger erkennen, dass es in Seßlach derzeit nicht vorangehe. Als Beispiel führte Gudrun Jöchner die Haushaltssitzung an. Der Kämmerer habe gewusst, dass die Kreisumlage sinkt, dies aber nicht erwähnt. Stattdessen sei der Etat durch Maßnahmen unnötig aufgebläht gewesen, die noch gar nicht anstünden, fügte Würstlein hinzu. Diese Details erfahre die Öffentlichkeit aber nicht. "Wir müssen bewusst noch mehr Informationen einfordern und weiterhin unsere eigenen Vorschläge einbringen", forderte Jöchner. "Immer nur zu sagen: "Das ist schon in Arbeit!" reicht nicht", kritisierte die Stadträtin: "So sieht es nach außen aus, als passe alles. Dem ist aber nicht so!" bkn
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